Vom Energiefresser zum Energieerzeuger

GZ Ausgabe GZ-14-2026 vom 16. Juli 2026 | Energie
von Redaktion
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Thomas Hornung (r.) und Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogl (m.) führten die hochrangigen Besucher durch das Großprojekt. V. l.: Wolfgang Bücherl, Vertretung Europ. Kommission in München, Bad Kissinger Landrat Mario Götz und Staatsminister Christian Bernreiter. Bild: Stadt Bad Kissingen

Die Stadt Bad Kissingen empfängt Staatsminister Christian Bernreiter zum Abschluss der ersten Bauphase ihrer hochgeförderten Kläranlage - Es ist Zeit umzudenken. Dort, wo die Städte und Kommunen besonders viel Energie benötigen und entsprechend hohe Ausgaben anfallen, kann man mit kluger Strategie echte Wendeprojekte umsetzen. Bad Kissingen wagt einen Umbau im laufenden Betrieb seiner Kläranlage und hat dafür aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 5,6 Millionen Euro erhalten. Das Projekt ist so durchdacht, dass Staatsminister Bernreiter beim Besuch der Kläranlage weitere zwei Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln versprochen hat.

„Bayern unterstützt zusammen mit der EU im EFRE-Programm die energetische Sanierung kommunaler Infrastrukturen durch Einsatz innovativer Technologien“, sagt Staatsminister Christian Bernreiter. „Wir wollen damit nachhaltige Stadtentwicklung fördern und gleichzeitig dazu beitragen, dass Projekte realisiert werden, die als Beispiele für möglichst viele andere Kommunen dienen können.“

Diese Vorbildfunktion nimmt die Stadt ernst, denn zur Fertigstellung der Anlage Ende 2027 soll die Kläranlage nicht nur komplett dekarbonisiert funktionieren, sondern zusätzlich rund ein Drittel weniger Energie benötigen als sie das heute tut. Die Stadt spricht von Einsparungen von 1.400 Megawattstunden Energie – was bei heutigen Energiepreisen bereits erhebliche Vergünstigungen zur Folge hätte. Doch Bad Kissingen denkt „big“. Durch die kluge Kombination von bewährten Technologien der erneuerbaren Energien kann sich die Anlage auf Dauer fast vollständig selbst versorgen. Das Projekt basiert also auf einer Mischung aus neuem Denken und verlässlicher Technik.

Der Verzicht auf den Zukauf von fossiler Energie hält die Betriebskosten stabil und sorgt daher für vorteilhafte Preise, die bei den Bürgern ankommen. Darüber hinaus spielen die dezentrale Energiegewinnung und die damit kombinierte Speichertechnik eine deutliche Rolle bei der Entlastung des öffentlichen Stromnetzes. Für die Stadt sind die Investitionen, die mit diesem Umbau einhergehen, gut angelegtes Geld – auch wenn die Kosten die Förderung doch erheblich übersteigen. „Eine Anlage zu bauen, die zukunftsfähig ist und die auf Dauer unabhängig ist von der Preisspirale der fossilen Energien, war das erklärte Ziel“, sagte Thomas Hornung, der Leiter der Tiefbauabteilung der Stadt.

Verlosung

Die Kläranlage Bad Kissingen und viele andere kommunale Beispiele, sowie Berechnungen zur Effizienz von Wärmepumpen und – für Kommunen besonders wichtig – sinnvolle Geschäftsmodelle für Kommunen und Stadtwerke sind nachzulesen in dem Fachbuch „Energiewende in Kommunen“, das Tiefbauer Thomas Hornung und Kommunikationsprofi Gisela Goblirsch geschrieben haben. Das brandneue Buch ist bei Haufe erschienen. Die Bayerische GemeindeZeitung verlost drei Exemplare. Machen Sie mit und senden Sie eine Mail an news@gemeindezeitung.de, Betreff: Verlosung. Die ersten drei Teilnehmer werden berücksichtigt. Schnell sein lohnt sich.

Redaktion

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