Landkreis Fürstenfeldbruck: Neues Notfalllager setzt Maßstäbe für den Katastrophenschutz
von Constanze von Hassel

Der Landkreis Fürstenfeldbruck setzt einen zentralen Meilenstein für seine Sicherheitsarchitektur. Im Mammendorfer Gewerbegebiet wurde beim Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbands das neue Notfalllager als erster Teil des entstehenden Katastrophenschutzzentrums offiziell in Betrieb genommen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Landrat Thomas Karmasin, MdL Benjamin Miskowitsch und Kreisbrandrat Christoph Gasteiger übergaben gemeinsam mit zahlreichen Gästen die Hallen ihrer Bestimmung. Damit wird ein Vorhaben Realität, das bereits nach dem Pfingsthochwasser 1999 als kommunale Lehre formuliert worden war.
Der Innenminister betonte in seiner Rede die Bedeutung dieses Standorts für den Schutz der Bevölkerung. Er sprach von einer Grundbedingung einer stabilen demokratischen Gesellschaft und hob hervor, dass eine bestmögliche Vorbereitung auf drohende Katastrophen lokale Vorhaltungen von Spezialgerät zwingend erfordere. Er würdigte, dass der Landkreis Ende 2024 die weitläufige Bestandsimmobilie erworben und im vergangenen Jahr für die Nutzung ertüchtigt habe. Mit dem neuen Katastrophenschutzzentrum entstehe ein zentraler Ort, an dem Notfalllager, Kreiseinsatzzentrale und Kreisbrandinspektion künftig unter einem Dach zusammengeführt würden.
Herzstück des Mammendorfer Areals sind zwei große Hallen, mehrere Nebenhallen sowie ein Büro- und Verwaltungsgebäude, das später zur modernen Kreiseinsatzzentrale umgebaut werden soll. In den Hallen werden Sandsäcke, Pumpen, Notstromaggregate, Zeltmaterial, Beleuchtungsausstattung und Spezialgerät für Sturm- und Hochwassereinsätze wettergeschützt und jederzeit abrufbereit vorgehalten. Die frühere Praxis der dezentralen Lagerung zwischen dem Wertstoffhof Eichenau und Hallen am Fliegerhorst wird damit beendet. Die zentrale Struktur schafft klare logistische Vorteile, die sich unmittelbar auf Einsatzzeiten, Nachversorgung und Gesamtkoordination auswirken.
Landrat Thomas Karmasin ordnete das Projekt als Grundvoraussetzung für wirksame Krisensteuerung ein. Er zeigte sich erleichtert, dass der Landkreis die Chance nutzen konnte, Notfalllager und Kreiseinsatzzentrale gemeinsam mit Atemschutzübungsstrecke und zentraler Atemschutzwerkstatt in Mammendorf zu vereinen. Für eine gute Bewältigung von Schadenslagen brauche es gute Leute, gute Vorbereitung und gute Ausstattung, erklärte der Landrat und dankte Feuerwehr und Kreistag für die Unterstützung. Der Anfang sei mit der Nutzung der Hallen gemacht, nun würden die weiteren Ausbauschritte folgen.
Einheitliche logistische Basis
Kreisbrandrat Christoph Gasteiger hob die Bedeutung des Standorts ebenfalls hervor. Schon seit Jahren sei klar gewesen, dass der Landkreis eine einheitliche logistische Basis benötige, um Material, Fahrzeuge und Führungsmittel effizient zu bündeln. Das neue Katastrophenschutzzentrum schaffe nun Bedingungen, die den Anforderungen der Zeit entsprechen. Für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute entstünden optimale Voraussetzungen für Ausbildung und Einsatz. Wichtig seien nicht Orden, sondern gute Arbeitsbedingungen, die schnelle und koordinierte Hilfe ermöglichen.
Große Unterstützung erhielt das Projekt auch aus der Kommunalpolitik. Der Mammendorfer Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch begleitete den Prozess von den ersten Standortüberlegungen bis zum Erwerb der Flächen. Er sprach öffentlich von einem Katastrophenschutzzentrum der Premiumklasse und unterstrich die Bedeutung für die Leistungsfähigkeit der örtlichen Einsatzkräfte.
Für die Städte und Gemeinden im Landkreis bringt der neue Standort spürbare Vorteile. Die Materialverfügbarkeit verbessert sich vor allem bei großflächigen Wetterereignissen. Einheitliche Lagerbedingungen erhöhen die Verlässlichkeit der Vorhaltung. Die modernisierte Kreiseinsatzzentrale wird künftig die Lageführung professionalisieren und die Abstimmung zwischen Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Verwaltung stärken. Die kommunalen Selbstschutzstrukturen gewinnen damit Robustheit für lang andauernde Einsatzlagen, und die Gemeinden werden von eigenen umfangreichen Lagerhaltungen entlastet.
Mit dem Mammendorfer Notfalllager schließt der Landkreis eine infrastrukturelle Lücke, die über viele Jahre spürbar war. Das Projekt schafft stabile Voraussetzungen für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen, die angesichts zunehmender Extremwetterereignisse stetig wachsen. Der Landkreis setzt damit ein deutliches Signal für Sicherheit und Vorsorge.