Bayerische Asylbilanz 2025: Erfolgreicher Kurswechsel
von Doris Kirchner

Trendumkehr bei Asylbewerbern: Wie Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Asylbilanz in Ingolstadt mitteilte, sank die Zahl der neu eingereisten Asylbewerber nach mehreren Jahren hoher Zugangszahlen im vergangenen Jahr auf rund 13.850. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 31.900 Neuzugängen entspricht dies einem Rückgang von 57 Prozent.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Aufenthaltsbeendigungen in bayerischer Zuständigkeit um nahezu zehn Prozent auf mehr als 19.400. Die Zahl der Abschiebungen erhöhte sich von 3.010 im Vorjahr um über 21 Prozent auf 3.649. Auch die freiwilligen Ausreisen nahmen zu: Nach 14.757 im Jahr 2024 verließen 2025 insgesamt 15.764 Personen freiwillig das Land, was einem Anstieg von knapp sieben Prozent entspricht.
Kein Bleiberecht bei schweren Straftaten
Nach Herrmanns Angaben lag die Gesamtzahl der Aufenthaltsbeendigungen im Freistaat durchgehend deutlich über der Zahl der Asylneuzugänge. Im vergangenen Jahr wurden demnach 1.405 Personen aus Bayern abgeschoben, die zuvor strafrechtlich verurteilt worden waren. Der Anteil von Straftätern unter den abgeschobenen Personen betrug bayernweit rund 40 Prozent. Zudem seien seit 2025 wieder Abschiebungen nach Afghanistan erfolgt. Bislang seien 19 schwere Straftäter dorthin zurückgeführt worden. Insbesondere das Landesamt für Asyl und Rückführungen (LfAR) leiste hier in Zusammenarbeit mit den Zentralen Ausländerbehörden bei den Regierungen hervorragende Arbeit.
Rückläufige Zugangszahlen
Mit Blick auf die weitere Entwicklung betonte der Minister, dass die Anstrengungen zur Steuerung und Begrenzung der Migration fortgesetzt werden müssten. Neben Deutschland sei auch die Europäische Union gefordert, ihren Kurs zur Begrenzung irregulärer Migration konsequent weiterzuführen. Zwar seien die Zahlen an den EU-Außengrenzen rückläufig, sie bewegten sich jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Insbesondere über die zentrale Mittelmeerroute kämen weiterhin viele Menschen ohne reguläre Einreise. Im Jahr 2025 wurden dort rund 66.000 irreguläre Grenzübertritte registriert.
Verbesserte Unterbringungssituation
Die rückläufigen Zugangszahlen sowie die gestiegene Zahl an Aufenthaltsbeendigungen wirken sich laut Herrmann auch auf die Unterbringungssituation in den Kommunen aus. Während Ende 2024 noch rund 138.000 Personen in bayerischen Asylunterkünften lebten, waren es Ende Dezember 2025 noch 124.500. Die Auslastung der Unterkünfte liege weiterhin bei etwa 85 Prozent. Gleichwohl sei es erstmals seit Jahren wieder möglich, Unterkünfte zu schließen, insbesondere kostenintensive Einrichtungen wie Hotels und verbliebene Notunterkünfte. Zudem werde keine Turnhalle in Bayern mehr zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.
Der Präsident des Landesamts für Asyl und Rückführungen, Axel Ströhlein, ergänzte, dass die Zahl der geklärten Identitäten und ausgestellten Passersatzpapiere seit der Corona-Pandemie kontinuierlich gestiegen sei und sich auch im vergangenen Jahr auf einem hohen Niveau bewegt habe. Die aktuellen Entwicklungen zeigten, dass die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung entfalteten.
Abschließend verwies Herrmann auf die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund im Freistaat. Bayern verzeichne mit 75,5 Prozent die bundesweit höchste Erwerbstätigenquote in dieser Bevölkerungsgruppe. Der Bundesdurchschnitt liege bei 69,6 Prozent. Zudem wies Bayern im Jahr 2025 mit durchschnittlich 9,0 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote von Ausländern auf. Auch bei ausländischen Frauen lag der Wert mit 10,3 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 17,3 Prozent.