Marktgemeinde Beratzhausen und Wasserzweckverband Laber-Naab: Liegenschaften werden gasfrei

GZ Ausgabe GZ-5-2026 vom 26. Februar '26 | Infrastruktur & Technik
von Redaktion
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Stehend hinten: Manfred Achhammer, stellvertretender Werkleiter des Wasserzweckverbandes, und Werkleiter Franz Herrler. Sitzend Marco Schwertberger, Bürgermeister Matthias Beer und Laber-Naab-Vorsitzender Josef Bauer.Bild und Text: Markus Bauer

Der Markt Beratzhausen und der Zweckverband der Wasserversorgung Laber-Naab haben Ende Januar die Verträge zum Anschluss ihrer kommunalen Liegenschaften an das Nahwärmenetz der Renergiewerke Beratzhausen unterzeichnet. Dabei werden sechs Liegenschaften des Marktes Beratzhausen (u. a. Schule, Turnhalle, Jugendtreff, Kinderhaus und Rathaus) sowie zwei Liegenschaften des Wasserzweckverbands angeschlossen. Mit der Inbetriebnahme des Wärmenetzes werden dann alle eigenen Gebäude beider Einrichtungen vollständig gasfrei betrieben.

Schon länger laufen im Markt Beratzhausen die Vorbereitungen für ein Nahwärmenetz aus erneuerbaren Energien. Bei mehreren Besprechungen wurde das Thema interessierten Bürgern nahegebracht. Mitte Januar besuchten zwei Mitarbeiter der Firma GP Joule Wärme, mit der die Kommune in diesem Bereich zusammenarbeitet, die Anwohner in den Straßen des ersten ins Auge gefassten Bauabschnittes.

Bewusst mit gutem Beispiel vorangehen

„Das erste Umsetzungsgebiet ist von Oberndorf bis zur Marktstraße angedacht“, erklärte Bürgermeister Matthias Beer bei der Vertragsunterzeichnung. Der Hauptgrund für die Umstellung liege in der CO2-Bepreisung, was zu höheren Gaspreisen führen werde. „Deshalb hieß es für die Gemeinde: Weg vom Gas! Wir haben jetzt im Zentralort keine Liegenschaft mehr mit Gasversorgung“, berichtete der Rathauschef mit Stolz und will damit ein deutliches Signal setzen. Der Ortskern mit seiner engen Bebauung hat Vorrang, weil hier Alternativen schwerer umzusetzen sind.

Im Projektgebiet liegt auch das Verwaltungsgebäude der Laber-Naab-Gruppe. Der 1. Vorsitzende des Wasserzweckverbandes Josef Bauer berichtete vom einstimmigen Beschluss des Verbandsausschusses, hier auf erneuerbare Energien zu setzen. Darüber hinaus betonte er die Vorbildfunktion der öffentlichen Verwaltung. „Wir sind froh, dass der Markt Beratzhausen dieses Vorhaben unterstützt und antreibt“, fasste der Vorsitzende zusammen. Er sprach von einer „positiven Entwicklung hier. Wir müssen die Chance nutzen und durch unsere Teilnahme vorangehen.“

Natürlich spiele auch die weltpolitisch bedingte Unsicherheit bei der Gasversorgung eine Rolle, ebenso die Reduzierung von Emissionen und die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien, informierte Laber-Naab-Werkleiter Franz Herrler, der einen Master-Abschluss in Energiewirtschaft besitzt und das Engagement der Gemeinde im Bereich neuer Systeme der Wärmeversorgung lobte. „Jede Woche gibt Deutschland über eine Milliarde Euro für Energieimporte aus. Das Geld sollte besser in der Region bleiben“, betonte Herrler. Der Zweckverband hatte bisher zwei Gasthermen, künftig wird nur noch eine Wärmeübergabe in Betrieb sein. Am Ende sollen dann null Emissionen stehen. In diesem Kontext ist der nun vertraglich fixierte Beitritt zum Nahwärmenetz zu sehen.

„Der Preis für Nahwärme ist in unserem Spartarif sogar ein wenig runtergegangen, die Kosten für Hausanschlüsse sind gleichgeblieben“, gab Marco Schwertberger, Kundenberater von GP Joule Wärme, bekannt. Das Unternehmen ist in Buttenwiesen (Schwaben) angesiedelt. Er sprach von einer „sehr guten Resonanz“ in Beratzhausen. Technisch sei jederzeit eine direkte Reaktion bei der Versorgung mit Nahwärme möglich.

Die Wärme stammt, wenn das System in Betrieb ist, aus einem CO2-freien Nahwärmenetz, das über Großwärmepumpen mit Ökostrom betrieben wird. Für die Vertragsunterzeichner ist das ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, zur Versorgungssicherheit vor Ort – und auch wirtschaftlich sinnvoll, da alte Gaskessel, Wartung und zukünftige CO2-Kosten entfallen.

Aktueller Projektplan

Der aktuelle Projektplan sieht vor, dass das Nahwärmenetz in etwa zwei Jahren anschlussfertig in den Straßen sein wird. Allein durch diese Anschlüsse sinkt der Gasabsatz im Ortsnetz Beratzhausen dann um ca. 15 Prozent, so Bürgermeister Beer. Auch für den Zehentstadel sei ein „Teilanschluss“ vereinbart worden. Perspektivisch werde hier die Umstellung von ineffizienten Nachtspeicheröfen auf Nahwärme geprüft. „Der Markt Beratzhausen und der Wasserzweckverband gehen damit bewusst mit gutem Beispiel voran“, betont der Bürgermeister.

Redaktion

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