Gemeinde Aschheim: Straßensanierung mit alternativem Bauverfahren
von Redaktion

Mit einem speziellen Stabilisierungsverfahren wurden der Busbahnhof Dornach und ein stark belasteter Kreisverkehr saniert. Die Gemeinde setzte dabei auf kürzere Bauzeiten, die Wiederverwendung vorhandener Materialien und eine widerstandsfähige Fahrbahnkonstruktion.
Hohe Belastungen durch Busverkehr stellen viele Kommunen vor ähnliche Herausforderungen: Verformungen im Asphalt, Spurrinnen und Druckstellen treten insbesondere an Haltestellenbereichen regelmäßig auf. Auch Aschheim stand vor diesem Problem. Gemeinsam mit der Panmax GmbH entschied sich die Gemeinde deshalb für ein alternatives Sanierungsverfahren.
Asphaltverformungen durch hohe Belastung
Im Bereich des Busbahnhofs Dornach hatten sich durch die hohen Traglasten der Busse sowie deren Abwärme zunehmend Verformungen im Asphalt gebildet. Um eine wirtschaftliche und zugleich langlebige Lösung zu finden, entwickelte das Bauamt der Gemeinde gemeinsam mit dem ausführenden Unternehmen einen neuen Aufbau.
Sanierung in mehreren Arbeitsschritten
Zum Einsatz kam eine 25 Zentimeter starke Tragschicht im Panmax-Verfahren sowie eine sechs Zentimeter starke halbstarre Deckschicht. Diese besteht aus offenporigem Asphalt mit einer Bindemittel-Ausschlämmung und soll insbesondere bei hohen Punktbelastungen Vorteile bieten.
Vor Beginn der eigentlichen Stabilisierung mussten zunächst vorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden. Im nördlichen Bereich wurde Pflaster entfernt, um das notwendige Niveau zu erreichen. Anschließend erfolgte ein Vorfräsgang mit einem Bodenstabilisierer zur Vorbereitung der Fläche.

Danach wurde das Bindemittel ausgebracht und die Stabilisierung des vorhandenen Materials begonnen. Ziel des Verfahrens ist es, vorhandene Baustoffe vor Ort wiederzuverwenden und die Tragschicht zu ertüchtigen.
Bereits vier Tage nach Abschluss der Arbeiten zeigten Lastplattendruckversuche nach Angaben des Unternehmens sehr gute Ergebnisse hinsichtlich der Tragfähigkeit. Auch nach den ersten Betriebswochen habe sich die Fläche im Busverkehr bewährt.
Kürzere Bauzeiten und geringerer Materialeinsatz
Nach Angaben von Panmax liegen die Vorteile des Verfahrens vor allem im reduzierten Materialverbrauch sowie in kürzeren Bauzeiten. Durch die Wiederverwendung des vorhandenen Untergrunds sollen Transporte und Entsorgungskosten reduziert werden. Das Unternehmen spricht zudem von möglichen Kosteneinsparungen gegenüber konventionellen Sanierungen.
Die Gemeinde hebt insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Bauamt, Bauhof und ausführendem Unternehmen hervor. Sie habe zu einem koordinierten und reibungslosen Ablauf der Baumaßnahme beigetragen.
Verfahren auch beim Kreisverkehr eingesetzt
Nach der Sanierung des Busbahnhofs entschied sich die Gemeinde, das Verfahren auch bei einem stark belasteten Kreisverkehr in der Münchner Straße einzusetzen. Dort wirken neben Busverkehr auch hohe Belastungen durch Lkw-Verkehr aus einem benachbarten Kieswerk auf die Fahrbahn ein.
Die Arbeiten umfassten das Abfräsen überschüssiger Asphaltflächen, die Stabilisierung im Panmax-Verfahren, den Einbau einer offenporigen Asphaltdecke sowie das anschließende Verschlämmen zur Herstellung der halbstarren Deckschicht. Die Sanierung des Kreisverkehrs erfolgte zwischen dem 30. März und dem 13. April 2026.
GZ-Interview: Straßenbau und Infrastruktur: „Viele Kommunen suchen nach wirtschaftlichen Sanierungslösungen“
Andreas M. Paulus, Geschäftsführer von Panmax über alternative Straßenbauverfahren, kürzere Bauzeiten und den Einsatz von Nanotechnologie im kommunalen Tiefbau.

