18. Speyerer Tage zum Friedhofs- und Bestattungsrecht
von Doris Kirchner

Mit aktuellen Fragen des Friedhofs- und Bestattungsrechts befassten sich die 18. Speyerer Tage zum Friedhofs- und Bestattungsrecht an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften. An der Tagung nahmen Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft, Anwaltschaft, Kirchen und Bestattungswirtschaft teil.
Finanzierung und aktuelle Rechtsfragen
Ein Schwerpunkt lag auf der Unterhaltung und Finanzierung jüdischer Friedhöfe. Dr. Lukas Hentzschel befasste sich insbesondere mit den Finanzierungspflichten des Bundes, deren Anwendungsbereich und der praktischen Handhabung. Mit der Wirtschaftlichkeit kommunaler Friedhöfe beschäftigte sich Prof. Dr. Christoph Brüning. Unter dem Titel „Gebühren als Baustein nachhaltiger Finanzierung“ ging es um die Frage, wie Friedhofsgebühren sinnvoll kalkuliert werden können. Damit wurde ein Thema aufgegriffen, das für kommunale Friedhofsträger von unmittelbarer Bedeutung ist.
Zum Programm gehörte außerdem der traditionelle Überblick über die aktuelle Rechtsprechung und Gesetzgebung zum Friedhofs- und Bestattungsrecht. Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger stellte die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich vor. Ergänzt wurde die Tagung durch eine „Aktuelle Stunde“. Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuvor eingereichte Themen zur Diskussion stellen. Das Format war als Mischung aus Podiumsdiskussion und Ad-hoc-Workshop angelegt.
Digitalisierung und Social Media
Ein weiterer Themenblock widmete sich der Digitalisierung der Friedhofsverwaltung. Prof. Dr. David Roth-Isigkeit präsentierte Möglichkeiten und Strategien der Bündelung bei der Friedhofs-IT. Im Vordergrund standen dabei die gemeinsame Beschaffung und Implementierung von Friedhofssoftware sowie Möglichkeiten eines gemeinsamen dauerhaften Anwendungsbetriebs.
Auch die Nutzung von Social Media auf Friedhöfen wurde thematisiert. Philip Pelgen berichtete über Erfahrungen aus den Pilotprojekten in Planitz und Nürnberg. Das Thema war bereits 2023 bei den Speyerer Tagen behandelt worden; aus den damaligen Überlegungen hatten sich die genannten Pilotprojekte entwickelt.
Neue Bestattungsformen im Blick
Mit den Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz griff die Veranstaltung ein Thema auf, das durch die Änderung des rheinland-pfälzischen Bestattungsrechts an Aktualität gewonnen hat. Dr. Manuel Beh betrachtete die Flussbestattungen aus der Perspektive des Wasserrechts. Dabei ging es unter anderem um die Frage, welche wasserrechtlichen Anforderungen zusätzlich zum Bestattungsrecht zu beachten sind. Auch die ersten Erfahrungen mit dieser Bestattungsform waren Gegenstand seines Vortrags.
Zum Abschluss lag das Augenmerk auf dem Bestattungsrecht in Belgien. Tom Wustenberghs stellte die belgischen Regelungen vor. Der Blick auf andere Rechtsordnungen ist traditionell Bestandteil der Speyerer Tage und soll zusätzliche Perspektiven auf das Friedhofs- und Bestattungsrecht eröffnen.
Die Universität Speyer ordnet die Tagung in einen allgemeinen Wandel des Friedhofs- und Bestattungswesens ein. Als Faktoren nennt sie unter anderem veränderte Einstellungen zum Tod, zunehmende religiöse Vielfalt, die Auflösung traditioneller Familienverbünde sowie die zunehmende Liberalisierung und Privatisierung von Bestattungsleistungen.