Kommunalwahl 2026: Zahlreiche Stichwahlen

GZ Ausgabe GZ-6-2026 vom 12. März '26 | Wahlergebnisse Bayern
von Doris Kirchner
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Rund zehn Millionen Wahlberechtigte haben am 8. März in Bayern über ihre künftigen Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte abgestimmt. Zudem wurden die Mitglieder der Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte neu gewählt. Viele Entscheidungen über kommunale Spitzenämter fallen jedoch erst in zwei Wochen: In zahlreichen Städten und Landkreisen kommt es zu Stichwahlen.

In 22 der 25 kreisfreien Städte fanden Oberbürgermeisterwahlen statt. In den meisten Städten erreichte im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit.

Nur in wenigen Städten fiel die Entscheidung bereits in der ersten Runde: Coburg: Dominik Sauerteig (SPD) – 62 Prozent, Neu-Ulm: Katrin Albsteiger (CSU) – 60,0 Prozent, Schwabach: Peter Reiß (SPD) – 63,0 Prozent, Straubing: Markus Pannermayr (CSU) – 64,4 Prozent, Kaufbeuren: Stefan Bosse (CSU/FW) – 56,9 Prozent, Fürth: Thomas Jung (SPD) – 72,1 Prozent.

In zwei Wochen erneuter Gang zur Wahlurne

In den vier größten Städten Bayerns entscheidet jeweils eine Stichwahl über das Oberbürgermeisteramt. In München erreichte Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) 35,6 Prozent der Stimmen, gefolgt von Dominik Krause (Grüne) mit 29,4 Prozent. In Nürnberg kam Oberbürgermeister Marcus König (CSU) auf 45,9 Prozent, sein Herausforderer Nasser Ahmed (SPD) auf 26,5 Prozent. In Regensburg liegt CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein mit 37,5 Prozent vor Helene Sigloch (Grüne), die 18,9 Prozent erzielte. In Augsburg vereinte Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) 34,0 Prozent auf sich, Florian Freund (SPD) kam auf 19,9 Prozent.

CSU dominiert viele Landratswahlen

Bei den Landratswahlen konnten zahlreiche Kandidaten der CSU bereits im ersten Wahlgang gewinnen. Dazu zählen unter anderem: Sebastian Gruber (Freyung-Grafenau, 89,1 Prozent), Mario Götz (Bad Kissingen, 74,5 Prozent), Bernd Sibler (Deggendorf, 73,1 Prozent), Werner Bumeder (Dingolfing-Landau, 65,2 Prozent), Dr. Alexander Legler (Aschaffenburg, 63,4 Prozent), Stefan Frey (Starnberg, 59,2 Prozent), Raimund Kneidinger (Passau, 58,6 Prozent), Martin Sailer (Augsburg, 57,9 Prozent), Dr. Hans Reichhart (Günzburg, 57,0 Prozent) und Jonas Gleich (Kulmbach, 51,2 Prozent).

Eine Überraschung gab es im Landkreis Fürstenfeldbruck: Amtsinhaber Thomas Karmasin (CSU) verfehlte mit 45,2 Prozent die absolute Mehrheit und muss in der Stichwahl gegen Ronja von Wurmb-Seibel (Grüne, 21,8 Prozent) antreten.

Freie Wähler in Hochburgen erfolgreich

Regional stark präsentierten sich erneut die Freien Wähler. Direkt zum Landrat beziehungsweise zur Landrätin gewählt wurden: Tanja Schweiger (Landkreis Regensburg), Tamara Bischof (Kitzingen), Anton Speer (Garmisch-Partenkirchen), Alex Eder (Unterallgäu), Armin Kroder (Nürnberger Land), Sonja Rahm (Rhön-Grabfeld) und Florian Wiedemann (Landkreis Bayreuth)

CSU sieht sich weiterhin als „Kommunalwahlpartei Nummer eins“

CSU-Generalsekretär Martin Huber sprach von „sehr guten Ergebnissen“ für seine Partei. „Die CSU ist und bleibt die Partei der Kommunen in Bayern“, erklärte Huber. Auch wegen zusätzlicher Konkurrenz durch die AfD sei es zu vielen Stichwahlen gekommen.

Auch Ministerpräsident und CSU-Parteichef Markus Söder zog nach der ersten Runde ein insgesamt positives Zwischenfazit. „Das war ein guter Sonntag für die CSU“, sagte er. Man sehe sich weiterhin als „Kommunalwahlpartei Nummer eins mit Abstand vor allen anderen“.

Nach Angaben der Partei gewann die CSU bei 62 Landratswahlen 24 Landratsämter direkt, in 30 Landkreisen gehe sie in die Stichwahl. Bei den Oberbürgermeisterwahlen errang sie 11 Direktmandate und steht in 22 Städten in der Stichwahl. Auch bei Bürgermeisterwahlen habe die CSU „sehr gute Ergebnisse“ erzielt und rechne insgesamt damit, am Ende mehr Mandate zu gewinnen als bei der vergangenen Kommunalwahl.

Söder sprach von „viel Licht und großen Erfolgen“, räumte aber auch Enttäuschungen ein. Auffällig sei gewesen, dass der Amtsbonus amtierender Kandidaten nicht überall so stark gewirkt habe wie in früheren Wahlen.

Als besonders schmerzhaft bezeichnete er das Ergebnis in Bamberg: Dort verpasste die frühere Gesundheitsministerin Melanie Huml den Einzug in die Stichwahl und landete auf Platz drei. Positiv bewertet wurde dagegen die Rückgewinnung der Landkreise Kulmbach und Miltenberg.

Besonders spannend seien nun Stichwahlen in mehreren Städten. In Hof, Erlangen und Weiden habe die CSU amtierende Bürgermeister herausgefordert und den Einzug in die Stichwahl geschafft. Zugleich betonte Söder, dass seine Partei keine zentralen Empfehlungen für Stichwahlen geben werde. Entscheidungen über mögliche Kooperationen sollten vor Ort getroffen werden.

Auffällig sei zudem, dass es keine Stichwahlkonstellationen mit Beteiligung der AfD gebe, auch wenn die Partei in einzelnen Kommunen beachtliche Ergebnisse erzielt habe. Söder selbst hatte nach eigenen Angaben rund 80 Wahlkampftermine absolviert und kündigte weitere Unterstützung für die Stichwahlen an.

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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