Bundeswehrstandorte in Bayern: Weiterhin Investitionsbedarf

GZ Ausgabe GZ-7-2026 vom 26. März 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
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Anfang März wurde der Jahresbericht 2025 des Wehrbeauftragten Henning Otte zur Lage der Bundeswehr veröffentlicht. Neben Personalmangel, Beschaffung und Modernisierung hebt der Bericht aus kommunaler Sicht vor allem den massiven Infrastrukturbedarf an den Standorten hervor: Er beziffert den Investitionsbedarf für militärische Infrastruktur bis in die 2040er-Jahre auf über 67 Mrd. Euro und verweist auf rund 8.000 Bauvorhaben.

Darüber hinaus wird für die Standortattraktivität die ÖPNV-Anbindung als zentraler Engpass benannt, insbesondere in ländlichen Räumen (Taktung, Randzeiten, „letzte Meile“ zur Kaserne/Übungsanlage), was sich auf Dienstbetrieb und Personalgewinnung auswirkt. Der Bericht betont schließlich, dass Infrastruktur- und Krisenvorsorge nur mit gestärkter zivil-militärischer Zusammenarbeit gelingen kann, weshalb Länder und Kommunen frühzeitig eingebunden werden sollen. Akzeptanz und Standortattraktivität hängen demnach auch von transparenten Verfahren und verlässlicher Kooperation vor Ort ab.

Ein trauriges Beispiel für den Zustand der Infrastruktur der Bundeswehr ist laut Wehrbericht die Oberpfalz-Kaserne in Pfreimd, der Heimat des Panzerbataillons 104. Die Kasernen-Gebäude stammen im Wesentlichen aus den 1970er-Jahren und sind nahezu alle sanierungsbedürftig. Mittlerweile befinden sich sechs Baumaßnahmen in der Umsetzung. Trotz aller Planungen und Finanzierungen herrscht vor Ort Unzufriedenheit, denn es gibt Verzögerungen bei fast allen Neu- und Umbauprojekten. So soll beispielsweise das eigentlich für 2020 geplante neue Unterkunftsgebäude frühestens 2029 zur Verfügung stehen. Wie die militärischen Verantwortlichen vor Ort berichteten, liege ein wesentlicher Grund dafür in der regelmäßigen Verschiebung der Umsetzung von Bauvorhaben durch das zuständige zivile Landesbauamt.

Infrastrukturelle Herausforderungen

Vor großen infrastrukturellen Herausforderungen steht auch die Gäuboden-Kaserne in Feldkirchen, wo das Sanitätslehrregiment „Niederbayern“ seinen Standort hat. In der 1936 errichteten Kaserne stehen viele Gebäude unter Denkmal- oder Ensembleschutz. Bis 2033 liegen dort 38 Baumaßnahmen mit einem Volumen von 240 Millionen Euro und 87 Maßnahmen im Bereich des Bauunterhalts in Höhe von insgesamt 5,5 Millionen Euro an.

Dass die Realisierung all der Baumaßnahmen während des laufenden Dienstbetriebs erfolgen soll, ist eine besondere Herausforderung. Sowohl in Pfreimd als auch in Feldkirchen hoffen die Betroffenen auf eine Beschleunigung der Vorhaben. Der Freistaat Bayern hat den Weg dafür bereits im Jahr 2024 mit dem Gesetz zur Förderung der Bundeswehr in Bayern freigemacht. Ziel der Landesregierung ist unter anderem eine am spezifischen Bedarf der Streitkräfte ausgerichtete Anwendung baurechtlicher Vorschriften.

Innovative Ansätze beim Bauen

Bereits vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes hat das Sanitätslehrregiment in Feldkirchen sehr gute Erfahrungen mit der beschleunigenden Kraft innovativer Ansätze beim Bauen in Bayern gemacht. Dort gelang die Errichtung eines Unterkunftsgebäudes mit 52 Einzelstuben innerhalb einer Bauzeit von nur eineinhalb Jahren. Auch die Universität der Bundeswehr in Neubiberg bei München konnte einen ähnlichen Erfolg verbuchen: Im Rahmen eines Pilotprojekts errichtete die Bundeswehr ein Gebäude mit 180 Unterkünften in weniger als zwei Jahren ab Planung. Möglich war dies, weil das Vorhaben in Modulbauweise erfolgte.

Vor dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen und mit der Umsetzung des Gesetzes könne der Fortgang der Bauvorhaben in Pfreimd und Feldkirchen in den nächsten Jahren durchaus beispielhaft für den Erfolg der Bemühungen um schnelleres Bauen für die Bundeswehr im Freistaat werden, so der Wehrbericht. Das bayerische Modell habe damit das Potenzial einer Blaupause auch für andere Bundesländer, „denn es gibt gute Handlungsanweisungen, die es für die gesamte Bundesrepublik zu prüfen gilt“.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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