Zu Gast bei: Daniel Wendrock, Erster Bürgermeister der Gemeinde Rott a.Inn

GZ Ausgabe GZ-5-2026 vom 26. Februar '26 | GZ zu Gast bei...
von Redaktion
Portrait

Welche Kommune vertreten Sie und wie viele Einwohner zählt sie?
Ich vertrete die Gemeinde Rott a. Inn im nördlichen Landkreis Rosenheim mit rund 4.200 Einwohnern.

Seit wann sind Sie im Amt und sind Sie haupt- oder ehrenamtlich tätig?
Mein berufsmäßiges Bürgermeisteramt übe ich seit 2020 aus.

Welchem Beruf gingen bzw. gehen Sie neben dem Amt nach?
Als diplomierter Verwaltungswirt war ich zuvor bereits zwölf Jahre Verwaltungsleiter in Rott. Ich habe sozusagen „nur“ von einem Führungsstuhl im Rathaus gewechselt.

Was hat Sie persönlich motiviert in die Kommunalpolitik zu gehen?
Eine politische Leidenschaft habe ich wahrscheinlich immer schon verspürt. Hinzu kam: Der Ort und seine Menschen waren mir in meiner Zeit als Verwaltungschef bestens bekannt und an’s Herz gewachsen. In den laufenden Projekten war ich voll drin. Ich wollte sie weiterführen, noch mehr gestalten. Hinzu kam, dass mich mein Amtsvorgänger, mit dem mich eine lange und gute gemeinsame Arbeitszeit verband ausdrücklich zu einer Kandidatur ermuntert hat.

Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?
Fachlich und inhaltlich brauchte ich keine große Einarbeitung. Es ging eher darum sich selber und den Kolleginnen die veränderte Führungsrolle weg vom Verwalter hin zum Gestalter deutlich zu machen. Auch wenn darin nicht zwingend ein Gegensatz liegen muss…

Welche Herausforderungen standen zu Beginn Ihrer Amtszeit im Vordergrund?
Wie bei allen neu gewählten Kolleginnen und Kollegen waren das sicher die veränderten Rahmenbedingungen durch Corona. Und mit dem Neubau der Rotter Schule stand das bislang größte Bauprojekt in der Rotter Kommunalgeschichte an – und dies mitten in der heraufziehenden Wirtschaftskrise im Umfeld von Pandemie und Ukrainekrieg. Am Ende haben wir das alles aber professionell und glückvoll gemeistert.

Auf welches Projekt oder welche Entscheidung Ihrer Amtszeit sind Sie besonders stolz?
Auf vieles: Den termin- und kostentreuen Schulhausneubau habe ich erwähnt, auch der Gigabitausbau als erste Landkreisgemeinde überhaupt sei erwähnt, die umfassende Bürgerbeteiligung durch Beiräte und Arbeitskreise und viele kulturelle Projekte wie den Neuaufbau unserer wunderbaren Bibliothek.

Welche Themen beschäftigen Sie aktuell?
Seit zwei Jahren führen wir intensive juristische und politische Auseinandersetzungen über eine große Flüchtlingsunterkunft, die das Landratsamt bei uns plant. Das war und ist eine große Herausforderung. Aber auch die in den nächsten Jahren anstehenden Infrastrukturprojekte wie ein Kläranlagenneubau, sozialer und seniorengerechter Wohnungsbau oder der Aufbau von Nahwärmenetzen nehmen viel Arbeitszeit, Hirnschmalz aber auch Leidenschaft für sich ein.

Mit welchen Themen möchten oder müssen Sie sich künftig auseinandersetzen?
Die wichtigsten habe ich bereits skizziert. Es sind aber auch viele kleine Herausforderungen denen sich Rott und die Kommunen allgemein in Zukunft entgegen sehen werden, beispielsweise so unterschiedliche Themen wie kommunale Hitzeschutzpläne oder den zunehmenden Fachkräftemängel.

Wie beziehen Sie Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft in Ihre Arbeit und Entscheidungsprozesse ein?
Durch das einzige was man machen kann: Unermüdliche Gespräche führen, ob in regelmäßigen interfraktionellen Besprechungen oder Mitarbeiter-Jour-Fixe oder auch ganz informell. Auch regelmäßige Bürgerumfragen habe ich durchgeführt, ausgewertet, in Entscheidungen einbezogen. Viele Bürgerarbeitskreise wurden gegründet.

Welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Veränderungen haben bereits begonnen: Online-Sitzungen oder die Tatsache, dass man als Gemeinde Social Media aktiv bespielen muss, um die Menschen zu erreichen, sind Beispiele. Dieser Trend wird sich weiter beschleunigen. Und nicht nur zum Vorteil der Kommunalpolitik gereichen. KI-generierte Ansprachen oder Bilder im Raum der Kommunalpolitik sehe ich zum Beispiel sehr schwierig. Immer gilt: Digitalisierung ist wichtig, aber manchmal auch ein Mantra, das wir vor uns her tragen. Sie darf nie Selbstzweck sein. Kommunalpolitik lebt nämlich in erster Linie von ganz analoger Begegnung.

Welchen Rat geben Sie jungen Kolleginnen und Kollegen?
Erstens: Bleibt im Gespräch, untereinander, mit der Bürgerschaft, Euren Gremien, den Mitarbeitern. Zweitens: Wagt es auch einmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wenn Ihr davon überzeugt seid oder sie notwendig werden. Drittens: Bleibt Ihr selbst.

Redaktion

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