KWW-Kommunenbefragung 2025: Fortschritte bei der Kommunalen Wärmeplanung
von Doris Kirchner

Deutschlands Städte und Gemeinden machen spürbare Fortschritte bei der Kommunalen Wärmeplanung. Das zeigt die aktuelle Kommunenbefragung 2025 des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW). Insgesamt beteiligten sich 967 Städte, Gemeinden und Landkreise an der Erhebung.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Kommunen, die sich mitten in der Umsetzung befinden, um rund 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Kommunen in der reinen Vorbereitungsphase halbiert. „Damit liegen inzwischen deutlich mehr praktische Erfahrungen aus der Startphase vor“, heißt es in der Auswertung.
Eine zentrale Erkenntnis der bereits erfahrenen Kommunen: Wer die Kommunale Wärmeplanung frühzeitig und strukturiert angeht, ist deutlich im Vorteil. Besonders wichtig sind demnach die sorgfältige Auswahl eines geeigneten Dienstleisters, die frühe Einbindung lokaler Akteure wie Energieversorger sowie eine rechtzeitige Öffentlichkeitsarbeit. Auch der frühzeitige Beginn der Datenerhebung und klar geregelte Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung gelten als entscheidende Erfolgsfaktoren.
Durchschnittliche Planungszeit: Rund 18 Monate
Im Durchschnitt dauert eine kommunale Wärmeplanung rund 18 Monate. Große Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern benötigen mit knapp 20 Monaten etwas länger, kleinere Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern etwa 16,6 Monate. Den größten Zeitaufwand verursacht die Bestands- und Potenzialanalyse mit durchschnittlich fünf Monaten.
Die Kosten sind im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben und liegen abhängig von Größe der Kommune und vorhandenen Grundlagen im Schnitt bei 3,79 Euro pro Einwohner.
Fast drei Viertel der Kommunen bewerten die Erstellung ihres Zielszenarios als methodisch nachvollziehbar. Ähnlich viele gaben an, das finale Szenario gemeinsam mit dem beauftragten Dienstleister erarbeitet zu haben. Dennoch halten nur 45 Prozent der Befragten ihr Zielszenario für realistisch. In knapp 40 Prozent der Kommunen wurden mehrere Varianten zum Vergleich entwickelt.
Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Projektphase deutlich: Kommunen, die noch nicht gestartet sind, kämpfen vor allem mit fehlendem Personal, knappen Finanzmitteln und rechtlichen Unsicherheiten. Dies gilt insbesondere für kleinere Gemeinden. In der Vorbereitungsphase stehen Finanzierung, Fördermittel und die Vergabe der Dienstleistung im Fokus. Während der Durchführung bereiten vor allem die Datenbeschaffung, die Bürgerbeteiligung und Personalmangel Probleme. In der Umsetzungsphase rücken die Finanzierung konkreter Maßnahmen und die Einbindung von Fachakteuren in den Vordergrund.
Wissensstand: mittelmäßig
Trotz leichter Verbesserungen schätzen viele Kommunen ihren Wissensstand zur Wärmeplanung weiterhin nur als mittelmäßig ein. Selbst unter den Kommunen mit bereits fertigem Wärmeplan gibt fast jede fünfte an, eher geringe Kenntnisse zu haben.
Nur etwa die Hälfte der Kommunen nutzt regelmäßige Austauschformate mit relevanten Fachakteuren. Als wichtigste Kommunikationskanäle gegenüber der Bevölkerung dienen Gemeinde-Websites, lokale Pressearbeit und Informationsveranstaltungen. Kleinere Kommunen greifen häufiger auf Amtsblätter zurück, größere setzen verstärkt auf soziale Medien.
Problem Datenbeschaffung
Ein weiteres Hemmnis bleibt die Datenbeschaffung: Knapp die Hälfte der Befragten berichtete von Problemen, vor allem wegen langer Wartezeiten und geringer Kooperationsbereitschaft einzelner Datenlieferanten.
Trotz aller Hürden sind viele Städte und Gemeinden schon konkret tätig: 77 Prozent der Kommunen mit fertigem Wärmeplan haben mit der Umsetzung erster Maßnahmen begonnen. Aber auch 72 Prozent der Kommunen ohne abgeschlossenen Plan engagieren sich bereits – am häufigsten durch Effizienzsteigerungen und Sanierungen kommunaler Gebäude.
Aus ihren Erfahrungen leiten die Befragten klare Empfehlungen für Nachzügler ab: ausreichend Zeit für die Auswahl kompetenter Dienstleister einplanen, relevante Akteure früh einbinden, frühzeitig mit Öffentlichkeitsarbeit und Datenerhebung starten sowie genügend Zeit für den Gesamtprozess vorsehen und klare Zuständigkeiten festlegen.
Wunsch nach zentraler Bereitstellung von Schornsteinfegerdaten
Nur sechs Prozent der Kommunen nutzten bislang die Möglichkeit einer verkürzten Wärmeplanung. Viele äußerten zudem Zweifel daran, ob sich Wärme- oder Wasserstoffnetze ohne detaillierte Verbrauchsdaten sinnvoll ausschließen lassen. Als häufigster Wunsch wurde eine zentrale Bereitstellung von Schornsteinfegerdaten sowie Daten zu Prozesswärme und Wärmebedarfen für Einzelgebäude genannt.
Eine stärkere rechtliche Verbindlichkeit der Wärmeplanung sehen viele Kommunen kritisch. Zwar versprechen sie sich davon mehr Planungssicherheit, befürchten aber zugleich Akzeptanzprobleme vor Ort und eine zu geringe Detailtiefe der Pläne.