Gemeinde Schonungen: Wenn der Winterdienst zur Hochzeitsrettung wird
von Constanze von Hassel

Es sind Geschichten wie diese, die zeigen, wie wichtig kommunale Dienste im Alltag, und manchmal sogar in besonderen Lebensmomenten, wirklich sind. In Schonungen hat der Wintereinbruch beinahe eine Hochzeit lahmgelegt. Dass das Fest dennoch stattfinden konnte, ist dem schnellen Einsatz des Bauhofs zu verdanken.
Mehr als 40 Zentimeter Neuschnee fielen an jenem Montag, wie Bürgermeister Stefan Rottmann im GZ-Gespräch berichtet. „Es hat seit 20 Jahren nicht mehr so geschneit”, sagt er. Während der Winterdienst im Dauereinsatz war, um havarierte Fahrzeuge zu bergen und Verkehrswege überhaupt befahrbar zu halten, saß Rottmann fest: Sein eigenes Auto blieb am Berg stehen, an ein Vorankommen war nicht zu denken. Um 15 Uhr sollte er das Paar Alisha Vogel-Roberts und Nico Vogel trauen. „Da wurde ich langsam nervös. Mir war klar: Ich komme da nicht weg.“
Danke an den Bauhof
Zu seinem Glück kam kurz darauf der Winterdienst bei ihm vorbei und brachte den Bürgermeister fast rechtzeitig zur Trauung. Das wäre auch anders gar nicht gegangen, sagt er, denn „da könnte kein Auto mehr fahren, es war einfach Wahnsinn.“ Zwei schnelle Selfies später ging der Winterdienst weiter zu den nächsten Einsätzen und die Hochzeit konnte stattfinden. „Diese Trauung wird in die Geschichtsbücher eingehen. Sie wäre nicht ins Wasser, sondern fast in den Schnee gefallen.“
Rottmann betont ausdrücklich die Leistung seines Bauhofteams: „Man muss wirklich froh sein, dass es Menschen gibt, die zu Unzeiten aufstehen, oft ab drei Uhr morgens. Die gehen raus, wenn die Straßen noch nicht geräumt sind und bekommen dennoch manchmal den Unmut der Leute ab. Dabei zeigen solche Tage, wie anspruchsvoll die Arbeit wirklich ist.“ Er erzählt von blockierten Straßen, Sonderwünschen der Anwohner, schwierigen Steigungen in der Topografie Schonungens und einer Gemengelage, die den Winterdienst immer wieder vor Herausforderungen stellt. „Am Umgang mit dem Winterdienst zeigt sich, wer entspannt durchs Leben geht und wer nicht“, sagt Rottmann.
Dass die Gemeinde mit mehreren Unimogs gut aufgestellt ist, ist für ihn kein Prestige-, sondern ein Praxisargument: „Die Fahrzeuge sind wendig, effektiv und für unsere Höhenlagen unverzichtbar.“ Am Tag nach der außergewöhnlichen Hochzeit waren die Straßen bereits wieder frei, das Thermometer zeigte Plusgrade. Zurück blieb die Gewissheit, dass der Bauhof einmal mehr bewiesen hat, wie systemrelevant kommunale Infrastruktur im Alltag wirklich ist.