Kommunen und Wirtschaft kämpfen gemeinsam gegen Bürokratielast: Schulterschluss in Schwaben

GZ Ausgabe GZ-24-2025 vom 18. Dezember '25 | Aus den Kommunen
von Redaktion
Ansicht eines Vortragsraumes
Foto: Bezirksverband Schwaben / Angela Arlt

Schwäbische Landräte, Oberbürgermeister und IHK wollen Erfolgsmodelle aus den Regionen stärker nutzen: Die schwäbischen Landräte und Oberbürgermeister setzen gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben ein klares Zeichen: Die überbordende Bürokratie ist eine Belastung für alle – für die Betriebe ebenso wie für die Verwaltungen. Auf ihrer Arbeitstagung im Schloss Lautrach verständigten sich die Spitzenvertreter mit dem Bayerischen Landkreistag und Städtetag darauf, die vorhandenen Spielräume konsequent zu nutzen, um Abläufe einfacher und schneller zu machen. Die Runde war sich einig: Die Herausforderungen – von Bürokratie über unterschiedliche digitale Systeme bis hin zu hohen Kosten – sind groß, doch viele Lösungen liegen bereits in der Region. Erfolgsmodelle sollen künftig gezielter geteilt und digitale Projekte gemeinsam beschleunigt werden.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen betonte, dass die bayerisch-schwäbische Wirtschaft derzeit aufgrund der vielfältigen Herausforderungen wie beispielsweise der überbordenden Bürokratie, den hohen Arbeitskosten und globalen Unsicherheiten im konjunkturellen Stillstand verharrt. Dennoch setzen viele Unternehmen auf die Ausbildung junger Menschen. 

Bürokratieabbau und Digitalisierung als Hebel 

Nach wie vor sehen die Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und den hohen Bürokratieaufwand als größtes Risiko. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Lucassen betonte, dass Bürokratieabbau wie ein kostenloses Konjunkturprogramm wirken kann.

Die kommunalen Spitzen machten deutlich, dass sie diese Einschätzung teilen. Die Landratsämter und Rathäuser leiden selbst unter der Regelungsdichte, die effizientes Handeln oft erschwert. Umso wichtiger ist der nun beschlossene Weg: Wo Gesetze bremsen, soll durch digitale Lösungen und pragmatische Zusammenarbeit vor Ort Tempo aufgenommen werden. Angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Verwaltungssystemen in Bayern liegt der Fokus darauf, funktionierende Modelle auszutauschen, statt dass jede Behörde einzeln nach Lösungen suchen muss.

Erfolgreiche Projekte als Basis für engeren Austausch 

Die vorgestellten Best- Practice- Beispiele zeigten deutlich, welches Potenzial die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft in Schwaben entfalten kann. So beschleunigen etwa die vollautomatisierte Online-Kfz-Zulassung im Landkreis Donau-Ries, die Digitalisierung von Bauanträgen in Kaufbeuren und im Unterallgäu, gemeinsame Initiativen in der Wirtschaftsförderung der Landkreise Günzburg und Neu-Ulm sowie die Tourismuskooperation der Landkreise Günzburg, Neu-Ulm und Dillingen Verwaltungsprozesse und stärken die regionale Wirtschaft. Auch das KI-Modellprojekt „BauKI“ im Landkreis Augsburg verdeutlicht, wie moderne Technologien Verwaltungsabläufe effizienter gestalten. 

Um diesen Weg gemeinsam weiterzugehen, werden Industrie- und Handwerkskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK) Schwaben künftig fester Bestandteil des jährlichen Spitzentreffens sein. 

Landrat Elmar Stegmann, Vorsitzender des Bezirksverbands Schwaben, fand dazu deutliche Worte: „Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Bürokratie käme aus den Landratsämtern. Wir sitzen mit unseren Unternehmen im selben Boot und leiden genauso unter den komplexen Vorgaben. Deshalb warten wir nicht auf die große Politik, sondern unternehmen selbst enorme Anstrengungen. Wir nutzen jede Möglichkeit, unsere Verwaltungsabläufe einfacher, schneller und damit wirtschafts- und bürgerfreundlicher zu gestalten.“ 

Er ergänzte im Hinblick auf die Zusammenarbeit: „Die vorgestellten Projekte zeigen, was möglich ist, wenn wir Wissen teilen. Der enge Schulterschluss mit der IHK hilft uns, diese erfolgreichen Ansätze schneller in die Breite zu tragen und unsere Region gemeinsam als starken Wirtschaftsstandort zu sichern.“ 

Redaktion

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