Fair gewinnt: Neue Hauptstädte des Fairen Handels und starke Impulse aus Bayern
von Redaktion

Am 29. Oktober 2025 wurden im Alten Rathaus in München feierlich die Preisträger im Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ ausgezeichnet. Die Städte Langeoog, Ludwigsburg und Lübeck dürfen sich ab sofort mit dem Titel schmücken und erhielten jeweils 30.000 Euro zur Förderung zukünftiger Projekte im Bereich des fairen Handels und der fairen Beschaffung. Auch bayerische Kommunen machten deutlich, mit welcher Vielfalt und Kreativität sie lokal Verantwortung für globale Nachhaltigkeit übernehmen.
Im Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ werden alle zwei Jahre Städte, Gemeinden und Landkreise aus ganz Deutschland für innovative Projekte und langfristige Strategien rund um den fairen Handel und die faire Beschaffung ausgezeichnet. Neben den Hauptpreisträgern werden jeweils in den Kategorien kleine, mittlere und große Kommune auch Zweit- und Drittplatzierte gewürdigt. Die bayerischen Städte Aschaffenburg und Ebern konnten in den Kategorien mittlere und kleine Kommune dieses Jahr jeweils den zweiten Platz belegen und mit einer Vielzahl an Projekten überzeugen.
Faire Grabsteine in Aschaffenburg
Aschaffenburg zeigt eindrucksvoll, wie sich kommunale Verantwortung mit konkreten Maßnahmen füllen lässt: Mit klaren Standards – etwa der Vorgabe, auf städtischen Friedhöfen ausschließlich ohne Kinderarbeit produzierte Grabsteine zu verwenden – und durch die enge Zusammenarbeit mit regionalen Steinmetzen sowie einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit. Auch die faire Beschaffung wird vorangetrieben: Auf faire Dienstkleidung wurde im Garten- und Friedhofsamt bereits umgestellt, weitere Ämter stehen im Austausch. Als engagiertes Mitglied im Netzwerk Rhein.Main.Fair e.V. bringt die Stadt ihre Erfahrungen zudem in die Metropolregion ein. Auch im Bildungsbereich setzt Aschaffenburg ein Zeichen: 2025 fand erstmals ein Fair-Trade-Tag für Schulen statt, der junge Menschen, Lehrkräfte und regionale Initiativen zusammenbringt.
Frühe Impulse und breite Einbindung in Ebern
Auch das kleine Ebern ist ein Vorbild dafür, wie fairer Handel und faire Beschaffung auf kommunaler Ebene gestaltet werden können. Mit großem Engagement bindet die Stadt unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen ein und stärkt zugleich den fachlichen Austausch unter anderem in der Baunach-Allianz und der Metropolregion Nürnberg. Ob interaktive Bildungsangebote rund um faire Schokolade in Kitas und Schulen, Nachhaltigkeitsaktionen im Ferienprogramm oder die verbindliche faire Beschaffung von Sportbällen für städtische Einrichtungen – Ebern schafft Bewusstsein mit ganz praktischen Erfahrungen. Auch strategisch treibt die Stadt das Thema voran: Schulungen für Verwaltungsmitarbeitende, eine aktive Beteiligung am Pakt der öffentlichen Beschaffung sowie die Partnerschaft mit der tunesischen Kommune Maamoura zeigen, wie Ebern regional und global Verantwortung übernimmt.
Für entwicklungspolitisch interessierte Kommunen bietet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein umfangreiches Unterstützungsangebot. Dazu zählen finanzielle Förderungen für Projekte und Personalstellen, individuelle Beratung, die Begleitung von Partnerschaften mit Kommunen im Globalen Süden sowie die Vernetzung mit anderen Engagierten über Netzwerke und Veranstaltungen.
Weitere Informationen
Einstiegsseminar „Entwicklungspolitische Handlungsoptionen in Ihrer Kommune“: 27. Januar 2026 von 9:30 bis 11:30 Uhr, online.
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