| (GZ-17-2025 - 11. September) | ||
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Pflanzen auf Dächern und an Fassaden sind weit mehr als nur ein ästhetischer Blickfang. Sie gelten inzwischen als zentrale Bausteine für eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Während Neubauten zunehmend mit entsprechenden Konzepten ausgestattet werden, birgt vor allem die nachträgliche Begrünung von Bestandsgebäuden ein enormes, bislang kaum ausgeschöpftes Potenzial. Diesem Thema widmete sich der Bundesverband Gebäudegrün e.V. (BuGG) auf einem zweitägigen Fachkongress in Berlin, begleitet von einer dazu passenden Ausstellung.
Fassadenbegrünung. Bild: Bundesverband GebäudeGrün e.V.
Wie es gelingt, Dächer und Fassaden nachträglich zu begrünen, welche Chancen und Möglichkeiten, aber auch Hürden und Hemmnisse bestehen, was die verschiedenen Baubeteiligten beachten müssen und wie gelungene Beispiele in der Praxis aussehen, war Gegenstand des Kongresses, dem über 200 Teilnehmer beiwohnten.
Begrünung von Dach- und Fassaden immer wichtiger
Laut BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann „gewinnen Dach- und Fassadenbegrünungen im Rahmen einer klimaresilienten und wasserbewussten Stadtentwicklung bundesweit an Bedeutung. Dabei vereinen sie eine Vielzahl an positiven Wirkungen, die nicht nur Überflutungs- und Hitzevorsorge betreffen, sondern darüber hinaus die Förderung der Biodiversität, den Schutz der Gebäudehülle und die Verbesserung der Lebensqualität.“
Mehr als zwei Dutzend Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Architektur und Immobilienwirtschaft beleuchteten die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven. Deutlich wurde dabei: Dach- und Fassadenbegrünung sind mehr als ein gestalterisches Element; sie sind essenzielle Instrumente, um den Herausforderungen des Klimawandels in Städten zu begegnen.
Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung des Gebäudebestands. Bestehende Dächer und Fassaden stellen die größte Flächenreserve im dicht bebauten Stadtraum dar. Ob Umbau, Renovierung oder Sanierung: Jede Maßnahme bietet Chancen, ökologische, energetische und städtebauliche Verbesserungen durch Begrünung zu realisieren. Neben der Kühlung von Gebäuden und der Verbesserung des Stadtklimas tragen die Pflanzen auch zur Artenvielfalt bei und werten Quartiere optisch auf.
Neben ökologischen Vorteilen standen auch wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Begrünte Immobilien gewinnen nachweislich an Attraktivität und Wert, ganze Quartiere können durch solche Maßnahmen aufgewertet werden. Das wiederum wirkt sich auf Finanzierung, Versicherungen und Bewertungen aus und eröffnet neue Wege in der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Britta Behrendt, Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz in Berlin, hatte die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen. Sie hob die große Bedeutung von Grünflächen für die Stadt hervor. Besonders wichtig sei es, nicht nur große Projekte zu fördern, sondern auch kleinere Flächen konsequent zu begrünen. „Jede noch so kleine Maßnahme trägt zur Klimaanpassung bei“, erklärte Behrendt und warb für mehr Engagement, Grünflächen zu erhalten, auszuweiten und aktiv zu fördern.
DK
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