Landkreis Freyung-Grafenau: Grünes Band Europa für Mauth und Kvilda

GZ Ausgabe GZ-6-2026 vom 12. März '26 | Aus den Kommunen
von Doris Kirchner
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Die niederbayerische Gemeinde Mauth (Landkreis Freyung-Grafenau) und die tschechische Nachbargemeinde Kvilda wurden europaweit als erste grenzübergreifende Modellgemeinden am Grünen Band ausgezeichnet. Wie Mauths Bürgermeister Heiner Kilger betonte, „dürfen wir nicht vergessen, dass uns hier bis 1989 eine unmenschliche Grenze von unseren tschechischen Nachbarn trennte. Der Kalte Krieg hat uns ungewollt herausragende Naturschätze und eine einmalige Erinnerungslandschaft für kommende Generationen hinterlassen. Das Grüne Band ist daher auch ein Auftrag für die Zukunft und eine Chance für den Natur-Tourismus.“

In seiner Laudatio unterstrich Prof. Hubert Weiger, Beauftragter des BUND für den Grüne Band Europa Verein (European Green Belt Association e.V.): „Mauth und Kvilda setzen sich nicht nur für die grenzübergreifende Zusammenarbeit und eine lebendige Erinnerungskultur ein, sie helfen mit, den Naturreichtum der Region zu erhalten und so auch eine nachhaltige Grundlage für sanften Tourismus und Regionalentwicklung zu schaffen.“

Als besonders erfreulich erachtete es Weiger, dass das BUND Kompetenzzentrum Grünes Band im Rahmen des Projekts „Quervernetzung Grünes Band“ (Förderung durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt und den Bayerischen Naturschutzfonds) zusammen mit der Gemeinde Mauth im „Lichtwald Finsterauer Reuten“ eine zweisprachige Informations-Stele zur Natur, Kultur und Geschichte des Grenzraums an einer Stelle errichtet hat, auf der zur Zeit des Kalten Krieges eine Wachhütte der bayerischen Grenzpolizei stand.

Grund für die Auszeichnung ist aber auch der grenzübergreifende Einsatz für das Naturerbe: So hat beispielsweise Mauth für das BUND-Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ gemeindeeigene Flächen zur Wiedervernässung des Hochmoorkerns im „Mauthler Filz“ bereitgestellt. Die Gemeinde Kvilda hat aktiv das Projekt „Leben für Moore“ unterstützt (EU-Förderung, 2018-2024), bei der Feuchtflächen ökologisch aufgewertet wurden. Beide Gemeinden unterstützen die grenzübergreifenden Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava und setzen sich für nachhaltigen Tourismus ein, u.a. durch grenzübergreifende Rad- und Wanderwege sowie das gemeinsame Engagement im Projekt Via Nova – Europäischer Pilgerweg.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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