Steigende Baukosten und knappe Haushalte setzen viele Kommunen unter Druck. Das Unternehmen Panmax aus Lengdorf setzt deshalb auf ein alternatives Sanierungsverfahren, bei dem vorhandenes Material vor Ort stabilisiert und wiederverwendet wird. Geschäftsführer Andreas M. Paulus erklärt im Gespräch, welche Vorteile Kommunen daraus ziehen sollen.
GZ: Herr Paulus, warum stoßen alternative Sanierungsverfahren derzeit auf so großes Interesse?
Andreas M. Paulus: Viele Städte und Gemeinden müssen ihre Infrastruktur erhalten, gleichzeitig stehen oft nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Deshalb wächst das Interesse an Verfahren, die wirtschaftlicher und ressourcenschonender arbeiten als klassische Komplettsanierungen.
Tragfähige und belastbare Tragschicht
GZ: Wie funktioniert das Panmax-Verfahren konkret?
Paulus: Wir recyceln das vorhandene Material direkt vor Ort und stabilisieren es mit einem Silizium-Polymeradditiv sowie Zement. Dadurch entsteht eine tragfähige und belastbare Tragschicht, auf der die spätere Asphaltdecke reduziert werden kann.
GZ: Welche Vorteile ergeben sich daraus für Kommunen?
Paulus: Zum einen können Bauzeiten verkürzt werden, weil weniger Material ausgebaut und transportiert werden muss. Zum anderen erreichen wir nach unseren Erfahrungen deutliche Kostenvorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren. Gleichzeitig verbessert sich die Tragfähigkeit der sanierten Flächen.
GZ: Sie sprechen auch von ökologischen Vorteilen. Was meinen Sie damit?
Paulus: Durch die Wiederverwendung des vorhandenen Materials reduzieren sich Transportwege und Materialverbrauch erheblich. Das wirkt sich positiv auf den CO₂-Ausstoß und den gesamten ökologischen Fußabdruck aus.
GZ: Wo kommt das Verfahren bereits zum Einsatz?
Paulus: Unter anderem bei Straßen, Busbuchten, Fahrradwegen, Parkplätzen oder Lagerflächen. In der Gemeinde Aschheim wurden beispielsweise ein Busbahnhof und ein Kreisverkehr mit unserem Verfahren saniert.
Nanotechnologie
GZ: Welche Rolle spielt dabei die sogenannte Nanotechnologie?
Paulus: Die eingesetzten Polymeradditive verbessern die Materialeigenschaften der Tragschicht. Dadurch erreichen wir eine höhere Elastizität sowie eine bessere Frost- und Taubeständigkeit.
GZ: Was wünschen Sie sich von Kommunen und Planern?
Paulus: Dass innovative Verfahren offen geprüft werden. Am Ende zählt für Kommunen eine wirtschaftliche, langlebige und nachhaltige Lösung.
Kommunale Investitionsmittel 2026
Was Städte und Gemeinden jetzt wissen müssen
Für das Jahr 2026 plant der Freistaat Bayern Investitionsmittel in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für die Kommunen ein. Davon sollen rund 2 Milliarden Euro als pauschales kommunales Investitionsbudget bereitgestellt werden. Die Mittel stehen nach derzeitiger Planung über mehrere Jahre zur Verfügung.
Nach Angaben des Bayerischen Finanzministeriums sollen Kommunen ihre jeweiligen Budgets über mehrere Jahre hinweg nutzen können. Förderfähig sind investive Projekte; reine Unterhalts- oder Instandsetzungsmaßnahmen zählen in der Regel nicht dazu. Ob Straßenmaßnahmen aus dem Investitionsbudget finanziert werden können, dürfte dabei im Einzelfall von Art und Umfang der Maßnahme abhängen. Entscheidend kann unter anderem sein, ob durch eine Maßnahme eine nachhaltige strukturelle Verbesserung der Infrastruktur erreicht wird.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Die Mittel sollen Kommunen flexibel für investive Projekte zur Verfügung stehen
- Mehrere Projekte können über das Investitionsbudget finanziert werden
- Das Mindestinvestitionsvolumen pro Maßnahme liegt bei 50.000 Euro
- Ein fester Höchstbetrag pro Einzelmaßnahme ist derzeit nicht vorgesehen
- Kommunen bleiben selbst verantwortlich für Vergabe- und Haushaltsrecht
- Die konkrete Abwicklung soll über ein digitales Verfahren erfolgen
Einzelheiten zur Antragstellung, zu Abruffristen sowie zur Förderfähigkeit bereits begonnener Maßnahmen befinden sich derzeit noch in der Konkretisierung.
Weitere Informationen sowie aktuelle FAQs stellt das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat bereit:
https://www.stmfh.bayern.de/kommunaler_finanzausgleich/investitionsbudgets/