Bayerischer Hospiz- und Palliativtag in Regensburg: Gelebte Werte
von Doris Kirchner

Beim Bayerischen Hospiz- und Palliativtag in Regensburg standen Information, Austausch und Begegnung im Mittelpunkt. Rund 400 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung unter dem Motto „WERT(E)VOLL“, um sich über Vorsorge und Begleitung am Lebensende zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Judith Gerlach machte deutlich, dass die Hospiz- und Palliativversorgung fest in der Gesellschaft verankert sein sollte und Berührungsängste gegenüber den Themen Krankheit, Sterben und Tod abgebaut werden können.
Das Leitmotiv „WERT(E)VOLL“ erinnerte daran, dass jeder Mensch unabhängig von Alter, Krankheit oder Pflegebedarf wertvoll ist. Werte wie Menschlichkeit, Respekt, Fürsorge und Solidarität prägen die tägliche Arbeit in der Hospiz- und Palliativversorgung und zeigen, wie eine Gesellschaft mit Menschen in besonders sensiblen Lebenssituationen umgeht. An Informationsständen und Mitmachangeboten präsentierten zahlreiche Vertreter von Einrichtungen, Diensten und Initiativen aus Stadt und Landkreis Regensburg ihre Arbeit.
„Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Wert(e)volle Perspektiven im Wandel“ beleuchteten Martina Kern und Prof. Dr. Friedemann Nauck in ihrem Plenumsvortrag. In den Workshops konnten sich die Teilnehmer mit Themen wie Bayerischer Notfallbogen, Würdezentrierte Therapie oder Zusammenspiel von Helferpersönlichkeit und Selbstsorge näher befassen. Darüber hinaus äußerten sich Experten im Austausch mit den Gästen zu Themen wie Kultursensible Begleitung am Lebensende, Begleitung von jungen Angehörigen und Kindertrauer sowie nicht-medikamentöse Symptomlinderung.
Zudem beschrieb Tanja Treibig, Verein zur Förderung der Palliativmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, die „Caring Community – Mitfühlende Stadt Erlangen und Umland“. Eine Caring Community könne nur gelingen, wenn sich zivilgesellschaftliches Engagement, professionelle Angebote und kommunale Strukturen miteinander verbinden, so Treibig. Die Ansatzpunkte seien vielfältig und kämen aus der Stadtgesellschaft selbst.
Respekt, Mitgefühl und ein starkes Miteinander
Wie Landrätin Tanja Schweiger erläuterte, „ist eine werteorientierte Begleitung am Lebensende Ausdruck einer menschlichen und solidarischen Gesellschaft. Der Bayerische Hospiz- und Palliativtag macht sichtbar, wie viele Menschen sich mit großem Engagement dafür einsetzen, schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie ihren Angehörigen beizustehen. Die Hospiz- und Palliativversorgung lebt von Respekt, Mitgefühl und einem starken Miteinander – Werte, die in Stadt und Landkreis Regensburg jeden Tag gelebt werden.“
Ebenso würdigte Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger die Arbeit der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Kräfte. Ein besonderer Dank galt den vielen Ehrenamtlichen, die Betroffenen und ihren Angehörigen Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe schenkten.
Stadt und Landkreis Regensburg verfügen über ein engmaschiges Netzwerk aus Hospiz- und Palliativeinrichtungen, Beratungsangeboten sowie ehrenamtlichen Diensten, wie der Bayerische Hospiz- und Palliativtag verdeutlichte. Ziel ist es, schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen eine verlässliche und wohnortnahe Unterstützung zu ermöglichen.
Neben dem fachlichen Austausch bot die Veranstaltung Gelegenheit für persönliche Begegnungen und Gespräche über Themen rund um Krankheit, Sterben und Trauer. Diese betreffen viele Menschen, finden im gesellschaftlichen Alltag jedoch oftmals nur wenig Beachtung.
Bereits im Vorfeld hatten OB Burger sowie die stellvertretende Landrätin Irmgard Sauerer die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ unterzeichnet. Sie setzt sich für eine umfassende, würdevolle und bedarfsgerechte Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein. Zugleich soll sie das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung hospizlicher und palliativer Versorgungsangebote stärken.