75 Jahre LfA: Förderbank als Stabilitätsanker für Wirtschaft und Kommunen
von Redaktion

Mit einem Festakt in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz hat die LfA Förderbank Bayern ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Finanzminister Albert Füracker und LfA-Vorstandsvorsitzender Dr. Bernhard Schwab würdigten die Förderbank als tragende Säule der bayerischen Wirtschafts- und Strukturpolitik.
Rund 460.000 Darlehenszusagen, ein Fördervolumen von insgesamt etwa 95 Milliarden Euro und jährlich rund 5.000 unterstützte Unternehmen, Gründer und Kommunen: Beim Jubiläumsfestakt zog die LfA Förderbank Bayern eine eindrucksvolle Bilanz. Zugleich richteten die Redner den Blick nach vorn. In einer Phase tiefgreifender technologischer, wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen soll die staatliche Spezialbank noch stärker als Mittelstands- und Transformationsbank des Freistaats wirken.
Vom Wiederaufbau zur Innovationsförderung
LfA-Vorstandsvorsitzender Dr. Bernhard Schwab begrüßte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kreditwirtschaft, Kammern und Verbänden. Die besondere Stellung der LfA ergebe sich daraus, dass sie einerseits als Bank arbeite, andererseits aber vollständig dem Freistaat Bayern gehöre. Für ihre Förderarbeit sei ein enges Netzwerk unverzichtbar. Eine zentrale Rolle komme dabei Sparkassen, Genossenschaftsbanken und privaten Kreditinstituten zu, über die die Förderdarlehen nach dem Hausbankenprinzip ausgereicht werden.
Gegründet wurde das Institut 1951 als „Landesanstalt für Aufbaufinanzierung“. Der erste Auftrag bestand darin, Heimatvertriebenen und Flüchtlingen, die häufig weder Kapital noch bankübliche Sicherheiten besaßen, den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz zu ermöglichen. Aus der zunächst als „Flüchtlingsbank“ wahrgenommenen Einrichtung entwickelte sich rasch ein Finanzierungspartner für den gesamten bayerischen Mittelstand.
Aufstieg Bayerns
Im Laufe der Jahrzehnte wandelten sich die Aufgaben mehrfach. Die LfA begleitete den industriellen Aufbau, die Ansiedlung von Unternehmen im ländlichen Raum, den Ausbau der Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie den Aufstieg Bayerns zum modernen Industrie- und Technologiestandort. In wirtschaftlichen Krisen übernahm sie regelmäßig die Rolle eines Stabilisators – von den Ölkrisen über die Finanzmarktkrise bis zur Corona-Pandemie.
Der grundlegende Förderauftrag sei jedoch unverändert geblieben, betonte Schwab: Die Bank müsse die Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltstruktur Bayerns stärken und ihre Instrumente fortlaufend an neue Herausforderungen anpassen. Die LfA werde sich auch künftig immer wieder neu ausrichten, um ihren Förderauftrag zu erfüllen.
Wirtschaftspolitisches Instrument des Freistaats
Ministerpräsident Dr. Markus Söder bezeichnete die Geschichte der LfA als untrennbar mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Bayerns verbunden. Die Förderbank habe den Wandel vom landwirtschaftlich geprägten Land zum international erfolgreichen Hightech- und Industriestandort begleitet. Sie sei ein „Turbolader der Wirtschaft“ und ein strategisches Instrument der bayerischen Wirtschaftspolitik.
Ihre Bedeutung zeige sich insbesondere dort, wo Märkte allein keine ausreichenden Finanzierungsmöglichkeiten bereitstellten. Die LfA helfe bei Gründungen, Unternehmensnachfolgen und Wachstumsinvestitionen, unterstütze die Modernisierung bestehender Betriebe und stehe in Krisenzeiten als handlungsfähiges Instrument des Freistaats bereit. Söder bekannte sich zugleich zum Hausbankenprinzip und zur Zusammenarbeit mit regionalen Kreditinstituten.
Nach Einschätzung des Ministerpräsidenten steht die bayerische Wirtschaft vor einem neuen Strukturwandel. Veränderte Handelsbeziehungen, zunehmender internationaler Wettbewerb, hohe Energiepreise, Digitalisierung und neue Technologien stellten etablierte Geschäftsmodelle infrage. Wohlstand könne nur durch internationale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und neue Produkte gesichert werden. Gute Ideen sollten daher in Bayern nicht nur entstehen, sondern hier auch zu marktfähigen Unternehmen und Arbeitsplätzen heranwachsen.
Kommunen und Start-ups profitieren gleichermaßen
Auch für Städte, Märkte, Gemeinden und Landkreise besitzt die LfA hohe Bedeutung. Die Förderbank finanziert Infrastrukturvorhaben und trägt damit zur Verbesserung der Standortbedingungen in allen Landesteilen bei. Investitionen in Verkehrswege, Energieversorgung und weitere kommunal relevante Infrastruktur schaffen vielfach erst die Voraussetzungen dafür, dass sich Betriebe ansiedeln, erweitern oder dauerhaft in einer Region halten können.
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker hob hervor, dass die LfA seit 75 Jahren ein verlässlicher Finanzierungspartner für Unternehmen und Kommunen sei. Die strategische Weiterentwicklung zur Mittelstands- und Transformationsbank sei ein Versprechen, der bayerischen Wirtschaft und den Regionen auch künftig ein schlagkräftiges Förderinstitut zur Seite zu stellen.
Neue Impulse für Mittelstand und Transformation
Die Staatsregierung hatte 2024 beschlossen, das Instrumentarium der LfA deutlich zu erweitern. Seit dem Frühjahr 2025 wurden unter anderem Darlehenshöchstbeträge angehoben, Haftungsfreistellungen ausgeweitet und Transformationsprogramme für größere mittelständische Unternehmen geöffnet. Besonders stark nachgefragt werden Investitionen in erneuerbare Energien und Wärmenetze. Die Gesamtförderleistung für Gründung, Wachstum und Transformation erreichte 2025 rund 2,67 Milliarden Euro und lag damit etwa 45 Prozent über dem Vorjahr.
Bayerische Erfolgsgeschichte Wirtschaftsminister und LfA-Verwaltungsratsvorsitzender Hubert Aiwanger sprach von einer „echten bayerischen Erfolgsgeschichte“. Die Bank stehe dem Mittelstand auch in unruhigen Zeiten als krisenerprobter Finanzierungspartner zur Seite. Neben Neugründungen komme der Unternehmensnachfolge eine wachsende Bedeutung zu. Gerade in Handwerk, Industrie und Dienstleistungen müsse jungen Menschen Mut gemacht werden, bestehende Betriebe zu übernehmen, zu modernisieren und in Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Energieeffizienz zu investieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung technologieorientierter Start-ups. Im Rahmen der Initiative „VC4Start-ups“ werden neue Wagniskapitalfonds mit einem zusätzlichen Volumen von insgesamt 750 Millionen Euro geschaffen. Gemeinsam mit privaten Kapitalgebern sollen dadurch Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro für bayerische Start-ups und Scale-ups mobilisiert werden.
Förderauftrag mit Zukunft
Der Festakt machte deutlich, dass die LfA auch nach 75 Jahren kein historisches Relikt, sondern ein aktives Instrument der bayerischen Wirtschafts-, Technologie- und Regionalpolitik ist. Ihr Auftrag bleibt im Kern derselbe: Investitionen ermöglichen, Risiken abfedern, wirtschaftlichen Wandel begleiten und gleichwertige Entwicklungschancen in allen Landesteilen unterstützen.