Messe München auf Rekordkurs: Milliardenimpulse für Bayern und starke Investitionen in den Standort

GZ Ausgabe GZ-13-2026 vom 2. Juli 2026 | Finanzen & Wirtschaft
von Michael von Hassel
Foto von zwei Personen
Die CEO-Doppelspitze Dr. Reinhard Pfeiffer (l.) und Stefan Rummel. Bild: MH

Die Messe München blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Unternehmensgeschichte zurück. Mit Rekordumsätzen, Millionen Besuchern und einer starken internationalen Nachfrage erweist sich die Messe nicht nur als bedeutender Wirtschaftsmotor für die Landeshauptstadt, sondern auch für ganz Bayern.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Messe München-Gruppe einen Konzernumsatz von 544 Millionen Euro und ein EBITDA von 137 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 115 Millionen Euro. Die Messe München GmbH selbst erwirtschaftete einen Umsatz von 517 Millionen Euro und einen Gewinn von 88 Millionen Euro. Die Gesellschafter – der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München – erhalten zusammen eine Ausschüttung von 22 Millionen Euro.

Grundlage des Rekordjahres waren zehn der insgesamt 14 Weltleitmessen, die 2025 in München stattfanden. Insgesamt kamen 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher sowie rund 34.600 Aussteller auf das Gelände in Riem. Besonders bemerkenswert: Über 60 Prozent der Aussteller und 40 Prozent der Besucher reisten aus dem Ausland an. Damit entwickelte sich die Messe München deutlich dynamischer als der deutsche Messemarkt insgesamt.

Enorme Wirtschaftseffekte

Für Bayerns Kommunen ist die Messe weit mehr als ein erfolgreicher Veranstalter. Laut einer aktuellen Kaufkraftstudie erzeugt die Messe München bundesweit Wirtschaftseffekte von 4,45 Milliarden Euro und sichert rund 34.400 Arbeitsplätze. Ein Großteil dieser Wertschöpfung verbleibt in Bayern und kommt Hotels, Gastronomie, Handel, Dienstleistern und dem Verkehrssektor zugute.

Zukunftsfelder

Auch inhaltlich adressiert die Messe zahlreiche Zukunftsfelder, die für Städte und Gemeinden von zentraler Bedeutung sind. Die Weltleitmesse IFAT beispielsweise, die 2026 ihr 60-jähriges Bestehen feierte, verzeichnete mit rund 3.400 Ausstellern auf 300.000 Quadratmetern einen neuen Rekord. Die Fachmesse gilt als weltweit wichtigste Plattform für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft und ist damit ein zentraler Impulsgeber für kommunale Infrastruktur- und Umweltpolitik.

Trotz des turnusbedingt schwächeren Messejahres 2026 rechnet die Unternehmensführung weiterhin mit einem Konzerngewinn von mehr als 60 Millionen Euro. Möglich wird dies durch das stark gewachsene Auslandsgeschäft, das inzwischen mehr als die Hälfte des Konzerngewinns erwirtschaftet. Mit Tochtergesellschaften und Messen in China, Indien, den USA und Saudi-Arabien stärkt die Messe München ihre internationale Position und nutzt diese Netzwerke gleichzeitig, um Aussteller und Besucher nach München zu bringen.

Bekenntnis zum Standort München

Ein klares Bekenntnis gibt die Messeführung zudem zum Standort München ab. In den kommenden fünf bis sechs Jahren sollen weitere 80 bis 90 Millionen Euro in die Modernisierung des Geländes investiert werden. Geplant sind unter anderem der Ausbau der Photovoltaik, energieeffiziente Beleuchtung, digitale Besucherführung und weitere Infrastrukturmaßnahmen. Parallel treibt die Messe den Einsatz von Künstlicher Intelligenz voran, um Prozesse zu optimieren und Besucherströme intelligenter zu steuern.

Für Bayerns Kommunen sind diese Entwicklungen von erheblicher Bedeutung: Die Messe München bleibt nicht nur eine internationale Visitenkarte des Wirtschaftsstandorts Bayern, sondern auch ein bedeutender Innovationstreiber und Wertschöpfungsmotor, dessen Impulse weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinausreichen.

Michael von Hassel

Michael von Hassel

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