Ambitionierter Netzausbau für Heimatenergie: Bayernwerk Netz GmbH stellt Weichen für eine zuverlässige Energieversorgung in Niederbayern
von Redaktion

Die Bayernwerk Netz GmbH investiert 2026 insgesamt 399 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes in Niederbayern – rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Neben neuen Leitungen und Umspannwerken rücken die Digitalisierung der Netze sowie die Versorgungssicherheit angesichts der Energiewende stärker in den Mittelpunkt. Das stellte der größte bayerische Verteilnetzbetreiber bei einem Pressegespräch im Umspannwerk Bogen vor.
Energiewende verändert die Anforderungen
Nach Einschätzung der Bayernwerk Netz wird sich die Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien – vor allem aus Photovoltaik und Windkraft – bis 2045 verdreifachen. Gleichzeitig soll sich der Stromverbrauch durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren etwa verdoppeln. Das Energiesystem werde dadurch größer, dezentraler und komplexer und müsse Erzeuger und Verbraucher deutlich flexibler miteinander verbinden.
Dr. André Zorger, Leiter Kommunalmanagement Ostbayern, betonte, dass für eine sichere Energieversorgung eine geordnete und priorisierte Vergabe von Netzkapazitäten sowie ein verlässlicher ordnungspolitischer Rahmen notwendig seien. Nur so könne die Integration neuer Einspeiser und Verbraucher entlang der tatsächlichen Netzbedarfe gelingen.
Rekordbudget für Niederbayern
Bereits 2025 wurden im niederbayerischen Netzgebiet rund 437 Kilometer Niederspannungs- und 430 Kilometer Mittelspannungskabel neu verlegt. Die Investitionen beliefen sich auf 320 Millionen Euro. 2026 steigt das Budget auf 399 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens verbleiben dabei 64 Cent jedes investierten Euros in Bayern und kommen überwiegend regionalen Firmen zugute.
Das Bauprogramm umfasst Maßnahmen in allen vier niederbayerischen Kundencentern. Im Raum Sünching und Geiselhöring werden neue Mittelspannungskabel verlegt, Freileitungen zurückgebaut und mehrere digitale Ortsnetzstationen errichtet. Die Fertigstellung ist für November 2026 vorgesehen. In Rottenburg a.d. Laaber entsteht die leistungsfähige Anbindung an das neue Umspannwerk Rottenburg Süd. Sieben digitale Ortsnetzstationen stärken künftig das Netz in Rottenburg und der Nachbargemeinde Hohenthann. Das Investitionsvolumen beträgt rund 3,2 Millionen Euro.
Weitere Ausbauprojekte laufen unter anderem in Burghausen, Reisbach, Rotthalmünster, Teisnach, Waldkirchen, Breitenberg, Hofkirchen, Hengersberg und Osterhofen. Gemeinsam ist ihnen der Ersatz bestehender Freileitungen durch leistungsfähige Erdkabel sowie der Ausbau digital steuerbarer Trafostationen, um zusätzliche Kapazitäten für erneuerbare Energien und neue Verbraucher zu schaffen.
Hochspannungsnetz wird ausgebaut
Auch das 110-Kilovolt-Verteilnetz wird erweitert. Ein zentrales Vorhaben ist das neue Umspannwerk Rottenburg Süd, das bis Herbst 2026 fertiggestellt werden soll. Es ist Teil des EU-geförderten Infrastrukturprojekts „Gabreta Smart Grids“ und soll die Einspeisung wachsender Photovoltaikleistungen verbessern.
Eine Premiere gibt es zudem im Landkreis Straubing-Bogen: In Irlbach entstand Bayerns erstes verfahrensfreies Umspannwerk, das nach der Gesetzesänderung bereits 2026 provisorisch in Betrieb genommen werden konnte. Weitere Hochspannungsprojekte betreffen den Ersatzneubau des Umspannwerks Regen sowie die Erneuerung der 16 Kilometer langen 110-Kilovolt-Leitung zwischen Egglfing und Pocking.
Versorgungssicherheit und Resilienz
Nach Angaben der Bayernwerk Netz liegt die Versorgungssicherheit im Netzgebiet bei über 99 Prozent. Um die Stromversorgung auch bei Extremwetter oder sicherheitsrelevanten Ereignissen aufrechtzuerhalten, arbeitet der Verteilnetzbetreiber eng mit Bundeswehr, THW, Zivil- und Katastrophenschutz sowie den Freiwilligen Feuerwehren zusammen und führt gemeinsame Krisenübungen durch.