ÖPNV-Gipfel der Euregio Inntal: Grenzüberschreitende Mobilität
von Doris Kirchner

Wie lässt sich der öffentliche Verkehr zwischen Bayern und Tirol weiter verbessern? Dieser Frage widmete sich der dritte ÖPNV-Gipfel der Euregio Inntal zum Thema „Grenzüberschreitende Mobilität Bayern–Tirol“ in Kufstein. Die Veranstaltung hat sich als Forum etabliert, das Akteure aus Bayern und Tirol zusammenbringt, um über aktuelle Entwicklungen und konkrete Mobilitätsprojekte zu informieren und gemeinsame Lösungsansätze zu diskutieren.
Eröffnet wurde der Gipfel von Barbara Schwaighofer, Präsidentin der Euregio Inntal. Mobilitätslandesrat René Zumtobel, der Rosenheimer Landrat Otto Lederer und Gabriele Leicht, 3. Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, unterstrichen die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit über Landes- und Staatsgrenzen hinweg.
Akteure zusammenbringen
Präsidentin Schwaighofer verwies insbesondere auf den weiteren Ausbau grenzüberschreitender Busverbindungen zwischen dem Bezirk Kufstein und dem Landkreis Rosenheim. Diese könnten die bestehende Zugverbindung ergänzen. „Als Euregio Inntal sehen wir eine unserer zentralen Aufgaben darin, die relevanten Akteurinnen und Akteure aus Bayern und Tirol zusammenzubringen und gemeinsam konkrete Verbesserungen anzustoßen“, betonte die Präsidentin.
Landrat Lederer hob die Erweiterung des Tiroler Klimatickets bis nach Kiefersfelden und Oberaudorf als Beispiel für bereits erreichte Fortschritte hervor. Als weitere mögliche Schritte nannte er eine Ausweitung des Klimatickets bis Rosenheim sowie die Anerkennung von MVV-Tickets auf Tiroler Seite bis Wörgl. Nicht alle Vorhaben könnten kurzfristig umgesetzt werden, so Lederer. Dafür brauche es teilweise finanzielle Mittel und einen langen Atem.
Bürgermeisterin Leicht bezeichnete Bayern und Tirol als gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum. Mobilität müsse deshalb „einfach, verlässlich und möglichst nahtlos“ funktionieren. Die Grenze solle für die Fahrgäste immer weniger spürbar werden, während die Zusammenarbeit der Kommunen umso stärker werden müsse.
Im weiteren Verlauf standen aktuelle Entwicklungen und konkrete Projekte im Mittelpunkt. Markus Haller, Prokurist des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV), informierte über die Entwicklung des Verbundraums. Michael Bürger vom Land Tirol stellte die grenzüberschreitende Mobilität im Rahmen der EU-Alpenraumstrategie EUSALP vor. Oliver Kirchner, Mobilitätskoordinator Bayern–Tirol bei Kufstein mobil, zog nach einem Jahr Bilanz über das grenzüberschreitende Mobilitätsmanagement.
Weniger Haltestellen
Als weiteres Projekt wurde die geplante Verbindung zwischen Jenbach und Tegernsee präsentiert. Laut Andreas Knapp, Mobilitätskoordinator der Regio Schwaz, soll eine Busverbindung künftig die beiden Bahnknoten im Stundentakt und ohne Umsteigen miteinander verbinden. Die Fahrt von Jenbach nach Tegernsee wird knapp eineinviertel Stunden dauern. Wenige Haltestellen und auf den Fernverkehr abgestimmte Umstiegszeiten sollen die Verbindung auch für Pendler attraktiv machen.
Die neue Linie soll täglich etwa zwischen 6.20 und 19.20 Uhr verkehren und bis zu 14 Verbindungen je Richtung anbieten. Zudem soll sie eine direkte grenzüberschreitende Verbindung zwischen den beiden Regionen schaffen und damit sowohl den Tourismus als auch den Pendlerverkehr unterstützen.
Nachhaltige Lösungen
Auch neue Mobilitätsformen waren Thema des Gipfels. Wolfgang Inninger vom Fraunhofer IML stellte Kennzahlen zu On-Demand-Verkehren sowie Entwicklungen beim Rufbus „ROSI“ vor. Manuel Lutz, Geschäftsführer von Vitalpin, gab schließlich einen Einblick in nachhaltige Mobilitätslösungen aus dem Vitalpin-Netzwerk, wie etwa den Südtirol Guest Pass und EMMI-Mobil, das nachhaltige Mobilitätskonzept im Allgäu.