Zu Gast bei Dr. Martin Drexler, Erster Bürgermeister der Stadt Wemding
von Constanze von Hassel

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?
Die Stadt Wemding mit dem Ortsteil Amerbach mit 5.757 Einwohnern.
Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?
Seit 2008 bin ich hauptamtlicher Bürgermeister und zeitgleich VG-Vorsitzender.
Welchem Beruf sind Sie vor Amtsantritt nachgegangen?
Ich bin ausgebildeter Bankkaufmann und Rechtsanwalt und war vor Amtsantritt bei der IHK Schwaben tätig.
Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?
Mir war von Anfang an die Bürgernähe und das Vertrauen zu den Wemdinger und Amerbacher Bürgerinnen und Bürgern wichtig, sowie die grundlegenden Kompetenzen in Politik, Haushalt, Recht und Verwaltung, die wesentliche Faktoren einer erfolgreichen und zukunftsgerichteten Stadtentwicklung sind. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und meiner Familie ist eine tragende Säule meiner Arbeit vor Ort..
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Aufgrund meiner Ausbildung war und bin ich für das Amt fachlich gut vorbereitet. Wichtig war mir vor der Wahl das Gespräch mit vielen Bürgerinnen und Bürgern, so habe ich zahlreiche Haushalte besucht.
Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?
Da geht es mir wohl so, wie den meisten anderen Kolleginnen und Kollegen auch: Einen sinnvollen Ausgleich zwischen den absolut notwendigen Investitionen in die Daseinsfürsorge, weitere berechtigte Wünsche der Bürgerinnen und Bürger und den finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu finden.
Welche Themen beschäftigen Sie momentan?
Ich möchte Bürgermeister in einer Stadt sein, in der die Gemeinsamkeit stets im Vordergrund steht. Inhaltlich ist ein großes Thema derzeit die Sanierung unserer Kindertagesstätte St. Marien, außerdem der Ausbau des barrierefreien Pflasters in der Altstadt, der Kanalbau und Schutzmaßnahmen bei Starkregenereignissen sowie die Gestaltung der Lebensqualität vor Ort mit Veranstaltungen und der Attraktivitätssteigerung unseres Stadtgebietes, das als anerkannter Erholungsort beste Voraussetzungen dafür hat.
Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?
Gemeinsam mit dem Stadtrat will ich weitergestalten und weiterentwickeln, um Wemding und Amerbach in eine lebenswerte Zukunft zu führen. Anstehende Projekte sind derzeit die Sanierung der Grund- und Mittelschule, die Neugestaltung des Schlosshofes (rund 6.000 m²!) mitten im Herzen der Altstadt, aber auch Dauerthemen wie die (ärztliche) Gesundheitsversorgung, die Erschließung von Baugebieten für junge Familien, die Unterstützung der lokalen Wirtschaft, der Erhalt einer lebendigen Innenstadt und des vielfältigen Ehrenamtes.
Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?
Alles hat seine Zeit, häufig kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an.
Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?
Für mich hatten Bürgernähe und Kommunikation von Beginn an eine beträchtliche Bedeutung. Bei einer Stadt in der kleinen Größe von Wemding sind natürlich die persönlichen Begegnungen – wenn auch „nur im Vorbeigehen“ auf dem Marktplatz oder bei der ein oder anderen Veranstaltung – wichtig. Neben klassischen Wegen wie Bürgerinformationsveranstaltungen – beispielsweise bei anstehenden Bauprojekten – biete ich verschiedene Kanäle der Kommunikation an, um alle Generationen zu erreichen: digitale Kommunikationswege wie Instagram und Facebook, Bürgersprechstunden – auch am Wochenende – oder die Bürgerversammlungen.
Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung zieht sich wie ein roter Faden durch alle Arbeitsbereiche unserer Verwaltung. Konkrete Beispiele sind das Bürgerserviceportal, digitale Arbeitsprozesse wie E-Rechnung oder die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit.
Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?
Nein.
Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.