Kathrin Alte, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Anzing Bavaria ruft! Warum wir jetzt unsere Rathäuser öffnen

GZ Ausgabe GZ-8-2025 vom 10. April '25 | Kolumne
von Kathrin Alte
Kathrin Alte: Bavaria ruft! Warum wir jetzt unsere Rathäuser öffnen

Liebe Leserinnen und Leser, es gibt Momente, in denen man spürt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Für mich ist das dieser Sommer – ein gutes halbes Jahr vor der Kommunalwahl am 8. März 2026, passenderweise am Weltfrauentag. Mit der parteiübergreifenden Initiative „Bavaria ruft“ öffnen wir in ganz Bayern die Rathäuser und laden Frauen ein, Kommunalpolitik live zu erleben. Nicht theoretisch, sondern so, wie sie ist: konkret, handfest, manchmal mühsam – und meistens richtig spannend.

Warum der Aufwand? Weil die kommunale Ebene das Rückgrat unserer Demokratie ist – und weil Frauen dort nach wie vor Mangelware sind. Rund zehn Prozent der Bürgermeisterposten in Bayern sind weiblich besetzt. Das ist nicht nur ein Ungleichgewicht, es ist auch verschenktes Potenzial. Als Bürgermeisterin ist für mich ganz klar: Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von Frauen können wir unser Dorf und übrigens auch die Kirche zusperren, denn unsere Gemeinschaft wird von so viel weiblicher Tatkraft getragen, nur eben noch nicht im politischen 
Ehrenamt im Gemeinderat. 

„Bavaria ruft“ ist überparteilich und bayernweit organisiert und prominent unterstützt von Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Sozialministerin Ulrike Scharf, Innenminister Joachim Herrmann und Fraktionschefin Katharina Schulze. 

Zahlreiche Kooperationspartner wie der Landesfrauenrat, der Katholische Frauenbund in Bayern, der Bayerische Jugendring, die Landjugend, die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband, Landesverband Frauenlisten e.V. und FidiP – Frauen in die Politik e.V. helfen mit, mehr Frauen für das politische Ehrenamt zu gewinnen. Das „Team Bavaria“ ergänzen Bürgermeisterinnen, Abgeordnete und viele mehr. Unser Vorbild ist „Helvetia ruft“ aus der Schweiz – dort hat man den Frauenanteil in kurzer Zeit deutlich gesteigert. Unser Ziel ist genauso schlicht wie groß: Mehr Frauen in die Räte.

Wie? Durch drei Dinge:

  • Rathäuser öffnen. Wer weiß denn schon, was wir im Gemeinderat wirklich machen? Wir zeigen’s.
  • Politisches Ehrenamt wertschätzen und erleichtern: Hybride Sitzungen, flexiblere Zeiten, Kinderbetreuung – Demokratie muss mit dem Alltag vereinbar sein.
  • Vorbilder sichtbar machen: Bürgermeisterinnen und vor allem Gemeinde- und Stadträtinnen sowie Kreisrätinnen: Frauen, die schon längst Verantwortung tragen.

Wir brauchen weitere Unterstützung!

Liebe Kollegen Bürgermeister, Sie sind schon mittendrin in der Kommunalpolitik. Genau deshalb brauchen wir Sie bei „Bavaria ruft“. Denn es geht nicht darum, Männer schlecht aussehen zu lassen – im Gegenteil! Es geht darum, dass wir nur im Team erfolgreich sind: Wir brauchen Frauen und Männer, die gemeinsam Verantwortung für die Demokratie vor Ort übernehmen.
Am 8. März 2026 werden die Karten neu gemischt. Bis dahin liegt Arbeit vor uns: Listen aufstellen, Themen vorbereiten, Frauen sichtbar machen, Mehrheiten respektvoll gewinnen. Aber glauben Sie mir: Kommunalpolitik fordert zwar manchmal Nerven und wir wollen auch keine Probleme kleinreden. Aber wir alle können ein gutes Beispiel geben, um andere zu motivieren mitzumachen: Kommunalpolitik macht Spaß, schenkt Sinn, Gemeinschaft und das gute Gefühl, am Montag ins Rathaus zu gehen und zu denken: Das haben wir für unsere Bürgerinnen und Bürger möglich gemacht. Mehr Infos auf www.bavariaruft.de.

Portrait: Kathrin Alte

Kathrin Alte, Mitglied des geschäftsführenden KPV-Landesvorstands und Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Anzing

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