Wasserforum Oberfranken: Blickpunkt Trinkwasserversorgung

GZ Ausgabe GZ-23-2025 vom 4. Dezember '25 | Infrastruktur & Technik
von Doris Kirchner
Foto vom Redner
Regierungspräsident Florian Luderschmid. Bild: Regierung von Oberfranken

Beim 15. Wasserforum Oberfranken in Bayreuth stand die langfristige Sicherung der regionalen Wasserversorgung im Mittelpunkt. Rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen und Behörden kamen im Rahmen der Initiative „Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für Oberfranken“ zusammen, um über Strategien für eine widerstandsfähige Infrastruktur zu beraten.

Oberfrankens Wasserversorgung stützt sich auf ein Zusammenspiel aus lokalen Versorgern, regionalen Verbünden und Fernwasserstrukturen. Regierungspräsident Florian Luderschmid erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass zehn große Versorger, darunter die Fernwasserversorgung Oberfranken, etwa die Hälfte des Trinkwassers lieferten, während rund 200 kommunale Wasserversorger für die übrige Menge verantwortlich seien. Die kommunale Verantwortung sei zentral, betonte Luderschmid: Wasser sei keine Handelsware, sondern Lebensgrundlage.

Verbundlösungen gewinnen an Bedeutung

Angesichts zunehmender Hitzewellen und Starkregenereignisse gewinnen Verbundlösungen an Bedeutung. Sie sollen helfen, Engpässe auszugleichen und die Systeme robuster zu machen. Josef Lehner vom Bayerischen Umweltministerium verwies darauf, dass die geplante Novelle des Bayerischen Wassergesetzes die Bedeutung der öffentlichen Wasserversorgung weiter stärken werde.

Auch der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Windkraft, bleibt ein Thema: Wo Projekte den Trinkwasserschutz nicht beeinträchtigen, bestehe weiterhin Raum für neue Anlagen.

Michael Belau vom Bayerischen Landesamt für Umwelt erinnerte daran, dass der Aufbau der Fernwassernetze vor mehr als 50 Jahren ein wichtiger Schritt gewesen sei. Auch künftig müsse deren Vernetzung verbessert werden. Zugleich blieben ortsnahe Quellen unverzichtbar: Rund 80 Prozent des oberfränkischen Trinkwassers stammen aus lokalen Brunnen und Quellen.

Zukunftssicherheit der Region

Vor allem in Regionen mit kristallinen Festgesteinen wie dem Fichtelgebirge, dem Frankenwald und dem Hofer Land bleibt die Versorgung herausfordernd. Ein aktuelles Projekt des Wasserwirtschaftsamts Hof untersucht mögliche Lösungsansätze. 

Landrat Oliver Bär, Vorsitzender des Regionalen Planungsausschusses Oberfranken-Ost, bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherheit der Region.

Der Freistaat Bayern unterstützt den Ausbau interkommunaler Leitungsverbünde. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Oberfranken rund 100 Kilometer Verbundleitungen mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro errichtet, die Hälfte davon gefördert vom Freistaat.

Zusätzliche fachliche Unterstützung leisten Verbände wie der DVGW. Geschäftsführer Robert Scherer stellte die Methodik des Arbeitsblatts W 1003 „Resilienz und Versorgungssicherheit in der öffentlichen Wasserversorgung“ vor. So können Versorger ihren Wasserbezug auf mehrere Gewinnungsanlagen verteilen, mit Notstromaggregaten netzbedingte Ausfälle überbrücken oder ein Verbundsystem mit Nachbarversorgern aufbauen. Entscheidend sei, dass Betreiber mögliche Risiken erkennen. Dies sei der erste Schritt hin zu einer robusteren Versorgung.

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

Ihre optimale Website-Nutzung

Diese Website verwendet Cookies und bindet externe Medien ein. Mit dem Klick auf „✓ Alles akzeptieren“ entscheiden Sie sich für eine optimale Web-Erfahrung und willigen ein, dass Ihnen externe Inhalte angezeigt werden können. Auf „Einstellungen“ erfahren Sie mehr darüber und können persönliche Präferenzen festlegen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Detailinformationen zu Cookies & externer Mediennutzung

Externe Medien sind z.B. Videos oder iFrames von anderen Plattformen, die auf dieser Website eingebunden werden. Bei den Cookies handelt es sich um anonymisierte Informationen über Ihren Besuch dieser Website, die die Nutzung für Sie angenehmer machen.

Damit die Website optimal funktioniert, müssen Sie Ihre aktive Zustimmung für die Verwendung dieser Cookies geben. Sie können hier Ihre persönlichen Einstellungen selbst festlegen.

Noch Fragen? Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Nutzer in der Datenschutzerklärung und Impressum!

Ihre Cookie Einstellungen wurden gespeichert.