Zu Gast bei René Gerner, Erster Bürgermeister der Gemeinde Fuchsstadt

GZ Ausgabe GZ-18-2025 vom 25. September '25 | GZ zu Gast bei...
von Constanze von Hassel
Porträt
René Gerner Erster Bürgermeister der Gemeinde Fuchsstadt

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?
Unser schönes Golddorf Fuchsstadt, wir wurden nämlich im Jahr 2022 beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Bezirk mit „Gold“ und landesweit mit „Silber“ ausgezeichnet, liegt im wunderschönen Saaletal im Landkreis Bad Kissingen und zählt knapp 2.000 Einwohner. Zudem bin ich der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Elfershausen in der insgesamt 4.800 Menschen leben.

Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?
Nachdem mein Vorgänger nach 18 Jahren sein Amt niederlegte, wurde ich im Rahmen der Kommunalwahl 2020 zum Bürgermeister gewählt. Auch wenn unsere Größe des Ortes nicht ganz die Einwohneranzahl für einen hauptamtlichen Bürgermeister erreicht, ist bereits mein Vorgänger als hauptamtlicher Bürgermeister gewählt worden. Das hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte ausgezahlt, denn nur dann, wenn man täglich immer vor Ort ist, kann man eine Gemeinde ordentlich bzw. noch besser entwickeln.

Welchem Beruf sind Sie vor Amtsantritt nachgegangen bzw. üben Sie diesen nach wie vor aus?
Gelernt habe ich mal Kfz-Mechaniker, habe dann aber meinen Weg als Polizeibeamter gemacht. Nun ruht mein Beamtenverhältnis, mal schauen, ob es nächstes Jahr auch noch weiterhin ruht. ☺

Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?
Heimat ist mir wichtig. So habe ich mich bereits vor meiner Zeit in der Kommunalpolitik im Vereinsleben insbesondere bei unserem Fußballverein engagiert. Weiterhin macht es mir unwahrscheinlich Spaß etwas voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Wenn ich dann das Heimatgefühl mit dem inneren Motor „etwas bewegen“ zu wollen in Einklang bringe, dann ist die Funktion des Bürgermeisters genau die richtige Position.

Wie haben Sie sich vorbereitet? 
Ich bin ein Mensch, der sich sehr gut auf neue Situationen einstellen kann und eine schnelle Auffassungsgabe hat. Von daher habe ich das einfach auf mich zukommen lassen, da ich wusste, ich werde das dann schon meistern können. Zudem hat man auch eine Verwaltung, in meinem Fall auch eine sehr gute, die jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Das eine oder andere Seminar wurde nach der Wahl natürlich auch besucht.

Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen? 
Die erste große Herausforderung war Corona. Das war schon sehr befremdlich. Neues Amt, Kontaktbeschränkungen, nicht so richtig zu wissen was auf einen zukommt, aber irgendwie ging die Zeit vorbei. Im Nachhinein hat man dann aber auch festgestellt, dass es für den Anfang gar nicht so schlecht war, da man doch aufgrund der ausbleibenden Termine mehr Zeit hatte, um ins „Amt“ zu kommen. In dieser Zeit konnte ich allerdings unsere Großprojekte sehr gut vorbereiten, was dann auch wieder sehr von Vorteil war.

Welche Themen beschäftigen Sie momentan? 
Das ist gemessen an unserer Größe eine ganze Menge. Den Bau des Waldkindergartens, der im Übrigen eine extreme Entlastung für unseren Regelkindergarten bedeutet, steht kurz vor dem Ende. Genauso wie unsere „Hauptschlagader“, eine größere Straße im Dorfverkehr, die sich nach zweijähriger Bauzeit auch dem Ende nähert. Die Erweiterung des Baugebiet soll in Kürze in die zweite Auslegung kommen, weshalb hier noch tiefer in die Planung eingegangen werden muss. 

Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen? 
Das größte Thema in den nächsten Jahren wird die Wasserversorgung darstellen. Hier laufen nach dem Erwerb von zwei Quellen eine Machbarkeitsstudie und verschiedene Untersuchungen, damit wir eine Grundlage haben, das weitere Vorgehen im Gemeinderat zu behandeln. Natürlich ist auch der Bereich der erneuerbaren Energiequellen ein Thema. Die Anzahl der Windräder sollen erweitert, der Solarpark mit seiner 70ha großen Fläche muss im Außenbereich noch fertiggestellt werden, das Nahwärmenetz von der Genossenschaft, wo wir mit dem Verlegen der Rohre in den nächsten Wochen beginnen werden, braucht ebenfalls gemeindliche Unterstützung. Auch der Bau von Batteriespeicher steht bei uns auf dem Programm, da wir aufgrund eines Umspannwerkes unseres Netzbetreibers hierfür die Voraussetzungen erfüllen. 

Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?
Der Job macht unwahrscheinlich viel Spaß, führt aber auch hin und wieder dazu, dass man die Welt nicht mehr versteht, da man mit Sachen persönlich konfrontiert wird, die man nicht für möglich gehalten hätte. Dennoch sollte man sich davon nicht demotivieren lassen, vor allem schon einmal deswegen nicht, weil man es nicht allen recht machen kann.

Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?
Wir fahren eine sehr starke Informationspolitik. So nutzen wir z.B. auch eine Gemeinde-App (Heimat-Info) in der ich jeden Freitag einen Wochenrückblick gebe bzw. über Aktuelles aus der Gemeinde informiere. Aus diesen Mitteilungen kommt es dann zu Gesprächen in der Bevölkerung, was wiederum zu Rückfragen führt und an die Mandatsträger bzw. mich als Bürgermeister herangetragen wird. Unsere Bürger wissen somit zu jeder Zeit was, wann, wie vorgesehen ist.

Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Gerade der Bereich KI wird nicht nur die Kommunalpolitik, sondern unser ganzes Leben verändern. Bereits jetzt ist es schon verwunderlich, was dort geleistet wird. So werden z.B. die Prozesse in der Verwaltung, als auch die Infrastruktur wie Verkehrssteuerung, Energieversorgung, Müllentsorgung in absehbarer Zeit eine nie dagewesene Veränderung hervorrufen.

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?
„Wer rastet, der rostet“ oder „Stillstand ist Rückschritt“, sind für mich wesentliche Grundsätze, die mich täglich unaufgefordert antreiben. Zudem ist auch meine eigene, ständige Selbstreflexion von sehr hoher Bedeutung, damit ich mich immer überprüfen kann, ob ich selbst einem Menschen wie mir begegnen möchte.

Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?
Ich möchte einfach etwas bewegen, was am besten für die nächsten Jahrzehnte eine positive Auswirkung für meine Mitbürgerinnen und Mitbürger hat. Wenn ich dann, wenn ich außer Amt bin, vielleicht bei dem ein oder anderen Projekt mich daran zurückerinnere, wer alles dazu beigetragen hat, dann wird das vielleicht für mich schön sein, hat aber nichts damit zu tun, dass ich das nur deswegen (mit-)initiiert habe. Ansonsten möchte ich als engagierter, bürgernaher, freundlicher, Bürgermeister in Erinnerung bleiben, der nachhaltige Projekte umgesetzt hat.

Constanze von Hassel

Constanze von Hassel, Chefredakteurin

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