Zu Gast bei Ludwig Horn, Erster Bürgermeister der Gemeinde Tutzing
von Constanze von Hassel

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?
Ich bin Erster Bürgermeister der Gemeinde Tutzing im oberbayerischen Landkreis Starnberg. Unsere Gemeinde zählt rund 10.000 Einwohner.
Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?
Ich wurde Ende 2023 zum Ersten Bürgermeister gewählt und habe mein Amt am 31. Januar 2024 angetreten. Es handelt sich um eine hauptamtliche Tätigkeit.
Welchem Beruf sind Sie vor Amtsantritt nachgegangen bzw. üben Sie diesen nach wie vor aus?
Vor meinem Amtsantritt war ich als Wirtschaftsinformatiker tätig. Mit dem Beginn meiner Tätigkeit als Bürgermeister habe ich diese berufliche Tätigkeit beendet, um mich voll und ganz meiner Aufgabe in der Kommunalpolitik zu widmen.
Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?
Tutzing ist meine Heimat und ich habe mich schon früh in das Gemeindeleben eingebracht, sei es durch mein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr seit meinem zwölften Lebensjahr oder durch die Organisation des Weinfests am See. Mein Ziel war es stets, das Beste für unsere Gemeinde zu erreichen und aktiv an ihrer Gestaltung mitzuwirken.
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Ich war seit 2020 Mitglied des Gemeinderats und des Kreistags im Landkreis Starnberg. Diese Erfahrungen haben mir wertvolle Einblicke in die kommunalpolitischen Prozesse gegeben und mich fachlich vorbereitet.
Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?
Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die Haushaltslage in den Griff zu bekommen und gemeinsam mit dem Gemeinderat tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Zugleich galt es, laufende Projekte zu übernehmen und neue Initiativen auf den Weg zu bringen, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung.
Welche Themen beschäftigen Sie momentan?
Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit der Nutzung von Seethermie als nachhaltige Energiequelle. Zudem steht die Sanierung der Infrastruktur und die Förderung des sozialen Zusammenhalts in unserer Gemeinde im Fokus.
Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?
Die kommenden Jahre werden davon geprägt sein, die Finanzierung wichtiger Infrastrukturinvestitionen sicherzustellen und Zukunftsprojekte wie die Seethermie voranzubringen.
Darüber hinaus ist es mir wichtig, die Digitalisierung der Verwaltung vollständig umzusetzen sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum weiter voranzutreiben.
Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?
Immer authentisch bleiben.
Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?
Transparente Kommunikation ist mir besonders wichtig. Ich nutze verschiedene Kanäle, um Informationen zu teilen und Feedback einzuholen, sei es über Social Media, Bürgerversammlungen oder direkte Gespräche im Rathaus. Die Einbindung aller Beteiligten ist entscheidend für erfolgreiche Projekte.
Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung wird einen erheblichen Einfluss auf die Kommunalpolitik haben. Sie ermöglicht effizientere Verwaltungsprozesse, bessere Bürgerbeteiligung und neue Formen der Zusammenarbeit. Es ist wichtig, diese Chancen zu nutzen und gleichzeitig die digitale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.
Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?
„Miteinander reden – gemeinsam gestalten.“ Dieser Leitsatz prägt mein Handeln und meine Überzeugung, dass wir gemeinsam mehr erreichen können.
Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?
Ich möchte als Bürgermeister in Erinnerung bleiben, der die Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt hat.