KOMMUNAL-Tour 2026 zeigt in Elchingen die ganze Faszination des Unimog: Schweizer Taschenmesser auf Rädern
von Constanze von Hassel

Rund 2.000 Fachbesucher, 40 Fahrzeuge und 30 Anbaugerätepartner: Die KOMMUNAL-Tour 2026 von Wilhelm Mayer Nutzfahrzeuge und der Knoblauch GmbH hat sich als Branchentreff für kommunale Praxis etabliert. Zum Abschluss der vier Stationen umfassenden Tour in Elchingen wurde noch einmal deutlich, warum der Unimog bis heute als vielseitigstes Arbeitsgerät im Bauhof gilt.
Festlicher Abschluss einer außergewöhnlichen Tour
Zum Finale präsentierte sich die KOMMUNAL-Tour 2026 in einem ungewohnten Rahmen: Die Branche traf sich in einer stilvollen Festhalle in Elchingen. Nach Stationen am Schluchsee, in Wörth und Aspach bildete der bayerische Termin den Schlusspunkt einer Reihe, die bewusst unterschiedliche Orte gewählt hatte: von der Mehrzweckhalle über das Fußballstadion bis hin zum Unimog-Werk. „Wir freuen uns, dass so zahlreiche Besucher da sind, gerade in dieser außergewöhnlichen Location“, begrüßte Tim Oßwald, Geschäftsführer von Wilhelm Mayer Nutzfahrzeuge, die Gäste. Die Tour habe über die Jahre bereits an vielen unterschiedlichsten Orten Station gemacht: „Flugplätze, Hallen, Klöster: Aber das hier ist noch einmal etwas Besonderes.“
125 Jahre Wilhelm Mayer
Der Standort Elchingen, nahe dem Hauptsitz von Wilhelm Mayer Nutzfahrzeuge in Neu-Ulm, war bewusst gewählt: 2026 feiert das Unternehmen sein 125-jähriges Bestehen. Prof. Gerhard Mayer, Hauptgesellschafter und Vorsitzender des Firmenbeirats, erinnerte an die Wurzeln der Firma, die 1901 von seinem Großvater gegründet wurde. Schon früh habe man über die Landwirtschaft hinausgedacht und Fahrzeuge für unterschiedlichste Einsatzbereiche entwickelt. Diese Idee eines universellen Geräteträgers prägt das Unternehmen bis heute. Dabei stand für Mayer nicht die Rückschau im Mittelpunkt: „Unsere Jubiläen sollen nicht nur die Vergangenheit feiern; für uns war immer entscheidend, uns mit der Zukunft zu beschäftigen.“ Die heutige Veranstaltung zeige, dass das Unternehmen gemeinsam mit Partnern und Kunden gut aufgestellt sei, um die kommenden Herausforderungen zu meistern.
Pioniere der Unimog-Geschichte
Ein zweites Jubiläum unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung: 80 Jahre Unimog. Rolf Trampert von Daimler Truck würdigte das Universal-Motorgerät als Erfolgsmodell, das ohne die enge Zusammenarbeit mit Kommunen und Partnern nicht denkbar wäre. Gerade diese Partnerschaften haben eine außergewöhnliche Tiefe: Die Knoblauch GmbH ist mit 75 Jahren die älteste Unimog-Generalvertretung überhaupt, Wilhelm Mayer blickt auf 72 Jahre Unimog-Vertrieb zurück. Angesichts von 80 Jahren Unimog-Geschichte wird deutlich: Hier stehen echte Pioniere an der Seite des Produkts, Unternehmen, die die Entwicklung des Geräteträgers über Generationen hinweg begleitet und mitgeprägt haben.
