Zu Gast bei Michael Sommer, Erster Bürgermeister der Gemeinde Wilburgstetten

GZ Ausgabe GZ-14-2025 vom 17. Juli '25 | GZ zu Gast bei...
von Constanze von Hassel
Porträt
Michael Sommer, Erster Bürgermeister der Gemeinde Wilburgstetten.

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?
Ich vertrete die Gemeinde Wilburgstetten im mittelfränkischen Landkreis Ansbach mit rund 2.100 Einwohnern.

Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?
Mein Amt als Erster Bürgermeister habe ich erstmals am 17. Juni 2014 angetreten. Ich bin hauptamtlich tätig.

Welchem Beruf sind Sie vor Amtsantritt nachgegangen bzw. üben Sie diesen nach wie vor aus?
Ich bin Diplom-Staatswissenschaftler (Univ.) und war bis Ende 2013 für über 16 Jahre als Offizier bei der Bundeswehr tätig.

Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?
Mein Antrieb war und ist, dass ich in meiner Heimatregion eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen wollte. Als Bürgermeister hat man viele Hüte auf. Es ist ein sehr – manchmal zu – breites Aufgabenspektrum und gute Kommunalpolitik kann ganz konkret und spürbar das Lebensumfeld der Menschen verbessern. Ich wollte mich aktiv dafür einsetzen, unsere Gemeinde weiterzuentwickeln – sachlich, lösungsorientiert und immer im Dialog mit der Bürgerschaft.

Wie haben Sie sich vorbereitet?
Neben meiner beruflichen Erfahrung als Führungskraft bei der Bundeswehr hat mir mein Studium der Staats- und Sozialwissenschaften die nötigen Grundlagen vermittelt. Alles Weitere ergab sich aus dem direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern vor und nach der Wahl sowie dem engen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat. Ich habe zugehört, beobachtet und mitgenommen, was vor Ort zählt.

Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?
Die größten Herausforderungen lagen im Management der laufenden Projekte und insbesondere in der strukturellen Aufstellung unserer Verwaltung in der Verwaltungsgemeinschaft Wilburgstetten, deren Vorsitzender ich seit 2014 bin. Zugleich galt es, das Miteinander vor Ort zu stärken und Vertrauen aufzubauen – eine Aufgabe, die mit dem Amt untrennbar verbunden ist. Dies galt umso mehr als 2015 die Flüchtlingskrise begann und ich gerade ein Jahr im Amt war.

Welche Themen beschäftigen Sie momentan?
Aktuell stehen wir vor wichtigen Zukunftsfragen: Wie sichern wir die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum bei schwindenden finanziellen Möglichkeiten? Wie gestalten wir vor diesem Hintergrund die Energiewende für die Menschen vor Ort, z.B. über Genossenschaften? Wie gehen wir mit der Überalterung (Leerstände) und einer für alle erreichbaren Mobilität (Bahnreaktivierung) im ländlichen Raum um?

Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?
Ein zentrales Anliegen ist mir die konsequente Weiterentwicklung unserer digitalen Verwaltung und die Vertiefung der interkommunalen Zusammenarbeit innerhalb unserer Kommunalen Allianz (ILE) hesselberg│limes, insbesonde-
re im Bereich (Ab-)Wassermanagement. Darüber hinaus wird uns die energetische Sanierung kommunaler Liegenschaften (z.B. Grundschule) weiter beschäftigen. Und das alles ziemlich kurz- bis mittelfristig, also innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?
Bleiben Sie authentisch und haben Sie den Mut, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen – sofern sie gut begründet und nachvollziehbar sind. Bei der Kommunikation kommt es auf den Ton und unbedingte Sachlichkeit an. Zuhören, reflektieren und das Gemeinwohl im Blick behalten, sind aus meiner Sicht die wichtigsten Grundlagen erfolgreichen kommunalpolitischen Handelns.

Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?
Ich lege großen Wert auf Transparenz und Beteiligung. Entscheidungen reifen bei mir im Dialog – ob im Gemeinderat, in der Bürgerschaft oder in der Verwaltung. Ein offenes Ohr zu haben und Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, ist mir wichtig. Darüber hinaus arbeite ich mit großen Freiheitsgraden für die Mitarbeiter in Verwaltung und im technischen Bereich. Die Mitarbeiter werden dadurch gefordert und gefördert.

Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung wird die kommunale Arbeit stark verändern – von der Verwaltung über Beteiligungsformate bis hin zu Serviceangeboten. Für uns in Wilburgstetten ist das keine Pflichtaufgabe, sondern eine Zukunftschance. Wir haben Lust darauf und gestalten Digitalisierung aktiv – modern, bürgernah und effizient.

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?
„Den Menschen als Ganzes sehen.“ – Das ist für mich mehr als ein Motto. Ich nehme jeden Menschen so wahr wie er ist. Ich will ein Bürgermeister für alle sein, ansprechbar, nahbar und verlässlich. Die zwischenmenschliche Ebene und das persönliche Gespräch sind mir dabei sehr wichtig. Gerade in Zeiten der Digitalisierung.

Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?
Als Bürgermeister, der zugehört, gestaltet, ermöglicht und sich den vielfältigen Herausforderungen gestellt hat – mit Sachlichkeit, Herz und dem festen Willen, das Beste für Wilburgstetten zu erreichen.

Constanze von Hassel

Constanze von Hassel, Chefredakteurin

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