Niederbayerischer Gründerpreis 2026 verliehen: Mut, Ideenreichtum und Weitsicht
von Doris Kirchner

Im Tagungszentrum der Sparkassen-Finanzgruppe Bayern in Landshut wurde nun der Niederbayerische Gründerpreis verliehen. Die renommierte Auszeichnung würdigt seit 2007 herausragende Unternehmerpersönlichkeiten, innovative Geschäftsideen und erfolgreiche Unternehmensentwicklungen in der Region. In diesem Jahr erhielten insgesamt acht Preisträger in den Kategorien „Konzept/StartUp“, „Aufsteiger/Nachfolger“, „Sonderpreis“ sowie „Lebenswerk“ die begehrte Auszeichnung.
In der Kategorie „Konzept/StartUp“ zeichnete die Jury Unternehmen aus, die sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befanden, jedoch bereits durch zukunftsweisende Ideen und großes Wachstumspotenzial auffielen.
Vestigas: digitale Lösungen für die Baubranche
Dazu zählt das Unternehmen Vestigas aus Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn. Das 2021 von vier Studenten der Technischen Universität München gegründete Start-up entwickelt digitale Lösungen für die Baubranche. Mit seinem Konzept zur Digitalisierung von Liefer- und Baustellenprozessen setzt Vestigas auf moderne Datenstrukturen und trägt dazu bei, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Die Jury würdigte insbesondere den innovativen Ansatz, traditionelle Prozesse in einer der weltweit größten Wirtschaftsbranchen zu modernisieren.
Geehrt wurde außerdem das Tierkrematorium Himmelspfote aus Aicha vorm Wald im Landkreis Passau. Als erstes Unternehmen dieser Art in Niederbayern bietet es Tierhaltern eine würdevolle Möglichkeit, von ihren verstorbenen Haustieren Abschied zu nehmen. Besonders hervorgehoben wurden der Rund-um-die-Uhr-Notdienst sowie ein spezieller Abholservice, mit dem Betroffene in einer emotional schwierigen Situation unterstützt werden.
Die dritte Auszeichnung ging an Bauingenieur Werner Spann aus Osterhofen im Landkreis Deggendorf. Sein Unternehmen entwickelt individuelle Lösungen für unterschiedlichste Bauvorhaben und setzt dabei auf persönliche Beratung sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Auftraggebern.
Stemp-Wellnessresort
Die Kategorie „Aufsteiger/Nachfolger“ richtet den Blick auf Unternehmen, die sich erfolgreich am Markt etabliert oder eine gelungene Unternehmensnachfolge umgesetzt haben. Zu den Preisträgern zählt das Stemp Wellnessresort im Landkreis Passau. Die Entwicklung des Betriebs gilt als beispielhaft für erfolgreiches Unternehmertum in der Tourismusbranche. Ausgehend von einem ehemaligen Bauernhof entstand zunächst eine Pension, später ein Hotel und schließlich ein modernes Wellnessresort. Heute zählt der Betrieb zu den bedeutenden touristischen Einrichtungen im Bayerischen Wald und zieht zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an.
Bavarian Caps
Einen weiteren Gründerpreis erhielt das Unternehmen Bavarian Caps aus Kelheim. Mit seinen Produkten verbindet das Unternehmen traditionelle bayerische Werte mit modernen Lifestyle-Elementen. Die angebotenen Caps und Kleidungsstücke greifen regionale Traditionen auf und interpretieren diese zeitgemäß. Die Jury würdigte insbesondere die erfolgreiche Markenentwicklung sowie die überregionale Bekanntheit, die unter anderem durch Kooperationen mit bekannten Fußballvereinen erreicht werden konnte.
Über die dritte Auszeichnung durfte sich das Hunderesort Waldeck im Landkreis Freyung-Grafenau freuen. Das Unternehmen verfolgt ein außergewöhnliches Konzept und richtet sein Angebot an Menschen und Hunde. Neben Übernachtungsmöglichkeiten stehen den vierbeinigen Gästen unter anderem eine Trainingshalle, ein Badeteich sowie spezielle Wellnessangebote zur Verfügung. Damit hat sich das Resort eine besondere Nische im Tourismusmarkt erschlossen und sich überregional einen Namen gemacht.
Sonderpreis für „Die Förderer“
Der Sonderpreis für herausragende unternehmerische Leistungen ging in diesem Jahr an den Verein „Die Förderer“ aus Landshut. Mit rund 2.500 ehrenamtlich engagierten Mitgliedern wird alle vier Jahre die weltweit bekannte Landshuter Hochzeit organisiert, die zu den größten historischen Festspielen Europas zählt.
Die Jury würdigte insbesondere die außergewöhnliche organisatorische Leistung sowie den bedeutenden Beitrag des Vereins zur kulturellen Identität und touristischen Bekanntheit Niederbayerns. Durch das Engagement der Ehrenamtlichen werde die Geschichte der Region lebendig gehalten und gleichzeitig ein bedeutender wirtschaftlicher Impuls für die Stadt Landshut und die gesamte Region geschaffen.
In der Kategorie „Lebenswerk“ wurde schließlich das traditionsreiche Familienunternehmen Karl Mossandl aus Dingolfing geehrt. Seit Jahrzehnten ist es in verschiedenen Geschäftsfeldern tätig und hat sich als wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region etabliert. Zum Leistungsspektrum zählen unter anderem Kiesgewinnung, Erdarbeiten, Recycling sowie weitere Dienstleistungen im Bau- und Entsorgungsbereich. Mittlerweile wird das Unternehmen erfolgreich in dritter Generation geführt.