Landkreis Pfaffenhofen: Bürgerprojekte demonstrieren Vielfalt

GZ Ausgabe GZ-1/2-2026 vom 15. Januar '26 | Aus den Kommunen
von Doris Kirchner
Gruppenfoto vor Bus
Unterwegs mit dem Bergbus der DAV Sektion Pfaffenhofen-Asch e.V.. Foto:DAV Sektion Pfaffenhofen-Asch e.V.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung der ersten Bürgerengagement-Runde der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm e. V. wurden jetzt alle zwölf geförderten Maßnahmen noch einmal vorgestellt. „Engagierte Bürger sind das lebendige Herz unserer Gesellschaft und machen unseren Landkreis ein Stück lebens- und liebenswerter“, erklärte LAG-Managerin Tina Schuler und dankte den Akteuren für ihren Einsatz.

Ein deutliches Zeichen für Inklusion setzte die Arbeitsgemeinschaft „Menschen mit Handicap“ in Scheyern. Sie erhöhte die Zahl der Bänke rund um den Ort, um Senioren und Menschen mit Handicap mehr Rast- und Kommunikationsmöglichkeiten zu bieten. Die Bänke sollen Lebensqualität sichern, Begegnungen ermöglichen und Einsamkeit vorbeugen. Zuvor war der Bedarf gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ermittelt worden. 

In Rohrbach hat der TSV den im Rahmen eines LEADER-Konzepts geplanten Beachvolleyballplatz als erste konkrete Maßnahme eines Outdoor-Breitensportzentrums umgesetzt. Das neue Angebot wurde im Rahmen eines Turniers feierlich eingeweiht und steht nun allen Bürgern zum ungezwungenen Sporttreiben, Treffen mit Freunden und Kennenlernen Gleichgesinnter offen.

Die Gestaltungsgemeinschaft InterKulturGarten Pfaffenhofen an der Ilm und das Aktionsbündnis „Pfaffenhofen an der Ilm summt! – Wir tun was für Bienen“ boten drei Kurse für naturnahes Mähen mit der Sense an. Der Schwerpunkt lag auf dem richtigen Umgang mit der Sense einschließlich Wetzen und Dengeln. Für die Schulungen wurden ergonomische, verstellbare Holzsensen angeschafft, die ein österreichischer Sensenverein entwickelt hat. 

Die Ortsgruppe Pfaffenhofen des Bund Naturschutz ließ die Studie „Grüne Klimaschützer bewahren“ erstellen. Dafür wurden deutschlandweit Städte unterschiedlicher Größe mit Vorbildcharakter befragt. Entstanden ist ein Katalog mit 99 Maßnahmen zum Baumerhalt im Siedlungsraum. Bei einer öffentlichen Infoveranstaltung wählten die Anwesenden daraus 15 Favoriten, die in Kurzform an die Gemeinden im Landkreis verteilt werden sollen. 

Auf dem drei Hektar großen Gelände der NaturFreunde Pfaffenhofen mit Bikepark, Mountainbike-Trails, Übungsflächen und drei Biotopen wurde ein „Waldsofa“ angeschafft. Dabei handelt es sich um eine Sozialliege, die als Ort zum Verweilen und zur Stärkung des Miteinanders dient.
Du willst raus? – Steig ein!

Unter dem Motto „Du willst raus? – Steig ein!“ bot der DAV-Bergbus des Deutschen Alpenvereins Pfaffenhofen-Asch e. V. im Jahr 2025 acht Fahrten in attraktive Bergregionen an. Pro Fahrt konnten bis zu 50 Personen teilnehmen: Mitglieder und Nichtmitglieder, junge und ältere Menschen, Wanderer, Kletterer, Familien, Gruppen oder Einzelpersonen. Ziel war es, „gemeinsam, klimafreundlich, kostengünstig und entspannt in die Berge“ zu reisen. 

Auch die Holledauer Schachfreunde e. V. erhielten im Rahmen der LEADER-Förderung Mittel aus der „Unterstützung Bürgerengagement“. Für die dreieinhalbtägigen „1. Holledauer Schachopen“ im Deutschen Hopfenmuseum Wolnzach wurden 50 Holzgarnituren und digitale Schachuhren angeschafft. Rund 110 Teilnehmer aus ganz Bayern und darüber hinaus kamen zu dem Turnier zusammen.

Die Dorfgemeinschaft Geroldshausen richtete einen dringend benötigten Gemeinschafts- und Meetingraum ein. Mit Hilfe der Förderung konnten ein großer Konferenztisch, Stühle, Schränke sowie ein Fernseher mit entsprechenden Schnittstellen angeschafft werden. Der Raum steht nun allen ortsansässigen Vereinen und der gesamten Dorfbevölkerung offen und kann darüber hinaus für Kurse und Unterricht genutzt werden.

Der neu gegründete Verein „Aktionstag Schmerzfrei e. V. – Unterstützung und Begleitung von Menschen mit chronischen Schmerzen im Landkreis Pfaffenhofen“ informierte bei seiner Veranstaltung über vielfältige Ansätze der Schmerztherapie und -bewältigung. Im Sinne des Bürgerengagements wurden die Vernetzung der Betroffenen gestärkt, der Austausch zwischen Ärzten, Therapeuten und Wegbegleitern gefördert und durch Vorträge Aufklärungsarbeit geleistet.

Unter dem Motto „Nie wieder still“ stand der zweite Christopher Street Day (CSD) in Pfaffenhofen, organisiert vom Verein Queer Pfaffenhofen. Ziel war es, zu informieren und zu vernetzen, Hass und Gewalt entgegenzuwirken und Menschen miteinander zu verbinden. Dank einer Unterstützung konnten die Kosten für Bühnentechnik, Moderation und eine Künstlerin größtenteils gedeckt werden.

Ein weiteres starkes Zeichen für Integration und interkulturellen Austausch setzte der AWO-Ortsverein Wolnzach e. V. mit dem neu angelegten InterKulturGarten. Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger, Familien sowie Geflüchtete aus Syrien und der Ukraine arbeiteten gemeinsam an der naturnahen Gartenanlage. Mit LEADER-Förderung konnte ein Gartenhaus errichtet werden, in dem nun gespendete Werkzeuge und Materialien für die Pflege der mehr als elf Hochbeete lagern.

Eine weitere Maßnahme war der Fachtag der Fachstelle Trauma. Das fast 400 Jahre alte „Schutzhäusl“ hat sich zu einer sicherheitsgebenden Anlaufstelle für Menschen entwickelt, denen ein Verlust, eine Diagnose, ein Unfall oder Erfahrungen mit psychischer, physischer oder sexualisierter Gewalt den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Zur Feier des einjährigen Bestehens der Fachstelle lud der Verein A.p.e. zu einem Fachtag mit Tag der offenen Tür ein.

Projekt abgeschlossen

Das Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ der LAG, das 2024 gestartet war, ist damit nach knapp einem Jahr offiziell abgeschlossen. An die zwölf ausgewählten Maßnahmen der ersten Runde flossen insgesamt 41.456 Euro. 90 Prozent der Mittel stammen aus LEADER-Geldern, 10 Prozent trägt die LAG selbst. Der erste stellvertretende Vorsitzende, Bürgermeister Wolfgang Hagl (Hettenshausen), zeigte sich beeindruckt: „Sie alle haben heute gezeigt, wie viel Herzblut in Ihren Projekten steckt. Engagierte Bürger wie Sie machen unseren Landkreis lebendig!“     

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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