Bitkom-Studienbericht zu hybriden Bedrohungen: Bevölkerung fordert stärkere Befugnisse für Sicherheitsbehörden

GZ Ausgabe GZ-7-2026 vom 26. März 2026 | Verwaltung & Digitalisierung
von Doris Kirchner
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Im Falle eines hybriden Angriffs, d.h. einer Kombination aus Cyberangriffen, Sabotageaktionen und Desinformationskampagnen, wünscht sich die deutsche Bevölkerung vor allem einen handlungsfähigen Staat und starke Sicherheitsbehörden. Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom sehen viele Bürger Deutschland nur mäßig vorbereitet und sprechen sich daher für zusätzliche Befugnisse der Sicherheitsbehörden aus.

Derzeit halten 56 Prozent die Polizei für gut auf hybride Angriffe vorbereitet. Für die Bundeswehr stimmen 47 Prozent zu. Krankenhäuser und Ärzte liegen bei 38 Prozent, die öffentliche Verwaltung bei 37 Prozent, Unternehmen bei 36 Prozent. Am schlechtesten schneiden die Bürgerinnen und Bürger selbst ab: Nur 32 Prozent sehen die Bevölkerung gut vorbereitet.

Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) wünschen sich eine Ausweitung der Überwachungsbefugnisse für Sicherheitsbehörden. Rund zwei Drittel (63 Prozent) befürworten staatliche Informationskampagnen zum Verhalten bei hybriden Angriffen, 45 Prozent regelmäßige bundesweite Übungen. Befragt wurden 1.263 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

„Deutschland muss sich besser auf hybride Angriffe vorbereiten – auf allen Ebenen. Dazu gehört auch, die Menschen klar zu informieren, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie sie sich selbst schützen können“, erläuterte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Zudem möchten die Bürger wissen, wer hinter solchen Angriffen steckt: 61 Prozent fordern, dass die Bundesregierung die Angreifer benennt. Fast die Hälfte (47 Prozent) spricht sich für „Hack-Backs“ aus, also Cyberangriffe der Bundeswehr als Gegenmaßnahme. Ein Drittel (33 Prozent) möchte, dass massive Cyberangriffe auf einen NATO-Staat wie ein militärischer Angriff behandelt werden. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) unterstützt zudem eine gezielte Förderung der deutschen Sicherheitsindustrie.

Bei der Informationsbeschaffung im Krisenfall vertraut die Bevölkerung vor allem dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (82 Prozent). Private TV- und Radiosender folgen mit 77 Prozent. Informationen von Parteien, Behörden oder Ministerien sowie Gewerkschaften vertrauen 64 Prozent, überregionale und internationale Print- und Online-Medien jeweils rund 63 Prozent. Regionale Medien liegen bei 57 Prozent, YouTube bei 42 Prozent, soziale Netzwerke bei 41 Prozent. Auch Medien an den politischen Rändern genießen bei etwa einem Drittel der Bevölkerung Vertrauen (rechts 34 Prozent, links 33 Prozent). Messenger-Nachrichtengruppen vertrauen 33 Prozent.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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