Studienbericht zum Smart City Index 2025
von Doris Kirchner

Viele digitale Verwaltungsleistungen, aber Verbesserungsbedarf bei der IT-Sicherheit - Deutschlands Großstädte machen Fortschritte bei der Digitalisierung. Laut dem diesjährigen Smart City Index liegt der Gesamtscore im Mittel bei 71 von 100 möglichen Punkten – ein Zuwachs von drei Punkten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig ist die Gruppe der digitalen Vorreiter: Platz 1 bis Platz 20 liegen eng beieinander, nur zehn Punkte trennen die Spitzenstädte. Gleichzeitig zeigen sich in der Breite weiterhin deutliche Unterschiede: München führt mit 90 Punkten, während Salzgitter mit 43 Punkten das Schlusslicht bildet (wir berichteten).
Wie der nun vom Digitalverband Bitkom veröffentlichte Studienbericht zum Smart City Index 2025 ausweist, erzielen die Städte in der Kategorie Verwaltung im Schnitt 77 Punkte. Online-Termine bei Bürgerämtern und Kfz-Zulassungsstellen sind mittlerweile fast überall möglich. In acht von zehn Bürgerämtern (84 Prozent) kann zudem per Smartphone bezahlt werden. Zahlreiche Verwaltungsleistungen lassen sich inzwischen vollständig online beantragen, im Mittel sind es 71 Prozent, nach 56 Prozent im Jahr 2024. Fast die Hälfte der Städte (45 Prozent) setzt Chatbots ein, um Bürgeranfragen zu beantworten. Gleichzeitig besteht noch Nachholbedarf bei der IT-Sicherheit: Nur die Hälfte der Städte (48 Prozent) verfügt über ein implementiertes IT-Sicherheitssystem.
Bei Energie und Umwelt stagnieren die Fortschritte leicht, der Durchschnitt liegt bei 62 Punkten. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass der Anteil der Städte, die Sensordaten für die Vorbereitung auf Umweltereignisse nutzen, von 57 auf 74 Prozent gestiegen ist. Zudem setzen inzwischen 76 Prozent der Städte digitale Technologien wie digitale Zwillinge oder intelligentes Last- und Lademanagement für die Energie- und Wärmeplanung ein.
IT-Infrastruktur
Die IT-Infrastruktur verbessert sich weiter. Eine zentrale Kennzahl ist die Glasfaseranbindung von Haushalten, die von 29 Prozent im Jahr 2024 auf 37 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist. Beim Mobilfunkstandard 5G ist mittlerweile eine vollständige Flächendeckung in allen Großstädten erreicht.
Mobilität
Auch im Bereich Mobilität (durchschnittlich 69 Punkte) gewinnen alternative Angebote an Bedeutung. Sharing- und On-Demand-Lösungen werden zunehmend eingesetzt. Selbst in Städten mit weniger als 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bietet knapp die Hälfte Ridehailing (55 Prozent) oder Ridepooling (45 Prozent) an.
Gesellschaft und Bildung
Im Themenfeld Gesellschaft und Bildung erreichen die Städte im Durchschnitt 73 Punkte. 94 Prozent verfügen über ein verbindliches Medienentwicklungskonzept für alle Schulen. Allerdings stellen nur 65 Prozent ein Budget für die Weiterbildung von Lehrkräften zu digitalen Themen bereit. Eine Online-Beteiligungsplattform nutzen inzwischen 89 Prozent der Städte, nach 84 Prozent im Vorjahr.