Denkmalschutzmedaille 2026: Auszeichnung für Oettingen und Karlstadt

GZ Ausgabe GZ-15-16-2026 vom 30. Juli 2026 | Finanzen & Wirtschaft
von Doris Kirchner
Hotel Krone in Oettingen. Bild: Werner Rensing/Stadt Oettingen
Hotel Krone in Oettingen. Bild: Werner Rensing/Stadt Oettingen

Die Städte Oettingen (Landkreis Donau-Ries) und Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) sind in der Alten Münze in München von Kunstminister Markus Blume und Landeskonservatorin Dr. Susanne Fischer, Leiterin der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD), mit der Denkmalschutzmedaille 2026 ausgezeichnet worden. Sie würdigten damit das herausragende Engagement der beiden Kommunen für den Erhalt des bayerischen Kulturerbes. Insgesamt wurden 16 Preisträgerinnen und Preisträger geehrt, die sich in besonderer Weise für den Denkmalschutz einsetzen – von der Rettung gefährdeter Bauwerke über die Erforschung der Heimatgeschichte bis hin zur Vermittlung denkmalpflegerischen Wissens.

Die Stadt Oettingen, vertreten durch ihren Ersten Bürgermeister Thomas Heydecker, wurde mit der Denkmalschutzmedaille in der Kategorie Klimaschutz für die Revitalisierung des Hotels Krone ausgezeichnet.

Das 1424 errichtete Gebäude zählt zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Nach Jahren der Notsicherung und einer Zwangsschließung erwarb die Stadt das stark geschädigte Anwesen und leitete dessen umfassende Sanierung ein. Neben der statischen Sicherung, insbesondere des Dachstuhls, wurden die historische Bausubstanz, der Gewölbekeller, Fenster und Fassade denkmalgerecht instandgesetzt. Der Kronensaal mit seinem seltenen Zollingergewölbe aus dem Jahr 1928 wurde restauriert und durch einen zurückhaltend gestalteten, barrierefreien Holzmodulbau ergänzt.

Die Stadt Karlstadt mit Erstem Bürgermeister Michael Hombach sowie der Förderkreis ehemalige Synagoge Laudenbach e.V. mit Erstem Vorsitzenden Georg Schirmer, wurden gemeinsam für die Konservierung der ehemaligen Synagoge in Laudenbach unter Erhalt aller Zeitschichten geehrt. Das 1736/37 errichtete Gebäude wurde nach 1938 als Lagerhalle genutzt und verfiel im Laufe der Jahrzehnte zunehmend. Durch das gemeinsame Engagement des Förderkreises und der Stadt konnte das Baudenkmal vor dem Abbruch bewahrt werden. Historische Bauteile wie der Betsaal und erhaltene hebräische Schriftzeichen wurden gesichert, wobei bewusst auf invasive Einbauten verzichtet wurde. Mit Führungen, Seminaren und weiteren Bildungsangeboten trägt der Förderkreis dazu bei, die Erinnerung an die jüdische Geschichte des Ortes lebendig zu halten und an künftige Generationen weiterzugeben.

Kunstminister Markus Blume zufolge „haben Bayerns Denkmäler viele Schutzengel: Sie bewahren mit Leidenschaft, Ausdauer und oft jahrelangem Einsatz unsere Denkmalschätze.“ Von der behutsamen Instandsetzung eines historischen Pfarrhauses über die Rettung und Wiederbelebung einer ehemaligen Synagoge bis hin zur klimagerechten Umnutzung eines ehemaligen Stadels zu zeitgemäßem Wohnraum: Die Bandbreite dieses außergewöhnlichen Engagements sei beeindruckend. „Wir unterstützen diesen Einsatz im Jahr 2026 mit denkmalpflegerischen Mitteln in Höhe von 66 Millionen Euro. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass Bayerns Schätze nicht nur überdauern, sondern von jeder Generation neu entdeckt und geschätzt werden können.“

Nach den Worten von Landeskonservatorin Dr. Susanne Fischer „bleiben Denkmäler dann lebendig, wenn sich Menschen für sie einsetzen und ihnen eine Zukunft sichern. Denkmalpflege wirkt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Hinter jedem Projekt, das wir heute auszeichnen, stehen persönliches Engagement und die Liebe zu unserem baulichen und archäologischen Erbe. Das ist nicht selbstverständlich. Allen 16 Preisträgerinnen und Preisträgern der Denkmalschutzmedaille 2026 gebührt deshalb unser großer Dank; sie verleihen der Freude an der Denkmalpflege ein Gesicht.“

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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