Digitale Brücken ins Rathaus: Cosmema gewinnt Bayerischen Gründerpreis
von Michael von Hassel

Zehn Unternehmen aus unterschiedlichen Regionen des Freistaats standen bei der Verleihung des Bayerischen Gründerpreises 2026 in der Münchner BMW Welt im Mittelpunkt. Nach siebenjähriger Pause würdigten die bayerischen Sparkassen wieder unternehmerischen Mut, Innovationskraft und verantwortungsvolle Zukunftsgestaltung. Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien „StartUp“, „Aufsteiger“, „Nachfolge“ und „Lebenswerk“ vergeben.
Für Städte, Märkte, Gemeinden und Landkreise war vor allem die Entscheidung in der Kategorie „Aufsteiger“ von besonderem Interesse: Den ersten Preis erhielt die Cosmema GmbH aus Gaimersheim bei Ingolstadt. Das von Johannes Vollnhals gegründete Unternehmen entwickelt digitale Lösungen für die Kommunikation zwischen Kommunen und Bevölkerung. Nach Unternehmensangaben nutzen inzwischen mehr als 900 Kommunen die Angebote.
Informationen direkt zu den Bürgern
Ausgangspunkt war eine einfache, aber für Verwaltungen zentrale Frage: Warum müssen Bürgerinnen und Bürger Informationen mühsam suchen, anstatt sie zuverlässig und unmittelbar zu erhalten? Daraus entstand zunächst die „Heimat-Info“-App. Heute umfasst das Angebot auch barrierefreie kommunale Internetseiten, KI-gestützte virtuelle Assistenten und digitale Informationsterminals. Kommunale Nachrichten, Veranstaltungshinweise, Warnmeldungen und Serviceangebote sollen damit gebündelt und zielgerichtet ausgespielt werden. Zugleich erhalten Vereine und ehrenamtliche Organisationen ein digitales Sprachrohr.
Vom Start-up zum kommunalen Partner
Die Jury würdigte Cosmema als Beispiel dafür, dass Digitalisierung dann überzeugt, wenn sie Prozesse vereinfacht und im Alltag der Menschen ankommt. Das Unternehmen baue „digitale Brücken“ zwischen Verwaltung und Bürgerschaft und entwickle sich vom Start-up zum verlässlichen Partner des öffentlichen Sektors. Vollnhals formulierte als Ziel, digitale Technik zu nutzen, um die Nähe zwischen Staat und Bevölkerung zu stärken. Dabei setzt Cosmema auf stärker standardisierte Lösungen, die sich bundesweit einsetzen lassen – ein Ansatz, der angesichts knapper Personalressourcen und vieler kommunaler Insellösungen besondere Relevanz besitzt.
Preise für Forschung, Nachfolge und Lebenswerk
In der Kategorie „StartUp“ gewann TigerShark Science aus Würzburg mit künstlichen menschlichen Hautmodellen, die Tierversuche in Forschung und Industrie reduzieren sollen. Der Preis für eine gelungene „Nachfolge“ ging an die Apotheke am Bohlenplatz in Erlangen, die ihre Spezialisierung auf sterile Zubereitungen für die Augenheilkunde ausgebaut hat. Für sein „Lebenswerk“ wurde Christoph Mix von der Kräuter Mix GmbH in Abtswind ausgezeichnet.
Die Neuauflage des Bayerischen Gründerpreises zeigte, dass Bayerns wirtschaftliche Zukunft nicht allein in den großen Zentren entsteht.
Sie wächst in Hochschulstädten, ländlichen Räumen und leistungsfähigen Kommunen. Der Erfolg von Cosmema zeigt dabei besonders anschaulich, dass kommunale Digitalisierung längst selbst ein bedeutendes Feld bayerischen Unternehmertums ist und dass bürgernahe Verwaltung zunehmend auch eine Frage guter digitaler Infrastruktur wird.