| (GZ-21-2025 - 12. November) | ||
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Wege aufzuzeigen, wie Digitalisierung das Ehrenamt stärken und Engagement zeitgemäß unterstützen kann, stand im Vordergrund der Convention bayern.ehrenamt.digital 2025 in München. Eingeladen hatten hierzu die lagfa bayern e.V., die Versicherungskammer Stiftung und die Zukunftsstiftung Bayern.
Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring hob in seinem Grußwort hervor, dass digitale Werkzeuge das Ehrenamt spürbar entlasten und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen könnten. Entscheidend sei, „wofür wir sie nutzen“. Auch Dr. Katja Berg vom iRights.Lab machte deutlich, dass sich die Zivilgesellschaft Digitalisierung gegenüber öffnen sollte, um von ihren Potenzialen zu profitieren – etwa durch KI-gestützte Unterstützung bei administrativen Aufgaben. Ihre fünf zentralen Thesen unterstrichen den Tenor der Tagung:
1. Der Einsatz von KI-Tools kann Machtungleichgewichte im Ehrenamt ausgleichen.
2. Die Digitalisierung des Ehrenamts ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
3. Die ehrenamtliche Nutzung von KI stärkt demokratische Strukturen.
4. Die digitale Transformation braucht die Zivilgesellschaft – und umgekehrt.
5. Die Zukunft im Ehrenamt ist digital – und menschlich.
Ein umfangreiches Workshop-Programm bot die Möglichkeit, sich intensiv in Digitalthemen einzuarbeiten. Ob Design Thinking, KI in der Vereinsarbeit, Datenschutz, Open Source, Storytelling mit Reels oder digitale Mitgliederversammlungen: In insgesamt 13 praxisnahen Workshops konnten die Teilnehmer ihr Wissen vertiefen, Neues ausprobieren und sich passgenau weiterbilden. Im digital.hub luden die Ausstellerstände dazu ein, direkt ins Gespräch zu kommen und neue Tools oder digitale Angebote zu testen.
Social-Media-Ehrenamts-Award
Höhepunkt der diesjährigen Convention war die erstmalige Verleihung des Social-Media-Ehrenamts-Awards „digital verbunden“ durch Staatsminister Mehring. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Versicherungskammer Stiftung und der lagfa bayern mit ihrem Projekt „digital verein(t)“.
„Engagementfluencer“
Die Auszeichnungen wurden in drei Kategorien vergeben: „Engagementfluencer“, „Netzwerk-Creator“ und „Newcomer“.
In der Kategorie „Engagementfluencer“ stand die kreative Darstellung des Ehrenamts im Mittelpunkt. Der Pfadfinderverein Stamm St. Georg – Eichstätt e. V. hat mit seinem Format „Werde Leiter:in bei den Pfadfindern Eichstätt“ mit einer ganzen Serie humorvoller Reels und persönlichen Einblicken gezeigt, wie modernes Ehrenamt auf Instagram aussehen kann, und wie man fürs Ehrenamt begeistert. Ob beim Dreh im Kletterpark, in den Bergen oder im Christbaumnetz: Hier wird Vereinsleben lebendig und unterhaltsam vermittelt. Besonders überzeugt hat die Jury der gezielte Einsatz aktueller Trends.
„Netzwerk-Creator“
In der Kategorie „Netzwerk-Creator“ lag der Fokus auf strategischem Geschick und Authentizität. Der Förderverein der Gartenstädter Feuerwehr e. V., Nürnberg, setzt auf unterhaltsame und informative Inhalte, die sowohl aufklären, als auch das Engagement attraktiv darstellen. Social Media wird nicht nur zur Information, sondern als Verbindung zur Stadtgesellschaft genutzt: Unterhaltsame Videos und ein ehrenamtlich betriebenes Profil mit überregionalem Impact zeigen, wie moderne Öffentlichkeitsarbeit auch mit kleinem Budget gelingt. Die Jury lobte besonders die Kombination aus kreativen Inhalten, strategischer Klarheit und der Fähigkeit, neue Zielgruppen mit niedrigschwelligen Formaten zu erreichen –– ohne große Werbekampagne, dafür mit Witz, Herz und Verstand.
„Newcomer“
Die Kategorie „Newcomer“ zeichnete Neulinge in der digitalen Welt aus, die sich erst seit Kurzem auf Social Media präsentieren und dabei bereits jetzt großes Potenzial zeigen. Die Flammen Freunde Oberhausen sind eine besondere Initiative der Freiwilligen Feuerwehr Augsburg-Oberhausen in Zusammenarbeit mit der Frauen- und Kinderklinik Josefinum. Ihr Ziel: kranken Kindern im Krankenhaus Mut machen und Hoffnung schenken. Das Projekt verbindet Ehrenamt, Krankenhausbesuche und Feuerwehrleidenschaft und zeigt auf Instagram bewegende Geschichten aus der Perspektive von Kindern, Eltern und Ehrenamtlichen. Als neuer Social-Media-Account hat der Verein in kürzester Zeit eine emotionale und starke Präsenz aufgebaut. Die Jury hob besonders die authentische Bildsprache, die Transparenz bei Spenden und den Mut, auch schwierige Themen sichtbar zu machen, hervor.
Einen Zusatzpreis in Form eines individuellen Social-Media-Coachings von digital verein(t) erhielt der traditionsreiche Gesangverein Leupoldsgrün 1859 (Landkreis Hof), der sich mit sichtbarem Erfolg auf Social Media eingelassen hat. Erste Posts, neue Follower, sogar neue Mitglieder: Der Verein zeigt, dass auch ein kleiner Ort mit viel Herz und Begeisterung große Schritte im Netz machen kann. Die Jury würdigte mit dem Coaching den gelungenen Einstieg und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
DK
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