Kathrin Alte, Mitglied des KPV-Landesvorstands und Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Anzing: Wir haben angefangen und wir werden jetzt nicht aufhören

GZ Ausgabe GZ-7-2026 vom 26. März 2026 | Kolumne
von Kathrin Alte
Porträt Kathrin Alte
Kathrin Alte, Mitglied des KPV-Landesvorstands und Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Anzing. Bild: KuschelPhotography

Liebe Leserinnen und Leser,

die Kommunalwahl 2026 liegt hinter uns. Was bleibt, ist für das parteiübergreifende Team von „Bavaria ruft!“ kein Grund zur Selbstzufriedenheit, aber ein klares Ergebnis: Wir haben etwas in Bewegung gebracht!

In den vergangenen Monaten sind in ganz Bayern mehr Frauen angetreten als 2020. Sie haben kandidiert, sich sichtbar gemacht, Verantwortung übernommen. Viele zum ersten Mal. Viele gegen Widerstände. Viele mit dem Gefühl: Jetzt ist der richtige Moment. Das ist ein Erfolg. Aber es ist nur der erste Schritt.

Denn die ehrliche Bilanz lautet auch: Die Wahlergebnisse halten mit dieser Entwicklung noch nicht Schritt. Mehr Kandidatinnen führen noch nicht automatisch zu mehr gewählten Frauen. Das zeigt, wie tief strukturelle und gesellschaftliche Hürden weiterhin wirken.

Es beginnt bei den Listenaufstellungen. Wer keinen aussichtsreichen Platz bekommt, hat es schwer, unabhängig von Engagement und Kompetenz. Es geht weiter bei der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt. Und es zeigt sich auch in der Frage, wem die Wähler die politische Führung in ihrer Stadt und ihrem Dorf zutrauen. All das lässt sich nicht mit einem Wahlkampf lösen.

Deshalb haben Initiativen wie „Bavaria ruft“ einen klaren Auftrag: Wir haben gesehen, was möglich ist, wenn Unterstützung organisiert wird. Wenn Netzwerke tragen. Wenn Frauen sich gegenseitig stärken. Wenn Politik nicht als abgeschlossener Raum, sondern als offenes Angebot verstanden wird.

Genau hier setzen wir an. Und genau hier machen wir weiter. Denn eines ist klar: Es reicht nicht, Frauen zur Kandidatur zu ermutigen. Sie müssen auch reale Chancen haben, gewählt zu werden. Das ist keine individuelle Aufgabe, sondern eine strukturelle.

Parteien stehen hier genauso in der Verantwortung wie der Gesetzgeber. Es braucht faire Rahmenbedingungen, transparente Verfahren und den ernsthaften Willen, politische Teilhabe gleichberechtigt zu ermöglichen.

Andere Länder zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn sie gewollt ist. Wenn Selbstverpflichtungen ernst genommen werden. Wenn Öffentlichkeit hergestellt wird. Wenn Unterstützung nicht dem Zufall überlassen bleibt. Auch in Bayern haben wir jetzt die Grundlage dafür gelegt.

„Bavaria ruft!“ war nie als einmalige Kampagne gedacht. Es ist ein Anfang. Ein wachsendes Netzwerk. Vielleicht sogar eine Bewegung, die trägt, und zwar über Wahltermine hinaus. Wir werden die Frauen, die jetzt den Schritt in die Kommunalpolitik gegangen sind, nicht allein lassen. Wir werden weiter vernetzen, begleiten, sichtbar machen. Heute kann ich noch nicht sagen, wie wir „Bavaria ruft“ künftig aufstellen und organisieren. Das werden die Gespräche in den kommenden Monaten zeigen. Aber eins ist sicher: Wir wollen weiter dafür sorgen, dass aus Engagement auch echte politische Gestaltungsmacht wird.

Portrait: Kathrin Alte

Kathrin Alte, Mitglied des geschäftsführenden KPV-Landesvorstands und Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Anzing

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