Zu Gast bei Jens Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Weiden i.d.Opf.
von Constanze von Hassel

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?
Ich bin Oberbürgermeister der Stadt Weiden in der Oberpfalz und vertrete knapp 42.500 Einwohner.
Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?
Das Hauptamt des Oberbürgermeisters habe ich im Mai 2020 angetreten, zuvor war ich ab 2008 ehrenamtlicher zweiter Bürgermeister.
Welchem Beruf sind Sie vor Amtsantritt nachgegangen bzw. üben Sie diesen nach wie vor aus?
Ich war bis 2020 als Polizist bei der Kriminalpolizeiinspektion in Weiden eingesetzt.
Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?
Mich hat die Entwicklung meiner Heimatstadt fasziniert und wollte (zunächst als Stadtrat) mitentscheiden.
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Um in den Stadtrat zu kommen, habe ich im Kommunalwahlkampf 2002 mehrere tausend Hausbesuche gemacht. Für das Amt des Oberbürgermeisters haben mir meine 12 Jahre als zweiter Bürgermeister das nötige Rüstzeug mitgegeben.
Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?
Das war zweifellos die Corona-Pandemie, gefolgt vom Kriegsbeginn in der Ukraine und den damit bekannten Herausforderungen.
Welche Themen beschäftigen Sie momentan?
Größte Herausforderung ist die chronische Unterfinanzierung der Kommunen. Wir brauchen in Weiden dringend den Neubau der Realschulen und der Feuerwache. Darüber hinaus finanzieren wir mit Millionenaufwand unser Klinikum in kommunaler Trägerschaft.
Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?
Ich möchte die von mir initiierten und auf den Weg gebrachten Projekte fertigstellen.
Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?
Immer motiviert bleiben und stets nach vorne blicken.
Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?
Neben einer sehr dichten Sitzungstaktung des Stadtrats und seiner Ausschüsse bieten wir mit regelmäßigen Bürger-Workshops und Bürgerversammlungen eine Möglichkeit für alle, sich direkt mit ihrer Expertise einzubringen. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch regelmäßige Besprechungen mit den Führungskräften und einem Monatsgespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern des Personalrats eingebunden. Selbstverständlich finden auch zwei Mal pro Jahr Personalversammlungen statt. Aber auch außerhalb dieser formalen Termine steht mein Büro für Bürgeranfragen, aber natürlich auch für die Kolleginnen und Kollegen offen.
Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung ist schon seit längerer Zeit in der Verwaltung angekommen. Das ermöglicht Service-Angebote für unsere Bürgerinnen und Bürger, die bis vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Auch die direkte Kommunikation mit politischen Entscheidungsträgern ist dank der sozialen Medien nun einfacher möglich.
Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?
„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ (Hermann Hesse)
Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?
Als Oberbürgermeister, der sich mit viel Energie und Leidenschaft eingebracht hat, um die Stadt Weiden zukunftsfähig aufzustellen und darüber hinaus stets ein offenes Ohr für alle Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürgern hat.