Bayerischer Präventionstag: Vorsorge in allen Lebenswelten
von Doris Kirchner

Wie sich Gesundheitsvorsorge konkret in den Alltag integrieren lässt, zeigte der Bayerische Präventionstag mit mehr als 430 Aktionen im gesamten Freistaat auf. Die Bandbreite der Angebote reichte von Bewegung und Stressbewältigung über die Prävention psychischer Erkrankungen bis zur Suchtprävention und Früherkennung möglicher gesundheitlicher Probleme. „Prävention hat viele Gesichter. Genau das ist heute in Bayern sichtbar geworden, mit zahlreichen unterschiedlichen Angeboten und einer Vielzahl engagierter Partner“, erklärte Gesundheitsministerin Judith Gerlach.
Den Auftakt der Aktivitäten zum Bayerischen Präventionstag bildete ein Besuch von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Kultusministerin Anna Stolz an der Margarethe-Danzi-Grundschule in München.
Prävention beginnt im Alltag
In Würzburg stellte Gerlach gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit (DZPP) das Cannabispräventionsprogramm XCAN vor. Das Smartphone-Spiel richtet sich an Jugendliche und vermittelt mithilfe von Gamification- und Virtual-Reality-Elementen Wissen über die Risiken des Cannabiskonsums. Zugleich soll es sie zu Verhaltensänderungen motivieren. Der Ansatz verbindet digitale Medien mit der Präventionsarbeit und spricht Jugendliche über ein ihnen vertrautes Format an.
Wie Gesundheitsförderung in den Schulalltag eingebunden werden konnte, zeigte die Sportmittelschule Gochsheim. Unter dem Motto „Stark. Gemeinsam. Verantwortungsvoll. Prävention, die bewegt.“ präsentierten Schülerinnen und Schüler verschiedene Aktionen ihrer Klassen. Dazu gehörten spielerische und abwechslungsreiche Übungen, bei denen auch Konzentration gefragt war, etwa beim Bogenschießen.
Für Gerlach kam es darauf an, Angebote an den jeweiligen Lebenssituationen auszurichten. „Entscheidend ist, dass Angebote zu den Menschen und ihren Lebenssituationen passen. Dafür brauchen wir starke Partner, die wissen, was vor Ort gebraucht wird“, so die Ministerin. Prävention müsse Kinder und Jugendliche ebenso erreichen wie Beschäftigte und ältere Menschen. „In der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Verein – genau dort muss Prävention ansetzen.“
Von Stressbewältigung bis Suchtprävention
Weitere Beispiele verdeutlichten, wie unterschiedlich Präventionsangebote gestaltet werden können. In München waren unter anderem Yoga und Tanz zur Stressbewältigung sowie Demenztests in einer Apotheke vorgesehen. Während Bewegung und Entspannung dabei helfen sollten, mit Belastungen umzugehen, boten die Tests eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich mit der eigenen Gedächtnisleistung auseinanderzusetzen.
In Augsburg fand ein Rauschbrillenparcours statt. Dabei konnten die Besucher ihre Wahrnehmung unter dem Eindruck simulierten Alkoholkonsums erproben. Derlei praktische Erfahrungen machen mögliche Beeinträchtigungen anschaulich und ergänzen die Wissensvermittlung um einen erlebnisorientierten Ansatz. In Würzburg standen außerdem Einblicke in die Prävention psychischer Erkrankungen auf dem Programm.
Die Beispiele zeigten, dass Prävention nicht auf einzelne Maßnahmen oder Zielgruppen beschränkt sind. Vielmehr können unterschiedliche Formate dazu beitragen, gesundheitliche Risiken verständlich zu vermitteln, gesundheitsbewusstes Verhalten anzuregen und Menschen frühzeitig zu erreichen.
Prävention verankern
Der Bayerische Präventionstag war Teil der Umsetzung des Masterplans Prävention, den das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention im Herbst 2025 auf den Weg gebracht hatte. Im Vorjahr hatte der Aktionstag bereits an bayerischen Schulen im Rahmen der Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit stattgefunden. Heuer beteiligten sich neben Schulen und Kindertagesstätten auch Unternehmen, Behörden, Kommunen, Vereine, Verbände und weitere Einrichtungen.
Auch über den Bayerischen Präventionstag hinaus gibt es im Freistaat zahlreiche Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention zu entdecken. Der Präventionspool Bayern bündelt das vielfältige Angebot aus dem Non-Profit-Bereich auf der zentralen digitalen Plattform praeventionspool.bayern.de. Dort können sich die Bürger ebenso wie Fachkräfte gezielt informieren und Kontaktmöglichkeiten finden, um die Angebote in Anspruch zu nehmen.