Heizungserneuerung im Gebäudebestand: Netzwerktreffen des Kommunalen Klimaschutznetzwerks Rosenheim-Traunstein

GZ Ausgabe GZ-10-2026 vom 14. Mai 2026 | Bau & Mobilität
von Redaktion
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Die Vertreter der 16 Mitgliedskommunen des Kommunalen Klimaschutznetzwerks Rosenheim- Traunstein.Bild: INEV

Wie kann eine zukunftsfähige Heizungserneuerung in bestehenden Gebäuden gelingen und welche Rolle spielen dabei Wärmepumpen und regionale Biomasse? Diese zentralen Fragen diskutierten die Mitgliedskommunen des Klimaschutznetzwerks Rosenheim-Traunstein bei ihrem achten Arbeitstreffen in Raubling. Expertenvorträge und ein Praxisbeispiel vor Ort lieferten konkrete Lösungsansätze für die Umsetzung eigener Projekte. Zudem stellten die Kommunen den Stand der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen vor.

Olaf Kalsperger, 1. Bürgermeister der Gemeinde Raubling, begrüßte die Vertreter der 16 Mitgliedskommunen und betonte die Dringlichkeit des Themas für die Region. „Die Umstellung unserer Wärmeversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Energiewende. Als Kommunen müssen wir hier vorangehen und unseren Bürgern praxistaugliche Lösungen aufzeigen“, so Kalsperger.

Ein besonderer Moment des Treffens war die Würdigung und Verabschiedung des langjährigen Bürgermeisters Georg Weigl. In seinen Abschiedsworten betonte er die Bedeutung der Kooperation: „Das Netzwerk ist eine sehr wichtige Einrichtung. Wir haben viel voneinander gelernt, zahlreiche Erfahrungen gesammelt und uns intensiv ausgetauscht.“

Christoph Jahn, Geschäftsführer der Bauer Schlosser Wiesner Planungsgesellschaft mbH, beleuchtete die Chancen von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Er betonte, dass der Erfolg maßgeblich vom energetischen Zustand des Gebäudes abhängt und eine sorgfältige Planung entscheidend ist. Anhand eines Praxisbeispiels zeigte er, dass eine gut geplante Wärmepumpe, vor allem in Kombination mit einer PV-Anlage, eine wirtschaftliche Alternative zu Pelletsheizungen darstellt. „Die Wärmepumpe ist eine nachhaltige Umwelttechnologie und kann auch im Bestandsgebäude ein sinnvoller und ökologisch nachhaltiger Energieerzeuger sein – insbesondere dann, wenn das Gebäude in der Hülle und an den Heizflächen saniert wird“, so Jahn.

Regionale Biomasse: Stabiler Baustein der Wärmewende

Sebastian Henghuber, Vorstand der MW Biomasse AG, unterstrich das große Potenzial regionaler Biomasse aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Er verwies auf das ungenutzte Energieholz-Potenzial in Bayern und stellte flexible Modelle bis hin zum kompletten Wärmecontracting für Kommunen vor. Dabei, so Henghuber, erfolge die Holzgewinnung nachhaltig und ohne Kahlschläge. „Dieses als verlässliche Wärmequelle zu nutzen, ist ein Gebot der wirtschaftlichen und ökologischen Vernunft für unsere Region“, machte Henghuber deutlich.

Nachhaltiger Neubau der Kita St. Theresia

Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmenden die Kita St. Theresia in Raubling. Architekt Simon Bauer präsentierte den Neubau, bei dem trotz der aufwändigen Gründung auf Moorboden der vorgegebene Kostenrahmen exakt eingehalten wurde. Das Gebäude im Effizienzhausstandard wird mit einer leistungsstarken Wärmepumpe versorgt. Die Besichtigung demonstrierte eindrücklich, wie die zuvor diskutierten Konzepte erfolgreich umgesetzt werden können.

Das Netzwerktreffen, moderiert von Sebastian Gröbmayr vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV), lieferte den Kommunen damit erneut konkrete Werkzeuge und Strategien, um die Wärmewende vor Ort aktiv zu gestalten.

Klimaschutznetzwerk Rosenheim-Traunstein

Im Rahmen des Klimaschutznetzwerks Rosenheim-Traunstein haben sich 16 Kommunen aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein zusammengeschlossen, um in den kommenden drei Jahren gemeinsame Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen und die CO2-Bilanz der Region nachhaltig zu verbessern. Ziel des Netzwerks ist es, regionale Kräfte zu bündeln und effektive Strategien gegen den Klimawandel zu entwickeln.

Begleitet wird das Netzwerk fachlich vom Institut für nachhaltige Energieversorgung GmbH (INEV). Ein zentraler Fokus der Kooperation liegt auf dem kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu Ressourceneffizienz und Klimaschutz. Die beteiligten Kommunen werden gemeinsam geeignete Ziele festlegen und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen durchführen, um den Klimaschutz in der Region voranzutreiben.

Redaktion

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