Jahresbilanz der Bayerischen Grenzpolizei: Kontrollen zeigen Wirkung
von Doris Kirchner

Am Grenzübergang Waidhaus an der deutsch-tschechischen Grenze haben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann die Jahresbilanz 2025 der Bayerischen Grenzpolizei präsentiert. Gemeinsam mit der Direktorin der Grenzpolizei, Annette Lauer, verwiesen sie auf einen deutlichen Rückgang bei unerlaubten Einreisen und Schleusungsdelikten und zugleich einen Anstieg bei den Fahndungstreffern.
Nach Angaben des Innenministeriums wurden im Jahr 2025 an den bayerischen Land- und Luftgrenzen 1.902 unerlaubte Einreisen festgestellt. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 20 Prozent im Vergleich zu 2024 (2.385 Fälle) und einem Minus von fast 60 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Auch die Zahl der registrierten Schleuserfälle sank um rund 34 Prozent auf 105 Delikte.
Innenminister Herrmann wertete die Entwicklung als Beleg für die Wirksamkeit der Grenzkontrollen. Die Maßnahmen leisteten einen spürbaren Beitrag zur Eindämmung irregulärer Migration und zur Bekämpfung organisierter Schleuserkriminalität. Ministerpräsident Söder sprach von einem „Erfolgsmodell“ und verwies darauf, dass seit Gründung der Grenzpolizei im Juli 2018 insgesamt mehr als 135.000 Fahndungstreffer erzielt worden seien – allein 20.805 im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg von knapp zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr (18.623).
Die Fahndungserfolge umfassen unter anderem vollstreckte Haftbefehle sowie sichergestellte Fahrzeuge, die zur Fahndung ausgeschrieben waren. Im Bereich der Rauschgiftkriminalität registrierte die Grenzpolizei 2.091 Fälle (2024: 2.294). An den Landgrenzen wurden mehr als 190 Kilogramm Drogen beschlagnahmt, nachdem es im Vorjahr noch 680 Kilogramm gewesen waren. Zudem wurden 1.179 Waffen- und Sprengstoffdelikte festgestellt (2024: 1.027). Insgesamt stellten die Beamten 1.039 (2024: 930) Waffen und verbotene Gegenstände sicher. Bei Urkundendelikten wie Passfälschungen oder missbräuchlich verwendeten Ausweisen wurden 1.410 Fälle erfasst (2024: 1.383).
Herrmann begrüßte bei der Vorstellung der Zahlen die Entscheidung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, die vorübergehenden Binnengrenzkontrollen um ein weiteres halbes Jahr zu verlängern. Solange die Außengrenzen der Europäischen Union nicht wirksam geschützt seien, müsse Deutschland nationale Verantwortung übernehmen. Zugleich sprach sich der Innenminister für eine konsequente Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems aus.
Söder verwies ergänzend auf weitere migrationspolitische Entwicklungen im Freistaat. Der Asylzugang in Bayern sei im Vergleich zu den Vorjahren um mehr als die Hälfte gesunken, die Zahl der Abschiebungen um 21 Prozent gestiegen. Auch die freiwilligen Ausreisen hätten zugenommen. Der Ministerpräsident betonte, Bayern bleibe weltoffen, zugleich müssten Straftäter und nicht integrationsbereite Personen das Land wieder verlassen.
Die Bayerische Grenzpolizei ist derzeit an zwölf Grenzübergängen zu Österreich und Tschechien sowie an den Flughäfen Nürnberg und Memmingen im Einsatz. Grundlage ist eine Verwaltungsabsprache zwischen der Staatsregierung und dem Bundesinnenministerium. Unterstützt werden die Einheiten durch Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2018 wurde die Zahl der Grenzpolizisten laut Herrmann um mehr als 420 auf aktuell 940 erhöht. Zum 1. März 2026 kamen weitere 30 Stellen hinzu. Darüber hinaus investiert der Freistaat in moderne Technik wie Multicopter, Wärmebildkameras und Personendetektionsgeräte. Die Staatsregierung kündigte an, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und die Grenzpolizei personell wie technisch weiter auszubauen.