Zu Gast bei: Florian Adam, Erster Bürgermeister der Gemeinde Fensterbach

GZ Online, 17. März '26 | GZ zu Gast bei...
von Constanze von Hassel
Portrait

Welche Kommune vertreten Sie und wie viele Einwohner zählt sie?
Ich darf die wunderschöne Gemeinde Fensterbach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz mit rund 2.400 Einwohnern vertreten.

Seit wann sind Sie im Amt (und sind Sie haupt- oder ehrenamtlich tätig)?
2020 wurde ich zum 2. Bürgermeister gewählt. Aufgrund der Dienstunfähigkeit meines Vorgängers wurde mir das Vertrauen bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl geschenkt. Seit dem 01.10.2025 darf ich mich als ehrenamtlicher Bürgermeister für die Gemeinde und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen.

Welchen Beruf übten Sie vor Amtsantritt aus?
Hauptberuflich bin ich immer noch Berufssoldat.

Was hat Sie persönlich motiviert in die Kommunalpolitik zu gehen?
Mich hat vor allem der Wunsch motiviert, meine Heimat aktiv mitzugestalten und Verantwortung für unsere Gemeinde zu übernehmen. Kommunalpolitik bedeutet für mich, unmittelbar vor Ort etwas bewegen zu können und konkrete Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.

Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?
In der Zeit als Gemeinderat und anschließender Wahl zum 2. Bürgermeister konnte ich erste Einblicke gewinnen. Durch lange Vertretungsphasen konnte ich auf eine gewisse Art und Weise in die Aufgaben hineinwachsen und tiefgreifende Einblicke erlangen. Das hat mich weiter motiviert, aber mit der Tätigkeit beginnt eine Ausbildung, welche man meines Erachtens aber nie abschließen wird.

Welche Herausforderungen standen zu Beginn Ihrer Amtszeit im Vordergrund?
Zu Beginn standen insbesondere organisatorische Themen sowie die Sicherstellung des laufenden Betriebs, vor allem in der Verwaltung im Mittelpunkt. So mussten wir innerhalb kürzester Zeit einen neuen Geschäftsleiter und Kämmerer suchen. Teilweise war in dieser Phase die Kommune handlungsunfähig, so dass ich mich in sehr viele Themen ohne große Vorerfahrung mit viel Zeiteinsatz selbst einarbeiten musste. Gleichzeitig galt es, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde im Blick zu behalten.

Auf welches Projekt oder welche Entscheidung Ihrer Amtszeit sind Sie besonders stolz?
Durch die erst vor kurzem erfolgte Wahl sind aktuelle Projekte meinem Vorgänger zu verdanken.

Welche Themen beschäftigen Sie aktuell?
Aktuell beschäftigen uns die nun anstehenden Projekte der kommenden drei Jahre, in denen vorrangig das Kinderhaus erweitert, die Grundschule für die Ganztagsbetreuung umgebaut und der Breitbandausbau in Fensterbach umgesetzt wird. Diese Vorhaben mit einer soliden Haushaltsplanung zu verknüpfen, wird eine große Herausforderung werden.

Mit welchen Themen möchten oder müssen Sie sich künftig auseinandersetzen?
Große Bauchschmerzen bereitet mir die alternde Infrastruktur im Bereich der Wasserversorgung. Hier werden in den nächsten Jahren Millioneninvestitionen notwendig sein, welche zusätzliche Kosten für alle Bürger auslösen werden. Hier hat sich bei uns einiges angestaut, was es nun gilt, in Angriff zu nehmen und sukzessive zu ertüchtigen.

Wie beziehen Sie Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft in Ihre Arbeit und Entscheidungsprozesse ein?
Mir ist eine transparente und offene Kommunikation sehr wichtig. Entscheidungen werden im engen Austausch mit der Verwaltung vorbereitet und im Gemeinderat sachlich diskutiert. Hierbei lege ich sehr großen Wert auf Transparenz gegenüber dem Gemeinderat. Darüber hinaus setze ich auf den Dialog mit der Bürgerschaft – sei es bei Bürgerversammlungen, Veranstaltungen oder im persönlichen Gespräch.

Welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung wird Prozesse effizienter gestalten und den Bürgerservice verbessern. Gleichzeitig bietet sie neue Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und Transparenz. Wichtig ist jedoch, die digitale Entwicklung verantwortungsvoll umzusetzen und niemanden dabei zurückzulassen.

Welchen Rat geben Sie jungen Kolleginnen und Kollegen?
Mein Rat ist: Bleiben Sie authentisch, hören Sie den Menschen zu und verlieren Sie nie den Blick für das Gemeinwohl. Kommunalpolitik lebt vom Engagement und vom respektvollen Miteinander – und davon, auch in herausfordernden Zeiten Verantwortung zu übernehmen.

Constanze von Hassel

Constanze von Hassel, Chefredakteurin

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