Zu Gast bei: Andrea Probst, Erste Bürgermeisterin der Stadt Bogen

GZ Ausgabe GZ-4-2026 vom 12. Februar '26 | GZ zu Gast bei...
von Redaktion
Portrait
Andrea Probst

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?

Stadt Bogen, ca. 11.000 Einwohner

Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?

Seit Mai 2020 bin ich hauptamtlich Erste Bürgermeisterin

Welchem Beruf sind Sie vor Ihrem Amtsantritt nachgegangen bzw. üben Sie diesen nach wie vor aus?

Vor meiner Wahl zur Bürgermeisterin war ich Kriminalbeamtin.

Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?

Ein wichtiger Beweggrund für mich war, Dinge ganz konkret vor Ort gestalten und bewegen zu können. Kommunalpolitik ist nah an den Menschen, nah an ihren Sorgen, Ideen und Hoffnungen. Ich wollte Verantwortung übernehmen und mit kreativen Ansätzen dazu beitragen, dass sich unsere Stadt Bogen positiv weiterentwickelt – mit Entscheidungen, deren Wirkung man unmittelbar sieht und spürt.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Bereits in jungen Jahren war ich politisch aktiv. Als Stadträtin konnte ich bereits gute Einblicke gewinnen wie Kommunalpolitik funktioniert und welche Themen wichtig sind. Das machte den Start leichter. Maßgeblich ist aber immer, dass man das Ohr ganz nah an den Bürgerinnen und Bürgern und auch deren Unterstützung hat. Denn nur so können Themen kanalisiert und ins politische Entscheidungsgremium gebracht werden. In meinem vorherigen Beruf hatte ich viel mit Menschen zu tun und auch mit schwierigen Situationen. Manchmal mussten schnelle Entscheidungen getroffen werden. Diese Erfahrungen, auch wie Verwaltungsprozesse ablaufen, waren wertvoll – ebenso mein Studium der Politischen Wissenschaften. Insgesamt betrachtet empfand ich das alles als guten Werkzeugkasten für das Bürgermeisteramt.

Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?

Mein Amtsantritt im Jahr 2020 fiel unmittelbar in den Beginn der Corona-Pandemie. Das stellte die Stadt, die Verwaltung und die gesamte Gesellschaft vor völlig neue Herausforderungen. Innerhalb kürzester Zeit mussten Entscheidungen getroffen werden, oft unter unsicheren Rahmenbedingungen. Ich hatte wenig persönlichen Kontakt zur Bürgerschaft. Wir waren gefordert, neue Formate zu schaffen, wie z. B. die digitale Bürgersprechstunde. Besonders wichtig war es mir in dieser Phase, Orientierung zu geben, transparent zu kommunizieren und den Zusammenhalt in unserer Stadt zu stärken. Gleichzeitig galt es, den laufenden Betrieb der Stadt aufrechtzuerhalten und verantwortungsvoll in die Zukunft zu planen, da z. B. auch Gewerbesteuereinnahmen wegbrachen.

Welche Themen beschäftigen Sie momentan?

Ein zentrales Thema ist der Neubau unserer fünfzügigen Gesamtgrundschule – das größte Hochbauprojekt in der Geschichte unserer Stadt. Hier investieren wir in die Zukunft unserer Kinder. Darüber hinaus liegt mir die Weiterentwicklung unseres Stadtkerns sehr am Herzen. Ziel ist es, unser „Wohnzimmer“ an aktuelle Anforderungen anzupassen, wie z. B. die Aufenthaltsqualität zu verbessern, sodass sich alle gerne dort aufhalten und einen attraktiven Mittelpunkt erleben.

Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?

Wir werden klug haushalten müssen, damit wir unseren Aufgaben auch zukünftig nachkommen können. Im besonderen Fokus sind natürlich Infrastrukturmaßnahmen, wie z. B. die Kläranlagensanierung, Straßensanierungen oder Investitionen für unsere Feuerwehren. Aber man muss, um Gutes zu schaffen, nicht immer viel Geld ausgeben. Damit meine ich z. B. Projekte, die das gesellschaftliche Miteinander fördern. Hier sehe ich eine besondere Verantwortung als Kommune.

Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?

Mein Rat ist: Hören Sie vor allem zu. Das ist nicht immer einfach, wenn man unter Zeitdruck steht und viele Themen im Kopf hat. Bleiben Sie neugierig und verlieren Sie nie den Respekt vor anderen Meinungen. Kommunalpolitik lebt vom Dialog und von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – auch wenn Entscheidungen manchmal unbequem sind. Authentizität und Verlässlichkeit sind dabei wichtiger als schnelle Schlagzeilen.

Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?

Der persönliche Austausch ist grundlegend - er ist aber nicht immer möglich. Deswegen muss man offen sein, verschiedene Medien zu nutzen. Das schafft Transparenz und Resonanz. Gute Entscheidungen entstehen letztendlich aus Dialog, Vertrauen und gegenseitigem Respekt.

Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?

Die Digitalisierung nimmt jetzt schon eine zentrale Rolle ein. Sie bietet große Chancen, Verwaltungsabläufe effizienter, transparenter und bürgerfreundlicher zu gestalten. Gleichzeitig ist es wichtig, alle Menschen mitzunehmen - digitale Angebote also sinnvoll mit persönlichem Service zu verbinden. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für bessere Kommunalpolitik.

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?

Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen. Und man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten.

Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?

Als Bürgermeisterin, die Bogen nachhaltig bewegt hat.

Redaktion

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