Auftakt für „Bayerns beste kommunale Umweltbeispiele“ Kongress der Bayerischen GemeindeZeitung zeigt digitale Modellprojekte aus Bayerns Kommunen
von Michael von Hassel

Mit dem neuen Kongressformat „Bayerns beste kommunale Umweltbeispiele“ hat die Bayerische GemeindeZeitung erstmals eine Plattform geschaffen, auf der Kommunen ihre innovativen Nachhaltigkeitsprojekte vorstellen können. Der Fachkongress fand im Rahmen der Landshuter Umweltmesse statt und richtet sich gezielt an Bürgermeister, Gemeinderäte und kommunale Fachkräfte.
Die Idee entstand aus einer Initiative der Redaktion: Im vergangenen Jahr hatte die Zeitung bayerische Kommunen dazu aufgerufen, praxisnahe Umweltbeispiele aus der kommunalen Praxis einzureichen – möglichst Projekte, die auch mit begrenzten finanziellen Mitteln umsetzbar sind.
Große Resonanz aus den Kommunen
„Wir wollten wissen: Welche guten Umweltbeispiele gibt es in Bayerns Kommunen, die andere Gemeinden inspirieren können?“, erklärte Chefredakteurin Constanze von Hassel zur Begrüßung.
Die Resonanz überraschte selbst die Initiatoren: Über 50 Projektvorschläge gingen innerhalb kurzer Zeit ein. „Es wäre schade gewesen, wenn diese Beispiele einfach in der Schublade verschwinden“, so von Hassel.
Da die Bayerische GemeindeZeitung jährlich 22 Ausgaben veröffentlicht, können nicht alle Projekte sofort redaktionell aufgegriffen werden. Der Kongress bot deshalb erstmals die Möglichkeit, kommunale Best-Practice-Beispiele öffentlich vorzustellen und miteinander zu diskutieren.
Rund 20 ausgewählte Projekte sollen nun schrittweise auch in der Zeitung vorgestellt werden – als Inspiration für andere Kommunen.
Kooperation mit der Landshuter Umweltmesse
Die Veranstaltung entstand in Zusammenarbeit mit der Landshuter Umweltmesse, die der Redaktion kurzfristig Raum und organisatorische Unterstützung zur Verfügung stellte.
Trotz der Nähe zur anstehenden Kommunalwahl entschieden sich die Veranstalter bewusst für den Termin. „Für uns war es ein Versuch wert – und das Ergebnis sehen wir heute“, sagte von Hassel mit Blick auf das Publikum.

Kommunal? Digital! Digitale Lösungen für nachhaltige Kommunen
Den fachlichen Auftakt des Kongresses gestaltete Dr. Susanne Klöpping, Referatsleiterin im Bayerischen Staatsministerium für Digitales. Sie stellte das Förderprogramm „Kommunal? Digital!“ vor, das seit 2020 innovative Digitalprojekte in bayerischen Kommunen unterstützt.
Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs wurden zehn Kommunen aus insgesamt 76 Bewerbungen ausgewählt. Ziel des Programms: digitale Lösungen für nachhaltige kommunale Entwicklung zu entwickeln und als Modellprojekte zu erproben.
„Die Ideen kommen aus den Kommunen selbst“, betonte Dr. Klöpping. Die Projekte sollen konkrete Herausforderungen vor Ort adressieren – etwa im Bereich Klimaresilienz, Ressourceneffizienz oder Bürgerbeteiligung.
Insgesamt stellte der Freistaat dafür mehr als vier Millionen Euro Fördermittel bereit. Jedes Projekt konnte bis zu 500.000 Euro erhalten. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit Bayern Innovativ und wurde Ende 2024 abgeschlossen.
Modellprojekte mit Transferpotenzial
Ein zentraler Ansatz des Programms ist die Übertragbarkeit der Lösungen auf andere Kommunen. Die geförderten Projekte sind bewusst als Modell- und Leuchtturmprojekte konzipiert.
Die Themen reichen von digitalem Energiemanagement über Hochwasser-Frühwarnsysteme mit Sensorik und KI bis hin zu Plattformen, die lokale Klimaschutzprojekte miteinander vernetzen.
Ein Beispiel ist ein KI-gestützter Beteiligungsassistent, der Bürgerideen für Stadtentwicklung automatisch strukturiert und bewertet. Ein anderes Projekt nutzt Sensorik und KI-Auswertung, um Hochwasser frühzeitig zu erkennen.
Transferphase soll Projekte in die Fläche bringen
Nach Abschluss der Pilotphase startete das Digitalministerium eine Transferphase, um die Projekte breiter verfügbar zu machen. Sieben der zehn Kommunen beteiligen sich daran.
Ziel ist es, anderen Kommunen den Einstieg zu erleichtern. Dazu wurden unter anderem entwickelt:
- Projektvideos mit kurzen Erklärungen der Lösungen
- Projektsteckbriefe mit technischen und organisatorischen Eckdaten
- Beratungsangebote durch die Pilotkommunen
Interessierte Gemeinden können sich direkt von den Kommunen beraten lassen, die die Projekte bereits umgesetzt haben.
„Die Pionierkommunen haben viel Entwicklungsarbeit geleistet – etwa bei KI-Anwendungen oder der Suche nach geeigneten Dienstleistern“, erklärte Dr. Klöpping. Kommunen, die solche Lösungen nun übernehmen möchten, könnten daher erheblich Zeit und Kosten sparen.
Plattform für kommunalen Erfahrungsaustausch
Mit dem Kongress „Bayerns beste kommunale Umweltbeispiele“ will die Bayerische GemeindeZeitung genau diesen Austausch fördern. Die Veranstaltung zeigt: Viele innovative Lösungen entstehen direkt in den Kommunen, oft pragmatisch, praxisnah und mit überschaubaren Mitteln. Der neue Kongress könnte sich damit zu einer wichtigen Plattform für kommunalen Wissenstransfer in Bayern entwickeln.
Weitere Beispiele aus dem Wettbewerb sollen in den kommenden Ausgaben der Bayerischen GemeindeZeitung vorgestellt werden. In dieser GZ-Ausgabe werden die Kommunal? Digital!-Beispiele aus Erlangen, Bambergund dem Landkreis Ebersberg vorgestellt.