Für Trampert setzt die KOMMUNAL Tour einen wichtigen Maßstab: „Sie gibt derzeit einen umfassenden Einblick in den Stand kommunaler Technik in Deutschland.“
Der Unimog: Ein Fahrzeug für alle Fälle
Warum der Unimog bis heute eine Sonderstellung einnimmt, wurde im Fachvortrag von Steffen Völckel deutlich. Vom kompakten Modell mit 190 PS bis zur 350-PS-Maschine deckt das Fahrzeug ein breites Einsatzspektrum ab. Seine eigentliche Stärke liegt jedoch nicht in einzelnen Leistungsdaten, sondern in der Gerätekompetenz:
- mehrere Anbauräume
- hydraulische und mechanische Schnittstellen
- hohe Wendigkeit
- Geländegängigkeit und autobahntauglich
So kann ein Unimog im kommunalen Alltag innerhalb eines Tages unterschiedlichste Aufgaben übernehmen. Früh raus zum Winterdienst, später der Heckenschnitt – und danach noch der Anhängertransport: ein Tag, der zeigt, wie vielseitig der Einsatz ist. Völckel brachte es anschaulich auf den Punkt: Der Unimog sei wie ein „Schweizer Taschenmesser“, nur eben für den Bauhof.
Anbaugeräte machen den Unterschied
Dass diese Vielseitigkeit überhaupt möglich ist, zeigte die große Fahrzeug- und Geräteausstellung. Rund 30 Partnerunternehmen präsentierten Lösungen für nahezu jede kommunale Aufgabe, vom Mähgerät über Streuer bis hin zu Spezialtechnik für Reinigung oder Wasseranwendungen. „Die Fahrzeuge leben davon, dass sie Geräte tragen können“, betonte Oßwald. Erst das Zusammenspiel aus Grundfahrzeug und Anbaugerät mache den praktischen Nutzen im Alltag aus. Die Besucher konnten nicht nur schauen, sondern Technik im Einsatz erleben und direkt mit Herstellern sprechen, ein Konzept, das laut Veranstaltern entscheidend zum Erfolg der Tour beiträgt.
Technik trifft Nachhaltigkeit
Einen erweiterten Blick auf kommunale Aufgaben bot der Vortrag von Eva Hofmann, Geschäftsführerin der Gartenakademie Baden-Württemberg. Sie zeigte, wie moderne Grünflächenpflege stärker ökologisch ausgerichtet werden kann, etwa durch angepasste Mähtechnik, reduzierte Pflegeintensität und biodiversitätsfördernde Konzepte. Gerade hier wird deutlich, welche Rolle moderne Kommunaltechnik künftig spielt: Sie muss nicht nur effizient, sondern auch nachhaltig einsetzbar sein.
Ein Format, das ankommt
Für die Veranstalter ist die Resonanz eindeutig. Die Mischung aus Fachvorträgen, Live-Demonstrationen und direktem Austausch habe sich bewährt. „Es freut uns zu sehen, dass dieses Format so gut angenommen wird“, so Tim Oßwald. Auch Clemens Knoblauch, Geschäftsführer der Knoblauch GmbH, zeigte sich sehr zufrieden, insbesondere mit der Atmosphäre und dem Austausch vor Ort: „Diese Tour lebt davon, dass wir Kommunen, Partner und Hersteller zusammenbringen, genau dieser direkte Dialog macht den Mehrwert aus.“ Die große Beteiligung und das positive Feedback bestätigten den Ansatz der Veranstalter.
Mehr als eine Maschinenschau
Die KOMMUNAL-Tour 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie sich Tradition und Innovation verbinden lassen: 125 Jahre Wilhelm Mayer, 72 Jahre und 75 Jahre Unimog-Generalvertretung bei Wilhelm Mayer und Knoblauch sowie 80 Jahre Unimog und gleichzeitig der klare Blick nach vorn auf die wachsenden Anforderungen in den Kommunen. Der Unimog steht dabei sinnbildlich für diese Entwicklung: als vielseitiger Geräteträger, der sich immer wieder neu anpassen lässt und damit für viele Bauhöfe ein unverzichtbares Werkzeug bleibt.