Intelligente Energielösungen für Haushalte und Unternehmen Intelligente Energieversorgung: Eigenstrom, Speicher und Energiemanagement als Schlüssel

GZ Online, 12. März '26 | Umwelt & Lebensraum
von Michael von Hassel
Stefan Artl
Stefan Artl | Bachner Elektro GmbH & Co. KG

Wie sich Energieversorgung für Haushalte und Unternehmen künftig sicherer, effizienter und wirtschaftlicher gestalten lässt, zeigte Stefan Arlt von der Bachner Group beim Kongress „Bayerns beste kommunale Umweltbeispiele“ auf der Landshuter Umweltmesse. Sein Fazit: Die Energiewende ist längst nicht mehr nur ein politisches Projekt – sie ist auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Die Bachner Group mit Hauptsitz in Mainburg blickt auf eine über hundertjährige Unternehmensgeschichte zurück. Aus einem kleinen Elektrohandelsbetrieb, der 1920 gegründet wurde, ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden, über 20 Standorten und einem Jahresumsatz von rund 250 Millionen Euro entstanden. Der Schwerpunkt liegt traditionell im industriellen Umfeld – etwa bei Großkunden wie BMW oder dem Flughafen München. Das Familienunternehmen wird inzwischen in vierter Generation geführt.

Energie aus einer Hand

Ein zentrales Merkmal der Bachner-Gruppe ist das Angebot integrierter Energielösungen: Planung, Installation und Betrieb von elektrotechnischen Anlagen kommen aus einer Hand. Dazu gehören neben klassischer Gebäudetechnik auch erneuerbare Energien, Energiespeicher und digitale Steuerungssysteme.

Um diese Kompetenzen stärker zu bündeln, hat das Unternehmen 2025 die Bachner Green Energy GmbH gegründet. In ihr wurden mehrere spezialisierte Unternehmen zusammengeführt, darunter Photovoltaik-Spezialisten und Anbieter von Blockheizkraftwerken. Ziel ist es, Privatkunden, Gewerbe und Industrie integrierte Lösungen für eine zunehmend komplexe Energieversorgung anzubieten.

Strompreise treiben Eigenversorgung

Der wirtschaftliche Druck, sich stärker selbst mit Energie zu versorgen, wächst. Arlt verwies auf die Entwicklung der Strompreise der vergangenen Jahre: Trotz einer gewissen Stabilisierung nach der Energiekrise liegen die Preise heute deutlich höher als noch vor fünf Jahren.

Dabei entfällt weniger als die Hälfte des Strompreises auf die eigentliche Stromerzeugung. Ein erheblicher Anteil besteht aus Steuern, Abgaben und Netzentgelten. „Jede Kilowattstunde, die ich selbst produziere, muss ich nicht einkaufen“, so Arlt. Genau hier liege der größte wirtschaftliche Hebel.

Erneuerbare Energien seien inzwischen auch aus Kostensicht konkurrenzlos. Photovoltaik-Strom könne über die Lebensdauer einer Anlage zu Gestehungskosten von rund sieben Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden – deutlich günstiger als typische Haushaltsstrompreise von 25 bis 35 Cent.

Dynamische Strompreise verändern das System

Ein weiteres Merkmal des neuen Energiesystems ist die zunehmende Volatilität der Strompreise. Mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien schwanken die Preise stärker – teilweise bis in den negativen Bereich, wenn viel Wind- und Solarstrom ins Netz eingespeist wird.

Seit diesem Jahr müssen Energieversorger auch für Haushalte dynamische Stromtarife anbieten. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten für eine flexible Energienutzung – etwa durch intelligente Steuerung von Speichern, Wärmepumpen oder Ladeinfrastruktur.

Sektorenkopplung im Eigenheim

Der Schlüssel zu einer effizienten Energieversorgung liegt laut Arlt in der sogenannten Sektorenkopplung. Dabei werden Strom, Wärme und Mobilität miteinander verknüpft.

In einem typischen Einfamilienhaus kann das etwa so aussehen: Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom, ein Batteriespeicher speichert Überschüsse, eine Wärmepumpe nutzt den Strom für die Wärmeversorgung, und das Elektroauto wird mit selbst erzeugter Energie geladen. Ein Energiemanagementsystem koordiniert diese Komponenten automatisch und optimiert den Eigenverbrauch.

Solche Systeme werden zunehmend intelligent. Sie analysieren Verbrauchsdaten, reagieren auf Strompreise und steuern Anlagen automatisch so, dass möglichst viel selbst erzeugte Energie genutzt wird.

Photovoltaik: großes Potenzial im Bestand

Gerade in Bayern sei Photovoltaik bereits stark verbreitet, betonte Arlt. Dennoch gebe es weiterhin große Potenziale – insbesondere bei älteren Anlagen. Viele PV-Systeme aus den frühen 2000er-Jahren erreichen inzwischen das Ende ihrer Förderperiode.

Moderne Module liefern heute auf derselben Fläche ein Mehrfaches der früher möglichen Leistung. Eine sogenannte Repowering-Strategie – also der Austausch alter Module – könne die Stromproduktion daher erheblich steigern.

Energiemanagement auch für Unternehmen

Auch für Gewerbe- und Industriebetriebe gewinnt intelligentes Energiemanagement an Bedeutung. Durch Kombination von Photovoltaik, Speichern und digitaler Steuerung lassen sich Netzbezug und Lastspitzen deutlich reduzieren.

In einem Beispielprojekt der Bachner Group konnte der jährliche Strombezug eines Unternehmens von rund 200.000 auf etwa 8.000 Kilowattstunden gesenkt werden – unter anderem durch zusätzliche PV-Anlagen und eine optimierte Steuerung der Energieströme.

Energiewende als wirtschaftliche Chance

Für Arlt steht fest: Die Transformation des Energiesystems ist nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern zunehmend auch eine ökonomische.

„Für Unternehmen geht es um Standortsicherheit, für Haushalte um Kapitalsicherheit“, betonte er. Wer Energie effizient nutzt und möglichst viel selbst erzeugt, könne Kosten senken und sich unabhängiger von Preisschwankungen machen.

Damit werde intelligente Energieversorgung zu einem zentralen Baustein für eine nachhaltige und zugleich wirtschaftlich tragfähige Energiewende.

Michael von Hassel

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