Erste Gemeinden aus dem Landkreis Traunstein treten bei: 75 Jahre PV und acht neue Mitglieder
von Redaktion

Im Zuge seiner 88. Verbandsversammlung feierte der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) seinen 75. Geburtstag. Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing, hielt einen Festvortrag zur Rolle der kommunalen Ebene in der Politik. Die PV-Mitglieder begrüßten fünf Gemeinden aus dem Landkreis Rosenheim und drei Gemeinden aus dem Landkreis Traunstein. Die Veranstaltung fand im Rathaus Gilching statt.
Anlässlich seines 75. Geburtstags blickt der PV auf seine Verbandshistorie zurück und beschäftigt sich mit künftigen Herausforderungen im Wirtschaftsraum München. 1950 mit 43 Mitgliedern gestartet, wird er 2026 knapp 200 Mitglieder umfassen. Verbandsvorsitzender Landrat Christoph Göbel, Landkreis München, würdigte das Jubiläum: „Seit 75 Jahren steht der PV für das, was unsere Region stark macht: Zusammenarbeit, Vertrauen und Weitblick. Dieser Anlass ist für uns nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Auftrag, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.“ Göbel verwies auf die begleitende Ausstellung: Diese zeigt die Entwicklung in der Region sowie erfolgreiche Projekte im Wirtschaftsraum München.
Verbandsgebiet wächst nach Südosten
Seine neuen Mitglieder berät der PV in allen Fragen der Ortsentwicklung und Bauleitplanung. Die Kommunen vertrauen auf die Fachkompetenz der Planerinnen und Planer, um auch umfangreiche Projekte erfolgreich umzusetzen. Durch die acht Beitritte wächst die Mitgliederzahl ab 2026 auf 196, darunter 187 Städte, Märkte und Gemeinden, die acht Landkreise der Region München und die Landeshauptstadt München. Mit Kienberg, Obing und Pittenhart aus der Verwaltungsgemeinschaft Obing treten erstmals Gemeinden aus dem Landkreis Traunstein bei. Aus dem Landkreis Rosenheim kommen die Gemeinden Brannenburg, Eiselfing, Pfaffing und Söchtenau sowie die Stadt Bad Aibling dazu.
Vorausschauende räumliche Planung
Geschäftsführer Marc Wißmann verdeutlichte in seiner Rede: „Die vergangenen 75 Jahre waren geprägt durch eine rasante Entwicklung, die unser Verband und die Regionalplanung aktiv mitgestaltet haben. Der Erfolg des Wirtschaftsraums München, seine hohe Lebensqualität und über Jahrzehnte geschaffene, gut geordnete räumliche Strukturen sind vor allem den Kommunen zu verdanken: Denn sie stehen für eine vorausschauende Planung des Raums.“ Aufgrund des Mitgliederwachstums und sich ändernder Rahmenbedingungen hat der PV eine Strategie erarbeitet, die sich weiterhin auf kommunale Zusammenarbeit und regionale Netzwerke fokussiert. „Wir justieren unsere Aufgaben immer wieder neu, treiben das Erreichte weiter voran und sichern es für die Zukunft“, erklärte Wißmann.
Örtliche und regionale Planung aus einer Hand
Seit 1950 sind örtliche und regionale Planungsaufgaben im Wirtschaftsraum München miteinander verknüpft. „Diese Verbindung ist eine Besonderheit, die heute noch Bestand hat – trotz Umstrukturierung“, erläuterte Wißmann. In den ersten 20 Jahren erfüllte der PV beide Aufgaben freiwillig.
Im Jahr 1973 führte der Freistaat Bayern die Regionalen Planungsverbände als eigene Institution ein und übertrug dem PV die Geschäfte des Regionalen Planungsverbands München (RPV). So arbeitet der PV weiterhin auf zwei Ebenen: Zum einen berät und unterstützt er die Kommunen bei ihren örtlichen Planungen, zum anderen steuert er die gesamträumliche Entwicklung mit. „Den Erfolg des Konzepts bestätigt die wachsende Mitgliederzahl beim PV. Sie spiegelt auch die Nachfrage unserer Kommunen nach unabhängiger Beratung wider und den hohen Stellenwert der kommunalen Zusammenarbeit“, freute sich Wißmann.
In ihrem Festvortrag „Zur Bedeutung der kommunalen Ebene für die Wiederherstellung von Vertrauen und Zuversicht in die Politik“ sprach Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing, den Kommunen Mut zu. Sie betonte, dass gerade die lokale Ebene entscheidende Impulse setzen kann, um dem wachsenden Vertrauensverlust in die Politik entgegenzuwirken. „Auch wenn die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen schwierig sind, können die Kommunen diese Aufgaben erfolgreich gestalten“, ist Münch überzeugt.
Besonders der Wirtschaftsraum München verfüge über vergleichsweise gute finanzielle Voraussetzungen. Als weitere Stärke hob sie die bestehenden Netzwerke, Vereine und teilregionalen Allianzen hervor. Diese ermöglichten es Bürgerinnen und Bürgern, sich zu beteiligen und mitzugestalten und schafften Vertrauen.