Bayerische Kriminalstatistik 2025: Beste Sicherheitslage seit Jahrzehnten

GZ Ausgabe GZ-7-2026 vom 26. März 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
GZ Fahne

Der Freistaat verzeichnete 2025 die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit fast 50 Jahren. Innenminister Joachim Herrmann und Landespolizeipräsident Michael Schwald meldeten 542.414 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) – ein Rückgang um 4,3 Prozent. Die Häufigkeitszahl sank auf 4.094 Fälle pro 100.000 Einwohner, die Aufklärungsquote stieg auf 66,0 Prozent.

Herrmann wertete dies als Bestätigung der bayerischen Sicherheitspolitik. Laut Bayern-Trend seien rund 80 Prozent der Bevölkerung mit der Sicherheitslage zufrieden. Gleichzeitig betonte er, die Anstrengungen weiter zu verstärken.

Ein Viertel aller Delikte entfiel auf Diebstahl. Die Zahl sank um 6,9 Prozent auf 145.174 Fälle, auch Ladendiebstähle gingen zurück. Beim Wohnungseinbruch zeigte sich hingegen ein leichter Anstieg auf 3.806 Fälle (+5,6 %), allerdings weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau. Die Aufklärungsquote lag bei 23,1 Prozent. Insgesamt wurden 835 Tatverdächtige ermittelt, häufig im Zusammenhang mit international agierenden Banden.

Hohe Aufklärungsquote

Die Gewaltkriminalität ging um 4,5 Prozent auf 21.667 Fälle zurück. Bei Tötungsdelikten blieb die Aufklärungsquote mit 95,4 Prozent sehr hoch. Schwerpunkte polizeilicher Maßnahmen liegen insbesondere im öffentlichen Raum, etwa an Bahnhöfen und in Innenstädten. Dazu zählen verstärkte Streifen, Verbotszonen sowie der Ausbau der Videoüberwachung, die bereits an 17 Standorten eingesetzt wird.

Häusliche Gewalt nimmt zu

Leicht gestiegen sind Fälle häuslicher Gewalt (+0,9 % auf 27.470). Auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen zu (17.956 Fälle), insbesondere im Bereich Kinderpornografie und Belästigung. Bei Vergewaltigungen wurden 1.527 Fälle registriert, meist mit bekanntem Täterumfeld.

Deutlich rückläufig war die Rauschgiftkriminalität (-27 % auf 22.631 Fälle), was Herrmann auf die Cannabis-Legalisierung zurückführt. Gleichzeitig sieht er steigende Anforderungen für die Polizei durch neue Kontroll- und Überwachungsaufgaben.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 41,7 Prozent. Herrmann sieht einen Zusammenhang mit gestiegener Zuwanderung und fordert konsequente Rückführungen von Straftätern. 2025 lagen die Abschiebungen rund 21 Prozent über dem Vorjahr, etwa 40 Prozent davon betrafen Straftäter.

Cyberkriminalität ging leicht zurück (41.829 Fälle), der Schaden stieg jedoch auf 55,9 Millionen Euro. Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet. Telefonbetrug, etwa durch „Enkeltrick“ oder falsche Polizeibeamte, verursachte weiterhin hohe Schäden.

Enge Zusammenarbeit mit Kommunen

Ein weiterer Fokus der Polizei liegt auf Prävention und enger Zusammenarbeit mit den Kommunen. Sicherheitskonzepte würden zunehmend gemeinsam mit Städten und Gemeinden entwickelt, um lokale Besonderheiten besser zu berücksichtigen. Dazu zählen etwa kommunale Sicherheitswachten, Präventionskampagnen sowie bauliche Maßnahmen zur Kriminalitätsvermeidung im öffentlichen Raum. Ziel sei es, Sicherheitsgefühl und tatsächliche Sicherheit gleichermaßen zu stärken.

Die personelle Ausstattung der Polizei wurde seit 2008 um rund 8.700 Stellen auf über 45.700 erhöht. Weitere 200 Stellen sind geplant. Herrmann zeigte sich überzeugt, dass Bayern auch künftig zu den sichersten Regionen Deutschlands zählt: „In Bayern leben heißt sicherer leben.“

Zudem soll die Digitalisierung der Polizeiarbeit weiter vorangetrieben werden, etwa durch moderne Analysesysteme und bessere Vernetzung der Behörden, um schneller und gezielter auf neue Kriminalitätsformen reagieren zu können.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

Ihre optimale Website-Nutzung

Diese Website verwendet Cookies und bindet externe Medien ein. Mit dem Klick auf „✓ Alles akzeptieren“ entscheiden Sie sich für eine optimale Web-Erfahrung und willigen ein, dass Ihnen externe Inhalte angezeigt werden können. Auf „Einstellungen“ erfahren Sie mehr darüber und können persönliche Präferenzen festlegen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Detailinformationen zu Cookies & externer Mediennutzung

Externe Medien sind z.B. Videos oder iFrames von anderen Plattformen, die auf dieser Website eingebunden werden. Bei den Cookies handelt es sich um anonymisierte Informationen über Ihren Besuch dieser Website, die die Nutzung für Sie angenehmer machen.

Damit die Website optimal funktioniert, müssen Sie Ihre aktive Zustimmung für die Verwendung dieser Cookies geben. Sie können hier Ihre persönlichen Einstellungen selbst festlegen.

Noch Fragen? Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Nutzer in der Datenschutzerklärung und Impressum!

Ihre Cookie Einstellungen wurden gespeichert.