Zu Gast bei Dr. Bernhard Resch, Erster Bürgermeister der Stadt Abensberg
von Constanze von Hassel

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?
Die Stadt Abensberg und ihre Ortsteile mit knapp 15.000 Einwohnern.
Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?
Ich habe mein Amt im Oktober 2023 angetreten und bin hauptberuflich 1. Bürgermeister.
Welchem Beruf sind Sie vor Amtsantritt nachgegangen?
Ich war Gesamtleiter des Cabrini-Zentrums im Abensberger Stadtteil Offenstetten, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg.
Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?
Ich liebe es zu gestalten, zu moderieren und meine Heimat mitzuentwickeln. Deshalb war ich bereits neun Jahre lang 2. Bürgermeister der Stadt Abensberg.
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Mein bisheriges berufliches Umfeld war bereits in der Umgebung der Öffentlichen Hand. Zudem kamen die jahrelangen Erfahrungen als 2. Bürgermeister.
Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?
Das Bürgermeisteramt ist ein Amt in einem äußerst heterogenen, komplexen, also dynamischen und komplizierten Umfeld. Da dann tatsächlich schnell Schritt zu fassen, ist eine Herausforderung.
Welche Themen beschäftigen Sie momentan?
Die Generalsanierung der Grundschule Abensberg und der Ersatzneubau unserer Abensbrücke, der einzigen Brücke über die Abens. Die Stadt ist dadurch quasi geteilt – Umwege zu fahren gefällt niemandem, aber letztendlich haben wir keine Wahl. Es ist wie im Western „12 Uhr mittags“: Manche sagen, ach, lass es doch bleiben, das geht doch auch einfacher – aber das wäre das Ende einer verantwortungsvollen Amtsführung.
Die Neuausrichtung unserer Sportanlagen, die kommunale Wärmeplanung sowie ein Klimaschutzkonzept mit ISEK (Integriertes Stadt-Entwicklungs-Konzept, Anm. d. Red.) sind weitere größere Aufgabenfelder.
Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?
Wie viele Kommunen stehen wir vor der Herausforderung, immer größere Aufgaben mit kleiner werdendem Budget bewältigen zu müssen. Ich denke, Kommunalpolitik wird zunehmend priorisieren und der Bevölkerung gut erklären müssen, was möglich und in welchem Umfang realisierbar ist. Und eben auch, was schlichtweg nicht geht.
Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?
Nach zwei Jahren als 1. Bürgermeister bin ich noch kein alter Hase, aber man sollte immer wieder daran denken, welch Privileg es ist, die eigene Heimat mit den Gremien wie dem Stadtrat und der Verwaltung gestalten zu dürfen! Die Freude muss im Vordergrund stehen.
Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?
Ich pflege einen kooperativen und partizipativen Stil. Bürgerinnen und Bürger sind beispielsweise in diversen Foren der Bürgerbeteiligung eingebunden. Bei den jährlichen Bürgerversammlungen in allen Ortsteilen erklärt man sein Vorgehen, auch in Bürgersprechstunden. Grundsätzlich: Man sollte den Sender stets auch auf Empfang stellen, nicht nur auf Senden.
Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Einen hoffentlich nicht zu großen. Das anonyme Medium setzt tendenziell Einzelmeinungen zu hoch an und neigt dazu, schnell negative Bilder und Meinungen zu produzieren. Bei der Entscheidungsfindung und Bürgerbeteiligung in Form von Befragungen via Web etc. birgt es jedoch auch Chancen. Grundsätzlich bevorzuge ich den direkten Kontakt.
Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?
Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.
Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?
Erst einmal wäre ich gerne viele weitere Jahre Bürgermeister. Wenn es dann nicht mehr so ist, möchte ich als lebensfroher, kreativer und sozialer Mensch mit Umsetzungsqualitäten in Erinnerung bleiben, der Politik zur positiven Gestaltung der Heimat im Sinne der Bürgerinnen und Bürger genutzt hat.