Landkreis Regensburg: KERL und Perigus Energy kooperieren bei vier Solarparks
von Redaktion

Die Kommunale Energie Regensburger Land eG (KERL) und die Perigus Energy Deutschland GmbH wollen gemeinsam vier Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Landkreis Regensburg entwickeln. Kooperationsvereinbarungen für Projekte in Barbing, Brennberg, Wörth an der Donau und Wiesent wurden im Juli im Landratsamt unterzeichnet. Weitere kommunale Solarprojekte sind in Entwicklung.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien mit kommunaler Beteiligung und regionaler Wertschöpfung zu verbinden. Die vier Projekte befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium und müssen die regulären Planungs- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. KERL und Perigus Energy streben eine zügige Umsetzung an und stehen dazu mit den beteiligten Kommunen im Austausch.
Die Aufgaben sind klar verteilt: Die KERL hat die Flächen für die vier PV-Freiflächenanlagen gesichert und übernimmt die Koordinierung mit den Standortkommunen. Perigus Energy verantwortet Projektentwicklung, Bau und Betrieb der Solarparks sowie die Umsetzung der kommunalen Beteiligungsmodelle.
Die Energiewende gelingt besonders dann, wenn Kommunen gemeinsam handeln und ihre Interessen bündeln“, erklärte Landrätin Tanja Schweiger, Vorstandsvorsitzende der KERL. Die Zusammenarbeit zeige, dass die KERL als kommunale Plattform Partner gewinnen könne, um Projekte im Landkreis voranzubringen.
KERL-Aufsichtsratsvorsitzender Karl Söllner betonte, die Kommunen sollten nicht nur Flächen bereitstellen, sondern die Energiewende aktiv mitgestalten und von den Projekten profitieren. Die Kooperation solle regionale Wertschöpfung und eine nachhaltige Energieversorgung im Landkreis unterstützen.
Kommunen sollen an Erträgen beteiligt werden
Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarungen ist die finanzielle Beteiligung. Die KERL erhält bei jedem der vier Solarparks einen festgelegten Anteil an der jeweiligen Projektgesellschaft und kann ihre Beteiligung erhöhen. Damit können sich die beteiligten Kommunen mittelbar an den Projekten und deren Erträgen beteiligen.
Hinzu kommt die Kommunalbeteiligung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Standortkommunen sollen 0,2 Cent für jede erzeugte Kilowattstunde Strom erhalten. Perigus Energy hat zugesagt, diese Zahlung auch dann zu leisten, wenn der Strom außerhalb einer EEG-Förderung vermarktet wird. Die Einnahmen können von den Kommunen frei für Projekte vor Ort eingesetzt werden.
Für die KERL war diese Regelung nach eigenen Angaben ein zentrales Anliegen. Die Standortkommunen sollten unabhängig von der späteren Vermarktung des Stroms verlässlich an der Wertschöpfung beteiligt werden.
KERL-Geschäftsführer Harald Hillebrand sieht zudem Vorteile in der klaren Arbeitsteilung: Die KERL bringe kommunale Perspektive und regionale Vernetzung ein, Perigus Energy seine Erfahrung bei Entwicklung und Umsetzung von Erneuerbare-Energien-Projekten.
Perigus-Geschäftsführer Stefan Bachmaier verwies auf die regionale Verankerung des Unternehmens in Regensburg. Gemeinsam mit der KERL und den Kommunen wolle man die Energiezukunft der Region mitgestalten. Christian Kutschker, Leiter Projektentwicklung Solar bei Perigus Energy, hob dabei regionale Wertschöpfung, transparente Prozesse und eine frühzeitige Einbindung der Kommunen hervor.
KERL und Perigus Energy arbeiten bereits seit 2024 zusammen. Ein weiteres gemeinsames Solarprojekt auf den Gemarkungen der Gemeinde Brunn und des Marktes Laaber befindet sich in Planung.