Folge 14: Philipp Eisenmann | IFAT 2026 - Wie Umwelttechnologie Kommunen resilienter macht Plattform für Lösungen und Zuversicht

GZ Ausgabe GZ-7-2026 vom 26. März 2026 | Podcast „Das gute Beispiel“
von Redaktion

Um sich den Podcast hier anzeigen zu lassen, müssen Sie der Verwendung von externen Medien zustimmen. Alternativ finden Sie den Podcast auch direkt bei Spotify.

Trotz Krisen, Kostendruck und wachsender Unsicherheiten bleibt für Kommunen eine zentrale Aufgabe unverändert: Sie müssen die Daseinsvorsorge zuverlässig sichern. Genau hier setzt die IFAT an. Für Philipp Eisenmann, Exhibition Director der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, ist sie weit mehr als eine Produktschau. Sie ist ein Treffpunkt für Praktiker, ein Ort des Austauschs – und ein Signal, dass es für die großen kommunalen Herausforderungen bereits heute konkrete Lösungen gibt.

Eisenmann begleitet die IFAT seit 13 Jahren. In dieser Zeit habe sich die Bedeutung der Umwelttechnologien massiv verändert. Themen wie Wasserknappheit, Starkregen, Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz, Spurenstoffe oder der Schutz kritischer Infrastruktur seien heute stärker im Fokus denn je. Auf der Messe werde sichtbar, was vielerorts im Alltag kommunaler Entscheider oft untergeht: wie innovationsstark die Branche inzwischen ist – und wie praxisnah ihre Antworten ausfallen.

Gerade für Städte und Gemeinden sei dieser Praxisbezug entscheidend. Die IFAT wolle keine fernen Zukunftsvisionen präsentieren, sondern Lösungen, „die man anfassen kann“: Technologien, Fahrzeuge, Anlagen und Systeme, die sich im kommunalen Alltag bewähren müssen. Vertrauen entstehe dort, wo Verantwortliche Produkte nicht nur auf dem Papier sehen, sondern im direkten Gespräch mit Herstellern, Planern und Anwendern erleben können.

Ein großes Zukunftsfeld ist für Eisenmann die klimaresiliente Wasserinfrastruktur. Kommunen müssten sich zugleich auf Dürreperioden und Starkregen einstellen. Internationale Beispiele zeigten, wie viel bereits möglich ist: von Regenrückhaltebecken über „Schwammstadt“-Konzepte bis hin zu multifunktionalen Flächen, die im Alltag als Spiel- oder Aufenthaltsorte dienen und im Ernstfall Wasser aufnehmen. Der Blick ins Ausland helfe, erfolgreiche Modelle schneller in den kommunalen Alltag zu übertragen.

Auch beim Abwasser sieht Eisenmann einen grundlegenden Wandel. Kläranlagen würden zunehmend nicht mehr nur als Reinigungsorte verstanden, sondern als Energie- und Rohstoffstandorte. Die Nutzung von Abwasserwärme für die kommunale Wärmeplanung, Pilotprojekte in Bayern oder neue Wege zur Energieneutralität von Anlagen zeigten, wie stark sich das Feld entwickle. Hinzu kommen Herausforderungen wie PFAS, Arzneimittelrückstände und der Ausbau der vierten Reinigungsstufe – Themen, die viele Kommunen in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen werden.

Ebenso wichtig ist für ihn die Kreislaufwirtschaft. Phosphor-Rückgewinnung, Urban Mining, Recycling von Baustoffen, Batterien oder Textilien: Städte und Gemeinden würden immer stärker auch als Rohstoffdepots verstanden. Dahinter steht ein Perspektivwechsel, der für Kommunen strategisch relevant ist: Weg vom bloßen „Abfall“, hin zum Wertstoff und zur Rückgewinnung knapper Ressourcen.

Zugleich rückt der Schutz kritischer Infrastruktur stärker in den Mittelpunkt. Cyberangriffe, Sabotage, Ausfälle in Wasser- oder Abwassersystemen – all das gehört inzwischen zur kommunalen Risikovorsorge. Pauschale Patentrezepte gebe es nicht, sagt Eisenmann. Umso wichtiger sei es, dass das Thema offen diskutiert werde und Kommunen voneinander lernen.

Sein Fazit ist eindeutig: Die IFAT soll Mut machen. Wer durch die Hallen gehe, spüre nicht Resignation, sondern Aufbruch. Für kommunale Entscheider ist das vielleicht die wichtigste Botschaft: Die Probleme sind groß – aber die Lösungen wachsen mit.

Redaktion

Redaktion

Ihre optimale Website-Nutzung

Diese Website verwendet Cookies und bindet externe Medien ein. Mit dem Klick auf „✓ Alles akzeptieren“ entscheiden Sie sich für eine optimale Web-Erfahrung und willigen ein, dass Ihnen externe Inhalte angezeigt werden können. Auf „Einstellungen“ erfahren Sie mehr darüber und können persönliche Präferenzen festlegen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Detailinformationen zu Cookies & externer Mediennutzung

Externe Medien sind z.B. Videos oder iFrames von anderen Plattformen, die auf dieser Website eingebunden werden. Bei den Cookies handelt es sich um anonymisierte Informationen über Ihren Besuch dieser Website, die die Nutzung für Sie angenehmer machen.

Damit die Website optimal funktioniert, müssen Sie Ihre aktive Zustimmung für die Verwendung dieser Cookies geben. Sie können hier Ihre persönlichen Einstellungen selbst festlegen.

Noch Fragen? Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Nutzer in der Datenschutzerklärung und Impressum!

Ihre Cookie Einstellungen wurden gespeichert.