Deutsche Baumpflegetage in Augsburg: Fachliche Vielfalt vor vollem Haus
von Doris Kirchner

Die Deutschen Baumpflegetage haben ihre Bedeutung als internationale Fachveranstaltung erneut unter Beweis gestellt. Rund 3.450 Fachleute aus 35 Nationen kamen auf das Augsburger Messegelände, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Baumpflege, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Technik zu informieren. Das dreitägige Programm umfasste 46 Fachvorträge, Praxisvorführungen sowie eine umfangreiche Fachmesse mit mehr als 175 Ausstellern.
Auf der Agenda standen aktuelle Herausforderungen im Umgang mit Stadt- und Straßenbäumen, neue Forschungsergebnisse sowie der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Verwaltung. Die Deutschen Baumpflegetage gelten seit Jahren als eine der wichtigsten europäischen Plattformen für die grüne Branche und bieten Fachleuten aus Kommunen, Ingenieurbüros, Baumpflegebetrieben, Forschungseinrichtungen und Hochschulen Gelegenheit zum fachlichen Austausch.
Fachpartner der diesjährigen
Veranstaltung war die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL). Sie gestaltete die beiden ersten Kongresstage maßgeblich mit. Dabei standen Regelwerke und Normen im Mittelpunkt, die für die tägliche Arbeit in der Baumpflege von großer Bedeutung sind. Diskutiert wurde unter anderem, wie neue Richtlinien praxisnah umgesetzt werden können.
Ziel war es, die oft komplexen technischen und rechtlichen Vorgaben verständlich einzuordnen und ihre Anwendung im Berufsalltag zu erleichtern.
Am ersten Tag standen Forschung, Normung und rechtliche Rahmenbedingungen im Zentrum des Interesses. Vorgestellt wurden unter anderem Ergebnisse aus Feldversuchen zu Substraten und Wurzelkammersystemen sowie Untersuchungen zu Baumstandorten in sogenannten Schwammstädten. Auch aktuelle Erkenntnisse aus Alleen- und Straßenbaumversuchen wurden präsentiert. Die Vorträge verdeutlichten, welche Bedeutung wissenschaftliche Forschung für die Weiterentwicklung der urbanen Baumpflege besitzt.
Dem Management von Stadt- und Straßenbäumen widmete sich der zweite Veranstaltungstag. Neben Fragen der Qualität von Baumschulgehölzen wurden verschiedene Modelle der Jungbaumpflege vorgestellt und diskutiert. Weitere Themen waren Schäden an Baumwurzeln durch den Ausbau von Glasfasernetzen sowie Strategien zum Erhalt besonders alter und wertvoller Bäume. Dabei wurde deutlich, dass Kommunen angesichts des Klimawandels und wachsender Anforderungen an die grüne Infrastruktur vor immer komplexeren Aufgaben stehen.
Tag 3 rückte die Themen Verkehrssicherheit und Baumkontrolle in den Mittelpunkt. Fachreferenten erläuterten rechtliche Grundlagen für Baumuntersuchungen, die Ausschreibung entsprechender Leistungen sowie moderne Verfahren zur Vitalitätsbeurteilung.
KI-gestützte Pilzbestimmung
Darüber hinaus wurden neue digitale Möglichkeiten wie die KI-gestützte Pilzbestimmung vorgestellt. Den Abschluss bildeten Vorträge über die Bedeutung des Bodenlebens und der Bodenbiologie für die Gesundheit und Entwicklung von Bäumen.
Parallel zur Fachtagung präsentierten mehr als 175 Unternehmen auf der begleitenden Fachmesse ihre Produkte und Dienstleistungen. Erstmals wurde mit Halle 3 ein eigener Ausstellungsbereich für Forschung und Bildung eingerichtet. Dort informierten Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Verbände sowie Aus- und Fortbildungsanbieter über aktuelle Projekte und Qualifizierungsangebote. Ergänzt wurde die Sonderausstellung durch eine großzügige Kommunikations- und Aufenthaltsfläche sowie praktische Demonstrationen und Diskussionsrunden, unter anderem zur Pflege von Obstgehölzen.