Förderung „Heimat.Engagiert“ für zehn Heimatprojekte

GZ Ausgabe GZ-3-2026 vom 29. Januar '26 | Aus den Kommunen
von Doris Kirchner
Gruppenfoto
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker übergibt Förderbescheide aus dem Pilotförderprogramm „Heimat.Engagiert!“ Bild: STMFH

Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat fördert mit seinem Pilotprogramm „Heimat.Engagiert!“ erneut bürgerschaftliches Engagement zur Pflege regionaler Geschichte und Tradition. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker übergab in Nürnberg Förderbescheide an zehn Projekte aus ganz Bayern. Ziel des Programms ist es, insbesondere kleinere Vorhaben zu unterstützen, die Heimatgeschichte und kulturelle Traditionen bewahren und für die Öffentlichkeit erlebbar machen. Zunächst als Pilotprogramm ausgelegt, werden jährlich bis zu 40 Vorhaben mit einer Festbetragsförderung von 2.000 Euro unterstützt.

Die diesjährige Förderrunde zeigt die Vielfalt der Heimatpflege in Bayern. In Niederbayern untersuchen Eva und Sebastian Daller die sprachlichen, kulturellen und literarischen Grundlagen der bairischen Gstanzl- und Schnaderhüpfl-Tradition. Ihre Forschungsergebnisse sollen über Veranstaltungen, Hörbeispiele im Internet und Volkshochschulkurse einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden und so das kreative und humorvolle Kulturgut lebendig halten. In der Oberpfalz sensibilisiert Rita Lell mit einer Fotoausstellung über eine Kleingartenwirtschaft in Regensburg für die Bedeutung städtischer Kleingärten. Ergänzt durch Vorträge zur Geschichte des Kleingartenwesens zeigt das Projekt auf anschauliche Weise die Verbindung von Heimatkultur, sozialer Begegnung und lokalem Brauchtum.

In Oberfranken widmet sich der Verein „kollektiv gut e.V.“ der Textilgeschichte der Region, insbesondere der Baumwollspinnereien in Erlangen und Bamberg. Zeitzeugenberichte, fotografische Dokumentationen und literarisch aufbereitete Publikationen machen die industrielle Vergangenheit greifbar und bewahren sie für künftige Generationen. Ebenfalls in Oberfranken legt der Fichtelgebirgsverein OV Niederlamitz mit dem „Kirchenlamitzer Kulturweg“ einen Rundweg an, der historische Gebäude, Ensembles und Spuren der Stadtgeschichte durch informative Tafeln und QR-Codes erlebbar macht. Gleichzeitig dokumentiert der Verein das soziale und wirtschaftliche Leben früherer Generationen. In Selb vermittelt der Verein Kommunbräu Sechsämterland die lokale Brautradition, die über Jahrhunderte gepflegt wurde. Eine Ausstellung und begleitende Vorträge im Rahmen der 600-Jahr-Feier der Stadt sollen diese Kulturgeschichte anschaulich erlebbar machen.

Auch soziale Treffpunkte und historische Bauwerke stehen im Mittelpunkt der Projekte. Der Heimatverein Oberasbach (Mittelfranken) reaktiviert das Milchhaus als Ort der Begegnung und verbindet Ausstellungen zur Milchproduktion mit gesellschaftlichem Miteinander. Die Freiwillige Feuerwehr Lohr a. Main (Unterfranken) plant den Rückkauf und die Restaurierung einer historischen Drehleiter aus dem Jahr 1964. Sie soll künftig sowohl als Ausstellungsobjekt als auch als Lerninstrument für Schulen und Jugendfeuerwehr dienen und damit die Geschichte der Feuerwehr lebendig vermitteln. Zudem zeigt der Kegelklub Oberaltertheim (Unterfranken) die Geschichte des Kegelns in Bayern durch Ausstellungen und Mitmachaktionen, während der Förderverein der ehemaligen Synagoge Wiesenbronn historische Weinkeltern in Mainfranken erforscht und die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Kelterns dokumentiert.

Eisenbahnanschluss: Segen und Fluch

In Schwaben schließlich widmet sich der Heimatgeschichtliche Verein Ebermergen den Auswirkungen des Eisenbahnanschlusses auf das Dorf, wobei das Projekt besonders die negativen Begleiterscheinungen wie Enteignungen und Dorfzerschneidungen beleuchtet und die Ergebnisse in einer Publikation mit Zeitzeugenberichten aufbereitet.

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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